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Grimma Weiter Schulstreit zwischen Grimma und Colditz
Region Grimma Weiter Schulstreit zwischen Grimma und Colditz
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11:27 26.04.2018
Matthias Berger Quelle: Günther Hunger
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Grimma/Colditz

Wie bereits berichtet, forderte er sie in einem Brief auf, ihr Kind in der Sophienschule anzumelden. Schmiedel wirbt mit dem Ganztagsangebot der Colditzer Mittelschule. Außerdem würden Sponsoren ermöglichen, dass ab kommendem Schuljahr jedes Kind der fünften Klasse mit einem Laptop ausgestattet werden könne. "Neuer Laptop oder neue Schule - das ist eben nicht die Frage", entgegnete gestern Matthias Berger, Oberbürgermeister von Grimma.

Seit Wochen schwelt die Auseinandersetzung um die Zukunft der Bildungsstruktur im südlichen Muldental. Mit einem Ersatzneubau soll der Schulstandort Böhlen für die Zukunft fit gemacht werden. Die kontinuierlichen Anmeldungen von Fünftklässlern in der Einrichtung haben die Stadt Grimma dazu bewogen, die Millionen schwere Investition in eine neue Mittelschule zu schultern. In Colditz kamen diese Pläne ganz schlecht an. Da die Schülerzahlen nach Angaben von Bildungsexperten für beide Mittelschulen in den nächsten Jahren aber nicht ausreichen werden, könnte die Colditzer Mittelschule als staatliche Einrichtung in ihrer Existenz bedroht sein.

"Es ist ein völlig legitimer Anspruch, dass die Stadt Grimma ihre circa 700 Mittelschüler alle in Grimma unter optimalen Rahmenbedingungen bilden möchte", verteidigte Berger die Pläne der Muldestadt. Die von Colditz geforderte Aufgabe des Schulstandortes in Böhlen würde bedeuten, dass mindestens 225 Mittelschüler ab dem Schuljahr 2015/16 nicht mehr in Grimma lernen könnten. "Dies kann doch nicht ernsthaft von uns Grimmaern erwartet werden", so Berger weiter. Er machte wiederholt deutlich, dass nicht der Neubau, sondern die ungünstigen Schülerprognosen Ursache für die Existenzbedrohung von Mittelschulen sei.

Wie Berger im Gespräch mit dieser Zeitung versicherte, sei sein Glaube an eine kooperative Kommunalpolitik im südlichen Muldental erschüttert. So habe ihn die Drohung aus Colditz, die Bewilligung von Fördermitteln für ein neues Schulhaus zu verhindern, sichtlich getroffen. Er wirft seinem Amtskollegen, mit dem er bislang im Kreistag den Schulterschluss probte, Unehrlichkeit vor. "Die Colditzer Seite hatte Grimma eine Standortprüfung an der Nordostperipherie der Stadt empfohlen", erinnerte Berger das Stadtoberhaupt von Colditz. Bei dem Vorschlag, ehemalige Gebäude für eine Schule in Mutzschen zu revitalisieren, hätten die Colditzer die Nähe zur Mittelschule Wermsdorf völlig ausgeblendet. "Heute machen sich die Colditzer erstaunlicherweise Sorgen um die Wermsdorfer", stellte Berger fest. Schmiedel hatte unlängst bekräftigt, gemeinsam mit Kommunalpolitikern in Wermsdorf und Leisnig gegen den Schulneubau in Böhlen zu kämpfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.02.2013

Birgit Schöppenthau

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