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Grimma Wasserverband Grimma-Geithain muss Schulden abbauen
Region Grimma Wasserverband Grimma-Geithain muss Schulden abbauen
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21:01 30.04.2018
Blick aufs Wasserwerk in Grimma. Hier tagt auch der die Versammlung des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Der Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) geht ans Eingemachte. Die Rechtsaufsicht des Landkreises versagte ihm zu großen Teilen, seine diesjährigen Investitionen mit neuen Krediten zu finanzieren. Der Verband dürfe sich nur neues Geld leihen, wenn eine andere Finanzierung nicht möglich oder wirtschaftlich unzweckmäßig wäre, so die Behörde im Landratsamt. Da er aber über ausreichend liquide Mittel und Rücklagen verfüge, seien diese wenigstens teilsweise für die geplanten Vorhaben einzusetzen.

Verband hat 21 Millionen Euro Eigenkapital

Der Verbandsversammlung, die jetzt im Wasserwerk Grimma tagte, blieb nichts weiter übrig, als einen entsprechenden Beschluss dazu abzunicken. Etat und Wirtschaftsplan des Wasserverbandes für 2018 werden entsprechend geändert. VVGG-Geschäftsführer Lutz Kunath unterstrich, dass die Investitionen, die von der Kommunale Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH für den Verband getätigt werden, nicht gefährdet seien. Der Verband hat rund 21 Millionen Euro auf der hohen Kante, auf die er jetzt zurück greift.

Rechtsaufsicht gewährt zwei Ausnahmen

Ursprünglich wollte sich der Verband in diesem Jahr 8,3 Millionen Euro neu bei Banken leihen. Bei ihrer Entscheidung hat die Rechtsaufsicht die Kreditermächtigung aber nicht auf Null gesetzt, sondern laut Kunath zwei Ausnahmen gemacht. Für den Abwasser-Bereich darf der Verband ein zinsvergünstigtes Darlehen der Sächsischen Aufbaubank in Höhe von 1,48 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Hier seien nur 0,2 Prozent Zinsen zu zahlen, das bedeute eine Art Förderung, erläuterte Kunath. Und im Trinkwasser-Bereich darf der Verband nach auslaufender Zinsbindung einen Kreditvertrag über rund 2,92 Millionen Euro mit einer anderen Bank neu abschließen. Das gelte nicht als Umschuldung, so Kunath. Unterm Strich muss der VVGG aber 3,9 Millionen Euro aus seinem Sparstrumpf holen.

94 Millionen Euro Schulden

„Ein Beieffekt ist, dass sich unsere Verschuldung nicht erhöht“, sagte Kunath. Im Verband sei man sich ohnehin einig, die Pro-Kopf-Schulden nicht weiter anwachsen zu lassen. „Wir wollen in den nächsten Jahren sukzessive eine Reduzierung erreichen“ – in Abhängigkeit vom Investitionsbedarf. Der Wasserverband steht derzeit bei Banken mit 94 Millionen Euro in der Kreide, das sind pro Einwohner rund 1500 Euro.

Gesetzgebung macht Planung schwierig

Einen konkreten Plan, wie die Schulden abgebaut werden sollen, gebe es derzeit nicht, sagte der Geschäftsführer auf Nachfrage des Geithainer Bürgermeisters Frank Rudolph und schlug vor, zur nächsten Verbandsversammlung eine Perspektive vorzulegen. Kunath argumentierte, dass auch gesetzliche Vorgaben in Investitionen und damit Neuverschuldungen münden. So sei der Verband in Geithain, Colditz, Bad Lausick und Hohnstädt kräftig am Bauen, um Auflagen zu erfüllen. Die 22 Gruppenkläranlagen hätten neun Millionen Euro gekostet. Und wer weiß, so Kunath, „was sich der Gesetzgeber noch in Sachen Abwasserreinigung ausdenkt“. Berichte über Nanopartikel, Antibiotika und Medikamente im Abwasser – vielleicht seien eines Tages die Kläranlagen zu ertüchtigen. Der Investitionsbedarf sei also auch immer ein Blick in die Glaskugel. Kunath erinnerte auch daran, dass der Verband keine Beiträge von Grundstücksbesitzern erhebt. „Wir finanzieren uns ausschließlich über Gebühren und Darlehen.“ Dadurch gerate die Pro-Kopf-Verschuldung höher als in vergleichbaren Verbänden.

Geithains Bürgermeister drängt auf Schuldenabbau

Geithains Rathauschef gab sich damit nicht zufrieden. 94 Millionen Euro Schulden seien für ihn bei dieser Verbandsgröße „kein Verhältnis mehr“. Die Mitgliedskommunen würden darunter leiden, und er wolle wissen, wo die Grenze liegt. Der Verband sei jedenfalls in der Lage, Schulden abzubauen, bekräftigte Rudolph.

Von Frank Prenzel

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