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Grimma Weiße Elster: Freie Fahrt für Paddler in Pegau
Region Grimma Weiße Elster: Freie Fahrt für Paddler in Pegau
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13:33 01.10.2018
Auf Initiative der Kommune und weiterer Mitstreiter wurde bereits 2013 ein Bootsanleger in Pegau eröffnet. Allerdings müssen die Kanus nach wenigen Metern wieder aus dem Wasser gehoben werden, weil hier ein gefährliches Hindernis lauert. Quelle: koch
Pegau

Ein Paradies für Paddler, aber auch ein nervenaufreibender Flusslauf – das ist die Weiße Elster südlich von Leipzig. Seit Jahren gibt es Bemühungen, die Attraktivität des Gewässers zu verbessern, Hindernisse für Wassersportler zu beseitigen. Am Freitag tagte die Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland dazu in Pegau.

Hindernis wird entschärft

Der Ort war nicht zufällig gewählt, bremst die Paddler doch gerade in Pegau eine besonders tückische Wehrschwelle aus. 50 Zentimeter hoch stellt sich eine Barrikade dem Paddelvergnügen hier in den Weg. Ungeübte bringt der Höhenunterschied zum Kentern, andere filmen ihre abenteuerliche Passage.

Die Stadt Pegau heißt Paddler am Schützenplatz mit einem freundlichen Gruß willkommen. Quelle: Simone Prenzel

Zwar bemüht sich die Kommune seit Jahren, die touristischen Potenziale der Weißen Elster zu heben. Eine Einstiegsstelle am Schützenplatz wurde bereits errichtet. Vorüberfahrende grüßt sogar ein freundliches Willkommens-Schild, Infotafel und Caravan-Stellplätze inclusive. Doch das böse Erwachen kommt keine hundert Meter flussabwärts. Hier bremsen besagte Granitsteine die Kanuten unerwartet aus.

Beliebte Tagestour

„Die Wassersportler sind gezwungen, ihre Boote umzutragen“, berichtet Stadtoberhaupt Frank Rösel. Dabei wartet die Weiße Elster geradezu darauf, von Naturliebhabern entdeckt zu werden. Stellenweise verspricht der Fluss Romantik pur. Wer in Pegau ins Kajak steigt, kann bis zum Leipziger Stadthafen gelangen. „Der Kurs 1a des Gewässerverbundes ist fast 28 Kilometer lang und wie geschaffen für eine Tagestour“, wirbt Landrat Henry Graichen.

Wenn, ja wenn als ein Hemmnis nicht die Wehrschwelle in Pegau wäre. Graichen zog sich das Thema als Sprecher der Steuerungsgruppe auf den Tisch, weil der Kurs als wichtige Passage im Neuseenland gilt. Acht Wasserwandertouren werden Besuchern hier empfohlen. Insgesamt zielt das Netz aus Wasserwegen darauf ab, die neuen Seen der Bergbaufolgelandschaft mit Fließgewässern und Kanälen der Stadt Leipzig zu verknüpfen.

LTV übernimmt Bauarbeiten

Pegau nimmt dabei an der Weißen Elster eine Schlüsselstellung ein. „Ein Bootsverleih hat sich bereits angesiedelt“, berichtet Frank Rösel. Auch in Sachsen-Anhalt wächst das Interesse. Mit dem Kanu von Zeitz über Pegau bis nach Leipzig – ein Kurs, der laut Touristikern im Kommen ist.

Die störende Wehrschwelle zu beseitigen, diese Aufgabe nimmt jetzt die Landestalsperrenverwaltung in die Hand. „Es ist nicht damit getan, ein paar Steine aus dem Flusslauf zu entfernen“, begründete Axel Bobbe, Leiter des Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der LTV, in Pegau. Bei genaueren Untersuchungen habe sich herausgestellt, dass die Sohlschwelle sowohl Fließgeschwindigkeit als auch Wasserstand im Stadtgebiet beeinflusst. Bei einem einfachen Rückbau würde sich die Weiße Elster „zu einem reißenden Fluss entwickeln“, prophezeit der LTV-Mann. Erschwerend komme hinzu, dass die Fischereibehörde eine Wassertiefe von 42 bis 52 Zentimeter vorgibt, in der sich Welse und der Atlantische Lachs tummeln sollen. Auch diese Randgenehmigung könnte man mit dem Wegbaggern der Steine nicht mehr erfüllen.

Drei Meter breite Fahrrinne soll entstehen

Die aktuelle Vorzugsvariante sieht deshalb anders aus: In der Mitte der Steinblockade soll eine kleine Fahrrinne entstehen. „Diese soll drei Meter breit sein, so dass Boote bequem passieren können.“ Bei optimalem Verlauf, so Bobbe, könne man vielleicht schon nächsten Sommer mit den Baumaschinen ins Flussbett. In dem Zusammenhang will die LTV auch gleich noch Uferschäden nach dem Hochwasser von 2013 beseitigen. Steffi Raatzsch, Geschäftsführerin des Kommunalen Forums, ergänzte, dass gemeinsam mit Sachsen-Anhalt weitere Ideen zur touristischen Nutzung der Weißen Elster umgesetzt werden sollen. Hier würden die beiden Leader-Regionen eng zusammenarbeiten.

Von Simone Prenzel

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