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Wechselbad zwischen zu warm und zu kalt: Heiztechnik in Köhraer Kita mangelhaft

Kritik Wechselbad zwischen zu warm und zu kalt: Heiztechnik in Köhraer Kita mangelhaft

Pleiten, Pech und Pannen erlebt die Kindertagesstätte Märchenland seit ihrer Wiedereröffnung mit der damals neu eingebauten Heizungs- und Lüftungsanlage. Über fünf Jahre wird an ihr herumgebastelt, ohne dass sie richtig funktionieren würde. Die Leiterin der Einrichtung, Kathrin Walter, und der Gemeinderat pochen jetzt auf eine zügige Lösung des Problems.

Auf dem Dach der Kita zeigt Leiterin Kathrin Walther die Rohre der Wärmetauschanlage, mit der Energie gespart werden sollte. Bis heute funktioniert das System nicht wie gewollt.
 

Quelle: Thomas Kube

Belgershain/Köhra.  Pleiten, Pech und Pannen erlebt die Kindertagesstätte Märchenland seit ihrer Wiedereröffnung mit der damals neu eingebauten Heizungs- und Lüftungsanlage. Über fünf Jahre wird an ihr herumgebastelt, ohne dass sie richtig funktionieren würde. Die Leiterin der Einrichtung, Kathrin Walter, und der Gemeinderat pochen jetzt auf eine zügige Lösung des Problems.

Die Kita-Chefin freut sich nach wie vor über das schöne Haus, dessen Sanierung 2010 abgeschlossen worden war, nicht zuletzt wegen der vielfältigen Investitionen, die es seitdem gab. Nur der Aufwand, der in die Heizungs- und Lüftungsanlage gesteckt wurde, fruchtete nach ihren Worten nicht.

Schon 2011 sei mehrfach die Heizung ausgefallen, weil sich durch einen Softwarefehler die Lüftung unkontrolliert einschaltete – beide Systeme waren nicht miteinander kompatibel. „So kam es, dass wir das Mittagessen gelegentlich im Glühweinofen kochen mussten, weil die durch die Lüftung beeinflusste elektrische Anlage auch den Betrieb unserer Garöfen verhinderte“, erklärte Walther zur Gemeinderatssitzung.

2012 wurden ein Steuerungsteil, ein Regler und die Wärmepumpe ausgewechselt – ohne wirkliche Verbesserung. Im Jahr darauf lief die Lüftung so extrem, dass es im Schlafraum der Kleinsten kalt wurde und das Kondenswasser von den Rohren in ihre Betten tropfte. Walther: „Daraufhin wurde die Lüftung per Hand abgeschaltet und funktioniert seither gar nicht mehr. Wir kauften extra Lüfter für die Zimmer, weil wir ohne Lüftung, dafür aber mit durchlaufender Heizung einen Hitzschlag bekommen hätten.“

Daraufhin gab es zwei Zusammenkünfte mit Vertretern der Gemeinde und Firmen sowie dem Belgershainer Planer Peter Brunzlaff. 2014 kam es zu einem dritten Treffen, an dem sich auch ein Sachverständiger beteiligte. „Seine Analyse und die durchgeführte Plausibilitätsprüfung ergaben, dass dem Kindergarten für sein notwendiges Heizaufkommen eine Heizleistung von circa 25 Kilowatt fehlt. Hauptursache dafür war die Fehlberechnung in der Dimensionierung der Heizanlage durch die Firma Brunzlaff“, so Walther. In einer vierten Beratung habe Brunzlaff vorgeschlagen, der Anlage zwei zusätzliche Heizpatronen hinzuzufügen, um die Leistung zu erhöhen.

Diese seien 2015 eingebaut worden und hätten sofort die Sicherungsschalter ausgelöst, die nicht für den Betrieb der Patronen ausgelegt waren. „Auch diesmal waren wir gezwungen, die Essenversorgung der Kinder mit unserem Improvisationstalent aufrecht zu erhalten“, sagte Kathrin Walther. Während eines Kälteeinbruchs im April vergangenen Jahres sei die Wärmepumpe ausgefallen. Das Zuschalten der Patronen führe zu einem enormen Stromverbrauch, obwohl das Ingenieurbüro bei der Sanierung der Kita eine Stromsparanlage konzipiert habe – die bis heute nicht funktioniere.

Gegenüber der LVZ erklärte Brunzlaff kurz und knapp: „Seit rund einem Jahr bin ich nicht mehr in das Projekt involviert.“ Er habe nichts mehr davon gehört, sei nicht mehr hinzugezogen worden.

Die Kritik der Gemeinderäte ging zur Sitzung in eine andere Stoßrichtung. „Eine Firma, die so etwas einbaut, muss in Regress genommen werden“, forderte Dirk Guglielmi (Freie Wählervereinigung). „Was nicht funktioniert, kann doch nicht abgenommen werden.“ Lars Lößner (Belgershainer Initiative) meinte: „Wenn nichts passiert, müssen wir einen Anwalt nehmen und Fristen setzen.“ Und Lars-Martin Knabe (Freie Wählervereinigung) monierte: „Erst am letzten Tag vor der Verjährung hat das zuständige Naunhofer Bauamt endlich eine Mängelanzeige herausgebracht.“

Auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) sollen nun alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch gebracht werden: Bauamt, Planer, Firmen. Spätestens in 14 Tagen müsse der Termin stehen. Für den Träger der Kita, die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, kommt es darauf an, die Probleme bald abzustellen. „Mir geht es darum, dass die Anlagen im Herbst funktionieren“, erklärte Fachbereichskoordinatorin Karin Gärtner. Ein kalter Winter könne zu großen Problemen führen.

Steffen Klömich vom Bauamt will alle zu einem Termin vor Ort einladen, sagte er der LVZ. Er verweist darauf, dass mit der Fachplanung und der Ausführung das Büro Brunzlaff beauftragt war. „Nachdem die Schwierigkeiten aufgetaucht waren und erste Termine zu keinem Erfolg geführt hatten, wurden Festlegungen getroffen, um die Funktionsfähigkeit der Anlagen herzustellen. Laut meiner Kenntnis wurden sie baulich umgesetzt. Neue Probleme sind mir nicht bekannt.“

Dass erst am letzten Tag vor der Verjährung eine Mängelanzeige gestellt wurde, bestätigte Klömich. „Die Baufirma war von Anfang an dabei und zeigte sich kooperativ. Deshalb sahen wir keine Veranlassung für eine Mängelanzeige“, erklärte er. „Wir haben sie erst kurz vor Ablauf der Gewährleistungsfrist gestellt, damit die Ansprüche nicht verfallen.“

Von Frank Pfeifer

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