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Wasserplatz an der Parthe in Panitzsch eingeweiht

Erholung und Tourismus Wasserplatz an der Parthe in Panitzsch eingeweiht

Am Dienstag wurde der neue Wasserplatz an der Parthe in Panitzsch eröffnet. Er ist der erste von 14, die zwischen Beucha und dem Leipziger Zoo entstehen sollen.

Die Parthe per Boot zu erkunden, war zumindest am Einweihungstag des Wasserplatzes keine gute Idee. Bürgermeister Ludwig Martin fehlte in dem von Heike König mitgebrachten Kanu die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel – das Boot lief auf Grund. Die Parthe ist am Wasserplatz zwar vier Meter breit, aber momentan nur etwa 25 Zentimeter hoch.

Quelle: Thomas Kube

Borsdorf/Panitzsch. Passend, mit (Sprudel-)Wasser, stießen der Borsdorfer Bürgermeister Ludwig Martin und Heike König, Geschäftsstellenleiterin des Grünen Ringes Leipzig (GRL) in Borsdorf, am Dienstag mit Gästen auf den Wasserplatz an der Parthe in Panitzsch an. Er ist der erste von 14, die zwischen Beucha und dem Leipziger Zoo, wo der Fluss in die Weiße Elster mündet, entstehen sollen. „Genau hier in Panitzsch, wo die Parthe oft ungefragt zu den Menschen kommt, soll es jetzt mal umgekehrt sein: Wir kommen an die Parthe“, sagte Martin. Während früher in ihr gebadet und gefischt wurde, hätten sich Menschen und Gebäude in jüngerer Vergangenheit eher vom Fluss abgewandt. „Und so wartet die Parthe noch heute vielerorts darauf, entdeckt, inszeniert und wach geküsst zu werden.“ Der Wasserplatz an der Borsdorfer Straße soll Menschen nun einladen, zu verweilen und dabei den Fluss, der dem Ort und dem Partheland Identität gibt, zu erleben.

Die Idee stammt aus der Studie „Erlebbarkeit der Parthe“, die 2009/10 von GRL und ZV Parthenaue beauftragt und vom Innenministerium gefördert worden war. Der GRL, der 1996 gegründet wurde und dem heute 13 Kommunen und zwei Landkreise angehören, setzt sich dafür ein, die Attraktivität des Leipziger Umlandes aufzuzeigen, diese Kulturlandschaft zu sanieren, zu erhalten und für den Bürger erlebbar zu machen. In der Studie wurden fünf Strategien herausgearbeitet, wie die Parthe wieder mehr ins Bewusstsein gerückt werden kann. „Die Parthe als Fluss erleben“, unter anderem eben an 14 Wasserplätzen in 14 Städten und Dörfern, ist eine. Weitere Strategien stehen unter der Überschrift „Entfesseln und Überschwemmen“ (zum Beispiel Auenpark Taucha als Überflutungsfläche), „Inszenieren und Wachküssen“ (Wölbleitung am Hauptbahnhof Leipzig mehr zugänglich machen), „Wassertouristische Nutzung“ (Zehn-Kilometer-Kanutour von Thekla nach Leipzig). Die fünfte heißt „Räume qualifizieren“. „Ein Projekt dazu wäre, den Schwanenteichpark in Borsdorf durch eine Brücke über die Parthe mit Althen zu verbinden, aber bei Leipzig ist so etwas immer ein Jahrhundertprojekt“, stichelte Martin.

Doch auch der Platz in Panitzsch wurde nicht von heute auf morgen realisiert, wenngleich die Gemeinde schneller war als andere. Da es sich um ein Gewässer I. Ordnung handelt, mussten mehrere Behörden einbezogen werden. „Am Ende haben wir den Platz so gebaut, dass er keiner Genehmigung bedarf, also beispielsweise auf Uferbefestigung verzichtet“, erklärte der Bürgermeister. Bei Null musste der Bauhof, der die zusammen mit Martin und GRL erarbeitete Gestaltung umsetzte, aber nicht anfangen. Schon vor etwa zehn Jahren war der Platz im Zusammenhang mit dem Bau der AZV-Pumpstation gepflastert und zum Fluss hin mit einer kniehohen Mauer abgegrenzt worden, die Entlüftung durch Gabionen und Sitze verkleidet. Jetzt erhielt die Wiese ringsherum einen Schnitt und unbefestigte Wege, Bänke wurden aufgestellt, sechs Bäume – Kastanien und Erlen – sowie Büsche gepflanzt, zählte Bauhofchef Eckard Lübcke auf. Die vom GRL gestaltete Schautafel hat auch der Bauhof gebaut. Hier wird der Hintergrund des Wasserplatzes erläutert, werden Informationen zu Parthe und Parthedörfern gegeben. Die Kosten, finanziert mit Mitteln der Gemeinde und aus der GRL-Umlage, schätzt Martin auf 8000 Euro.

Heike König ist überzeugt, dass der Wasserplatz bei Anwohnern und Touristen schnell Akzeptanz findet. „Die Panitzscher haben ihn schon ins Herz geschlossen“, erinnerte sie an das von der Feuerwehr veranstaltete Entenrennen, „Radfahrer halten hier, Mütter mit Kindern.“ Und – glücklicher Zufall: Er liegt nicht nur am Parthewanderweg, sondern auch am von Sehlis kommenden Jacobspilgerweg.

Weitere Wasserplätze sind geplant in Leipzig (Mündungsbereich, Mockau, Thekla, Plaußig/Portitz), in Taucha (Seegritz, Grasdorf, Taucha, Dewitz/Döbitz, Plösitz, Sehlis), in Borsdorf (Borsdorf, Zweenfurth) und in Brandis (Beucha/Wolfshain).

Von Ines Alekowa

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