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Grimma Weihnachtliche Traditionen in Altenhain
Region Grimma Weihnachtliche Traditionen in Altenhain
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11:29 05.04.2018
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. Überhaupt gilt der mehrfach preisgekrönte, mit Schwibbögen und Lichterketten geschmückte Ort gerade in der Adventszeit als Geheimtipp, als das Annaberg des Muldentals.

Nach großmütterlicher Überlieferung bastelte Heimatdichterin Sigrid Richter für ihren geliebten Ort inzwischen ein gutes Dutzend Weihnachtskugeln – aus Weidenruten, in die hinein Tannenzweige geflochten werden. Renate und Thomas Lauth freuten sich im romantischen Ambiente ihres Altenhainer Schlosses beim mittlerweile zweiten kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt über fast 1000 Gäste. Motto: Heimlich, still und Lauth.

Traditionell brachten sich die Altenhainer am Wochenende bei ihrem Adventskonzert in der St. Johanniskirche in Stimmung. Volker Killisch vom Heimatverein begrüßte so viele Besucher wie noch nie. „Gott steht vor unserer Herzenstür", sagte Pfarrerin Yvette Schwarze und nahm Bezug auf das Kirchenlied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit". Man müsse den Herrn nur rein lassen. „Dass Sie, liebe Altenhainer, für diese Tür den passenden Schlüssel finden, das wünsche ich Ihnen." Als daraufhin ein hoch aufgeschossener Onkel im schwarzen Anzug und mit geheimnisvollem, ulkig geformten Koffer nach vorne schritt, glaubten die eben noch musizierenden Kindergartenkinder schon, dass sich darin vielleicht dieser ominöse Schlüssel befinden könnte. Doch nach Öffnen des Reißverschlusses kam begleitet vom Ahhh und Ohhh der Knirpse ein etwas anderer Notenschlüssel zum Vorschein: ein Musikinstrument, so groß, wie sie vorher noch nie eines gesehen hatten – ein Kontrabass. Steffen Slowik spielte darauf Wiener Klassik. Sonst tritt der Altenhainer mit seiner Staatskapelle Halle in großen Konzerthäusern zwischen Berlin und Buenos Aires auf. „Aber die Heimat ist eben doch was ganz eigenes." Wozu also ins Gewandhaus fahren oder in die Thomaskirche? Die Altenhainer haben Künstler genug: Elisabeth Killisch spielte Querflöte, Susanne Aures und Juliane Burger bezauberten mit Talenten der Musikschule „Johann Sebastian Bach", die „Fröhlichen Sängerinnen von Altenhain" unter Leitung von Erdmann Röhlig grüßten Annaberg im tiefsten Erzgebirgisch: „Freit Euch, Ihr Leit." Der 23-jährige Stefan Mund brachte sich das Gitarrespiel selber bei und versuchte sich mit kalten Fingern und heißem Herzen am klassischen „Canon in D" von Johann Pachelbel: „Das geht langsam los und wird dann schneller als man denkt", so schnell, dass Stefan etwas vor der Zeit fertig war. Dennoch dankte das Publikum ihm sowie seinen Begleitern Mathis Nicolaus und Nadja Lauchstädt mit kräftigem Applaus.

Auch gestern Abend war das halbe Dorf in „Klein-Annaberg" wieder aus dem Häuschen. Nicht zur Bergmanns-Parade, sondern zur Adventsfenstersuche. Vor Jahren zimmerte Ingolf Mund aus Sperrholz einen fast halben Meter großen Laternenkasten. Darin brennen die Lichter, die die Kinder beim gemeinschaftlichen Spaziergang immer in einem anderen Fenster entdecken sollen. Ein bisschen Ostereiersuchen mitten im Advent.

Haig Latchinian

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