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Grimma Welcome to Trebsen: Eine Stadt zwischen Whisky und Wahnsinn
Region Grimma Welcome to Trebsen: Eine Stadt zwischen Whisky und Wahnsinn
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00:17 12.09.2017
Keine Highland Games ohne Dudelsackspieler: Die Pipe-Bands gehören zum dreitägigen Spektakel wie Bier und Weißwurst zum Oktoberfest. Quelle: (C) Dirk Knofe, jegliche kommerzielle Nutzung des Bildes ist honorar- und mehrwertsteuerpflichtig, Autoren-Nennung gem. §13 Urh
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Trebsen

Der britische Botschafter, Sir Sebastian Wood, ist offizieller Schirmherr. Der Union Jack weht neben der Schottlandflagge. Es gibt Whisky und Haggis. Schäferhunde und Hochlandrinder. Baumstämme fliegen, Dudelsäcke tönen. Letztere sogar beim Gottesdienst in der Kirche (Sonntag 10.15 Uhr). Welcome to Trebsen! Ein Wunder, dass in der kleinen Stadt an der Mulde noch immer kein Linksverkehr herrscht.

Vom 15. bis 17. September steigen auf Schloss Trebsen die 17. Internationalen Highland Games. Tausende Aktive und Besucher werden erwartet. Hotels und Pensionen sind so gut wie ausgebucht. Das Spektakel gilt als größtes schottisches Event in ganz Deutschland. Mit Falknershow, Schafehüten und Militärtänzen sucht es selbst auf der Insel seinesgleichen.

Very British! Sein Name ist Programm: Trebsens Schlossherr (Jochen) Rockstroh, er heißt wirklich so, kommt im Schottenrock und wuchtet den Strohsack. Steinstoßen, Tauziehen, Fassrollen – 22 Amateurteams aus Deutschland und Österreich messen ihre Kräfte (Sonnabend ab 12 Uhr). Einen Tag später, 10 Uhr, die Championships der Profis. 25 „Heavies“ aus Deutschland, Schottland, Ungarn, Polen, Japan und der Schweiz entern die Arena. Back to the Roots – zurück zu den Wurzeln! Trebsen erlebt die wahren Olympischen Spiele. Toben statt dopen!

Einer der Höhepunkte – die Internationalen Meisterschaften der Dudelsackspieler. Pipe-Bands aus mehreren europäischen Ländern treten am Sonnabend (ab 13 Uhr Festwiese) sowie am Sonntag (ab 10 Uhr Innenhof und Schlossvorplatz) in Wettstreit. Unter den Augen schottischer Kampfrichter! Ein Muss: der große Einmarsch mit Pfeifen und ohne Trompeten (Sonnabend 11.30 Uhr).

Zur feierlichen Eröffnung erwartet wird Kerstin Rath, Handelsattaché an der britischen Botschaft in Berlin. Die Frau vom Department for International Trade bezeichnet die Highland Games in Trebsen als eines ihrer liebsten Kinder. Ob sie den Cheforganisator Uwe Schimmel vom veranstaltenden Rittergutsverein in den Adelsstand erhebt und sich dieser fortan Sir nennen darf – abwarten und Tee trinken. Schimmel ist Schottland-Fan. Seit der Wende fährt er mit seiner Steffi jedes Jahr auf die Insel. „Wir lieben den Folk, der mindestens so schnell ins Blut geht wie der Whisky. Wir lieben die Tänze, na und die Dudelsäcke.“ Natürlich habe er sich einen Dudelsack gekauft, gesteht Schimmel. Wie sage der Schotte so treffend: Die ersten sieben Jahre lernt man Dudelsackspielen, dann fängt man, Dudelsackspielen zu lernen.

Drei Tage, drei Bühnen: Schottische und irische Folkmusik der Spitzenklasse. Dazu Irish Stepdance und Mäc Geiz. Von wegen sparsame Schotten. Neben Fish & Chips werden 300 Sorten Whisky aufgefahren. Erwachsene zahlen für die Tageskarte zwölf Euro (Kinder von 11 bis 14 fünf Euro), für das gesamte Wochenende 17 Euro (Kinder von 11 bis 14 neun Euro). Besucher bis zehn Jahre haben freien Eintritt. Gratis für alle ist auch der Schnupperabend am Freitag

Die von der Leipziger Volkszeitung unterstützten Highland Games – ein Medienereignis: Kabel 1, Sputnik und der Sachsenspiegel schicken genauso Reporter wie erstmals auch die ruhmreiche BBC. Falls der Kollege aus Schottland glaubt, an den drei tollen Tagen gilt Linksverkehr – nicht so schlimm: Trebsen hat viele Einbahnstraßen, da ist’s rum wie num.

Von Haig Latchinian

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