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Grimma Weitere Wohngebiete und mehr Wald – Trebsen feilt an neuem Flächennutzungsplan
Region Grimma Weitere Wohngebiete und mehr Wald – Trebsen feilt an neuem Flächennutzungsplan
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00:19 26.07.2017
Der Landwirtschaftsbetrieb Kupfer in Neichen aus der Luft. Die Stadt will ihn unterstützen, spricht sich aber gegen weitere Flächen für die gewerbliche Tierhaltung aus. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

Einen neuen Flächennutzungsplan (FNP) entwirft momentan Trebsen – umfassen soll er erstmals alle heutigen Ortsteile. Mit ihm will sich die Stadt eine Richtschnur für die Entwicklung der nächsten 15 bis 20 Jahre geben. An einigen Punkten hakt es aber, weshalb das Papier noch einmal öffentlich ausgelegt werden muss.

Das alte Dokument stammt von 1998 und umfasste nur Trebsen, Seelingstädt und Neichen. Altenhain, das im Jahr darauf eingemeindet wurde, hatte es bis dahin nur zum Entwurf eines solchen Plans gebracht. Jetzt soll alles in einem Topf verschmelzen. Ein überfälliger Schritt, denn der Gesetzgeber fordert, den FNP alle 15 Jahre fortzuschreiben. Konkret geht es im Trebsener um die Schwerpunkte Wohnbebauung, Gewerbe, Landwirtschaft und Naturschutz.

Die Wohnbebauung

„Unsere Bevölkerung schrumpft“, sagt Bauamtsleiterin Marika Haupt, die im Rathaus für den Flächennutzungsplan zuständig ist. „Wir müssen also Menschen zu uns ziehen.“ Um Platz für Einfamilienhäuser zu schaffen, hörte sich die Verwaltung um, ob jemand Flächen anbieten kann. „Viele wollen aber ihre Grundstücke für Enkel oder die eigene Altersvorsorge bewahren“, so Haupt. „Deshalb brauchen wir Wohngebiete.“ Im FNP wurden nun einige fixiert. Für jenes Am Froschteich ist die Planung schon fortgeschritten. Weitere vorgesehene Standorte befinden sich am Blumenweg in Trebsen und südlich der Hauptstraße in Altenhain. Vier bis sechs Einfamilienhäuser ließen sich Am Bahnhof in Seelingstädt errichten. Kleinere Flächen für zwei bis drei Gebäude kommen an der Leulitzer und Ammelshainer Straße in Frage.

Das Gewerbe

„Als Kleinstadt sind wir mit Großbetrieben wie Schulte, Mondi, Stahlgruber, Getreidewirtschaft und Steinbrüchen gut in Sachen Gewerbe bestückt“, urteilt Haupt. Ziel sei es, diesen Bestand zu erhalten. Die Erfahrung habe gezeigt, dass keine neuen Interessenten Gewerbeflächen nachfragen. Deshalb werde im FNP nur ein offenes Areal im Industriegebiet Pauschwitz verankert. Ein Teil davon wurde allerdings schon nach dem Hochwasser von 2013 bebaut, so dass lediglich 8000 Quadratmeter übrig bleiben, auf denen sich noch jemand ansiedeln kann. „Sollte sich unerwartet ein höherer Bedarf an Flächen ergeben, könnten wir allemal noch weitere ausweisen; dann müsste aber der Flächennutzungsplan geändert werden“, gibt sich Haupt offen.

Eine freie Fläche gibt es noch im Pauschwitzer Industriegebiet. Hier kann sich ein Unternehmen ansiedeln. Quelle: Frank Schmidt

Trebsen sieht im FNP keine Gebiete für zusätzliche gewerbliche Tierhaltungen vor. Es soll bei den beiden Großbetrieben Kupfer sowie Schweinehaltung Dahl im Ortsteil Neichen bleiben. „Sie wollen wir aber unterstützen und erhalten“, betont Marika Haupt.

Der Naturschutz

„Wo es angebracht ist, wollen wir kleinere Grün- und Waldflächen anlegen – natürlich immer in Abstimmung mit den Landeigentümern und Nutzern“, kündigt Haupt an. Dass betreffe zum Beispiel Areale am Schneiderteich entlang der Straße von Trebsen nach Altenhain und in der Muldenaue Walzig, die schon im alten FNP ausgewiesen waren. Neu aufgenommen wurde ein Gebiet zwischen der Trebsener Wohnbebauung und dem Gewerbegebiet Seelingstädter Straße. Dort soll ein Wald entstehen, wobei die Trasse für eine städtische Ortsumgehung frei gehalten wird. Diese Entlastungsstraße, mit der die B 107 am Zentrum vorbei geleitet würde, wünscht sich die Stadt, und sie ist auch im Landesentwicklungsplan verankert. Niemand weiß aber, ob sie jemals gebaut wird.

An der Seelingstädter Straße bietet sich ein Gebiet für die Bewaldung an. Quelle: Frank Schmidt

Die Folgen für Bürger

Beim FNP handelt es sich um eine unverbindliche Bauleitplanung, die lediglich langfristige Absichten der Stadt detailliert darstellt. Der Bürger kann sich darauf nicht berufen, wenn er zum Beispiel ein Einfamilienhaus auf einer der ausgewiesenen Flächen errichten möchte. „Dafür bedarf es weiterhin eines Bauantrags an uns“, erklärt Marika Haupt. Es folge der übliche Behördengang.


Mit allen Bedenken von Behörden, Verbänden und Bürgern hat sich der Technische Ausschuss von Trebsen befasst. Damit hätte der neue Flächennutzungsplan im Stadtrat beschlossen werden können. Doch es bedarf noch vier Änderungen. Aus dem Dokument war fälschlicherweise das Wohngebiet Am Froschteich gelöscht worden, es muss wieder aufgenommen werden. In Altenhain hat ein Einwohner einen Kleinbauernhof gegründet, weshalb ein Areal im Wohngebiet als Mischfläche eingestuft werden muss. Ein anderer Altenhainer will Kleintiere im Außenbereich halten, auch dieses Gebiet muss im Plan aufgenommen werden. Und der ehemalige Hochwasserdeich im Schlosspark Trebsen muss nach erfolgter Umwidmung als Wall ohne Schutzfunktion eingestuft werden. Zu diesen vier Punkten können Bürger Einwände vorbringen, wenn der Plan nochmals im Rathaus ausliegt – vom 20. August bis 29. September. Beschließt daraufhin der Stadtrat den FNP und nickt ihn das Landratssamt ab, tritt er voraussichtlich 2018 in Kraft.

Von Frank Pfeifer

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