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Grimma Was ist ungerecht? Kinder drehen Film in Colditz
Region Grimma Was ist ungerecht? Kinder drehen Film in Colditz
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18:06 17.10.2018
Auch im Wald wurden Szenen für den Film gedreht. Hier sieht man Melissa (10), Jamie (12), Justin (11, von hinten sichtbar), Lisa (12, hinter Justin), Jana Rath (Tanzpädagogin), Sophia (12), Maja (11) (v.l.n.r.). Quelle: LKJ Sachsen
Colditz

Die Handlung spielt in einer Dönerbude. „Istanbul Bistro und Pizzeria“ prangt in roten Lettern über dem Bühnenbild, das die Kinder selbst gemalt haben. So viel ist erkennbar, der Rest noch ein Geheimnis, das erst zur Abschlusspräsentation am Freitag gelüftet werden soll. Noch bis zum 19. Oktober läuft in Colditz das Kinderherbstferienprojekt „Das ist ungerecht“ der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Sachsen. Dabei ist die Kreativität der 10 bis 13 Jahre alten Teilnehmer gefordert. Mit Kamera, Regiebuch und Farbe ausgestattet, bringen sie ihren eigenen Film erst in den Kasten und dann auf die Leinwand.

Tom (12), Maja (11), Carmen (13) (vlnr) malen das Bühnenbild für den Film. Quelle: LKJ Sachsen

„Das ist ungerecht, unfair, gemein hört man ja oft von Kindern – aber auch von Erwachsenen“, sagt Eva Cyncar von der LKJ, die als Projektleiterin die ganze Woche lang vor Ort ist. Für das Thema habe man sich entschieden, weil es auf der einen Seite Spaß machen soll, aber auch einen gesellschaftspolitischen Hintergrund hat. Die 16 jungen Teilnehmer können während der Projekttage frei heraus sagen, was sie in ihrer Welt als ungerecht empfinden. Oft sind das Ereignisse in der Familie - wenn etwa Geschwister im Spiel sind, oder es um die Verteilung von Essen und Aufmerksamkeit an Geburtstagen geht. „Jugendliche haben oft ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden“, sagt Eva Cynar. Als besonders schlimm würden sie Situationen empfinden, in denen ein Beteiligter nicht dazu komme, seine Sichtweise zu schildern.

Perspektivwechsel der Kinder erwünscht

Die gemeinsamen Überlegungen sollen dazu beitragen, so wünscht es sich die Projektleiterin, dass die Teilnehmer auch mal die Perspektive wechseln. „Sie sollen sich überlegen, wie andere Kinder in der Schule empfinden können, Kinder, die vielleicht aus einem anderen Land kommen oder denen es nicht so gut geht“, erklärt sie. Aus den vielen Ideen haben die Jugendlichen schließlich das Programm für die Abschlussaufführung erarbeitet, einen eigenen Tanz choreografiert und die Handlung für den Film erdacht.

Neben der ganzen Arbeit sorgen während der Ferientage aber auch zahlreiche andere Aktionen für Abwechslung. Etwa eine Nachtwanderung, ein Film- und ein Spieleabend und ein Besuch im Leipziger Museum der Bildenden Künste. Das Projekt findet im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt. Gäste sind ab 15.30 Uhr am Freitag in der Jugendherberge Schloss Colditz zur Abschlusspräsentation willkommen.

Von Hanna Gerwig

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