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Grimma Wechselseitiges Zuhören zum Thema Legida
Region Grimma Wechselseitiges Zuhören zum Thema Legida
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13:51 19.05.2015

.. wir auch" zu einer Veranstaltung zum Thema Pegida/Legida eingeladen. Das Interesse war groß. Mehr als 100 Leute waren gekommen.

Der Mutzschener Pfarrer Henning Olschowsky betonte zu Beginn, Ziel der Veranstaltung sei "wechselseitiges Zuhören". Es gehe nicht um Bewertungen, sondern um einen Dialog, hatte Berger im Vorfeld erklärt und damit für eine gewisse Unbefangenheit bei den Besuchern im Rathaus gesorgt. So etwa, als ein Besucher seine Erlebnisse beim Besuch einer Leipziger Legida-Demonstration schilderte - von den Schwierigkeiten, überhaupt zum Veranstaltungsort, dem Leipziger Augustusplatz, zu kommen, über die Beschimpfungen durch Gegendemonstranten bis hin zur Polizei, die ihm und anderen Legida-Demonstranten erst eine Gasse durch die Legida-Gegner hätten bahnen müssen. Deutlich wurde eine Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik, als in Anspielung auf die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) häufig beschworene "Alternativlosigkeit" vieler Entscheidungen mit dem Verweis reagiert wurde, dass einzig der Frieden alternativlos sei. Demokratie lebe von der Diskussion, die aber nicht mehr geführt werde oder höchstens dort, "wo sie der Bürger nicht mehr wahrnimmt".

Gastgeber Berger erhielt Lob dafür, dass er vor einigen Wochen eine Bus organisiert hatte, mit dem Grimmaer zur Legida-Veranstaltung nach Leipzig gefahren waren - "um für ein weltoffenes Sachsen" zu demonstrieren, wie Berger betonte. Der Oberbürgermeister ließ während der Veranstaltung auch Fakten wie den an die Wand projizieren, dass von den mehr als 28 000 Grimmaern knapp 600 Ausländern sind. Ralf Kühne, Mitglied der Grimmaer CDU, erklärte, er habe Pegida als selbst erklärte "Patrioten des Abendlandes" zunächst für eine Anmaßung gehalten. Mittlerweile sei deren Maske gefallen, die Bewegung werde von rechts gesteuert. Es gebe aber durchaus Schnittmengen mit den Pegida-Demonstranten. Kreisrat Peter Müller (Linke) verwies auf den Frust, der hinter der geringen Wahlbeteiligung stecke. Mit dem Feindbild "Islamischer Staat" würden Angstgefühle bei den Bürgern ausgenutzt. Die Politik nehme die Ängste und Sorgen der Bürger nicht mehr auf, was Müller auch daran festmachte, dass zwar 70 Prozent der Bevölkerung den Krieg in Afghanistan ablehnten, Deutschland dort aber seit mehr als zehn Jahren aktiv sei. Wichtig, erklärte Müller weiter, sei, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft vernünftig miteinander reden. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.03.2015
Nikos Natsidis

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