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Grimma Welkom bij Grimma – Holländer nehmen Flutwall in Augenschein
Region Grimma Welkom bij Grimma – Holländer nehmen Flutwall in Augenschein
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16:43 09.02.2017
An der Mühle wird den Holländern gezeigt, wie sich das größte Fluttor schließt. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma

Welkom bij Grimma! Niederländische und deutsche Fähnchen schmückten am Donnerstag die Tische von Ratskeller und Rathaussaal. Denn die Muldestadt war ein Tag lang Gastgeber für etwa 90 Unternehmer und Wissenschaftler beider Länder aus dem Bereich des Hochwassermanagements.

Das „Meet the Dutch“ genannte Forum ist eingebettet in den viertägigen Besuch des holländischen Königspaars Willem-Alexander und Máxima in Mitteldeutschland. Die royalen Gäste werden von einer Wirtschaftsdelegation verschiedener Branchen begleitet, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und Kontakte zu knüpfen. Aufgrund der zwei Flutkatastrophen und der aufwendigen Schutzanlage, die derzeit entsteht, bot sich Grimma als idealer Veranstaltungsort für das Thema Hochwassermanagement an. So verließen die Tagungsteilnehmer am Mittag auch die Tische, um sich Schutzmauer und Brunnen mit eigenen Augen anzusehen.

Während die Holländer in Grimma ohne ministeriale Verstärkung anreisten, fand sich für die deutsche Seite Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) im Rathaussaal ein. Bevor er ans Rednerpult trat, machte Oberbürgermeister Mattias Berger (parteilos) die Fachleute mit Grimmas Historie und Gegenwart bekannt und erläuterte den neuen Flutschutz. Und das im besten Englisch. Wie zu vernehmen war, hatte er tags zuvor extra noch mal seinen Vortrag in der Fremdsprache geübt.

Minister Schmidt baute dann aber auf die Deutschkenntnisse der hochkarätigen holländischen Gäste, in deren Namen sich Delegationsleiter Frank Goossensen von Arcadis Europe für die Gastfreundschaft bedankte. Mit dem Beispiel Grimma könne Sachsen seine Bemühungen im Bereich des Hochwasserschutzes besonders deutlich machen, so Schmidt. 46 Millionen Euro seien dafür bislang in der Stadt investiert worden. Die Herausforderung sei dabei, den Schutz gestalterisch ins Ensemble der Altstadt einzupassen. Da komme es schnell zu Konflikten mit dem Denkmalschutz. In Grimma sei es beispielgebend gelungen, sagte Schmidt, den Anspruch des Wasserbaus mit Umweltschutz- und städteplanerischen Aspekten zu verbinden.

Die Hochwasserkatastrophe 2002 in Sachsen mit 8,6 Milliarden Euro Schaden und 21 Todesopfern habe zum Umdenken geführt, sagte Minister Schmidt. Seitdem werde die Schaffung von Retentionsraum für die Flüsse vorangetrieben, um ihnen mehr Platz zu geben. „Aber in unserem dicht besiedelten Land ist das schwer möglich, deshalb brauchen wir auch technischen Hochwasserschutz.“ Von 2002 bis 2015 seien in Sachsen 2,4 Milliarden Euro in den Flutschutz und die Beseitigung von Schäden an den Gewässern investiert worden. „Bis 2021 planen wir weitere 640 Millionen Euro.“

In Grimma entsteht seit 2007 entlang der Mulde ein rund zwei Kilometer langer Flutschutz. Die 800 Jahre alte Stadtmauer und eine Reihe von Gebäuden waren denkmalgerecht in die Linie einzubinden. Mehr noch: Wegen des durchlässigen Untergrunds musste die Mauer bis zu zwölf Meter tief auf den Fels gegründet werden. Ein Brunnensystem soll im Ernstfall das Grundwasser tief halten.


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Von Frank Prenzel

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