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Grimma Welle am Drogeriemarkt erzürnt die Grimmaer
Region Grimma Welle am Drogeriemarkt erzürnt die Grimmaer
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11:09 08.09.2018
Die Blechverkleidung beim künftigen dm-Drogeriemarkt in Grimma erregt die Gemüter. Der Bauherr hat nach Protest der Stadt einen Tausch des Materials in Aussicht gestellt. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Die Verblendung am künftigen Drogeriemarkt auf dem Volkspaltz in Grimma erregt die Gemüter und sorgt für Gesprächsstoff. In einem Brief an die Leipziger Volkszeitung wagte Christian Krafczyk sogar voller Ironie den Vergleich mit der Leipziger „Bemmbüchse“, die eine Tochter nun auch in Grimma habe. Der Markt gleiche einem Industriezweckbau und widerspreche dem Umfeld nahe des historischen Stadtkerns, so die Argumentation des Christdemokraten.

Kommunalpolitiker sprechen von einem Schuppen

Zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses brachte Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) das leidige Thema auf den Tisch. „Ich werde von Bürgern fast beschimpft, was wir auf dem Volkshausplatz für eine Blechbüchse bauen würden“, fasste er seinen Unmut in Worte. Vor allem die Deckleisten erinnerten an einen Schuppen, so der Kommunalpolitiker. Er meine, die jetzige Gestaltung in den Projektzeichnungen nicht gesehen zu haben.

Verwaltung fordert Bauherr zum Tausch auf

In den einst vorlegten Plänen sei dunkel-eloxiertes Blech zu sehen gewesen, sprang ihm Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) bei. „Es sieht jetzt ein bisschen aus wie eine ausgeleckte Fischbüchse“, setzte der Rathauschef noch eins drauf. Nach kritischen Anmerkungen der Stadt habe der Investor inzwischen zugesagt, die Bleche auszutauschen, verkündete er eine „freudige Botschaft“. „Dann ist es so wie beschlossen und entkrampft die Sache.“ Die Gestaltung des künftigen Rewe-Marktes sei ordentlich, sagte Berger und fand damit Zustimmung im Ausschuss.

Planungsbüro signalisiert Bereitschaft

Stefan Martin vom Borsdorfer Ingenieurbüro Martin bestätigte auf LVZ-Anfrage den Wechsel. Noch in diesem Monat werde die jetzige Welle abgeschraubt und durch eine anthrazitfarbene ersetzt. Aus der jetzt silbernen werde eine fast schwarze Gestaltung. „Wir haben die Kritik ernst genommen“, so der Planer. Seinen Worten zufolge gab es keine Pläne zur Gestaltung, sondern eine Computer-Animation mit dunkler Verblendung.

Die Welle stellt keinen Fassadenschmuck dar, sondern dient der Dachverkleidung. Ihre Höhe ergebe sich aus den statischen Notwendigkeiten, erläutert Martin. Das geneigte Holzdach liege auf einer stützenfreien Konstruktion.

Neuer Einkaufsmarkt öffnet in wenigen Wochen

Seinen Worten zufolge ist Anfang November mit der Eröffnung von Rewe- und dm-Markt zu rechnen. Das Ziel sei sportlich. Der Lebensmittelmarkt wird eine Verkaufsfläche von 1850 Quadratmeter haben, der Drogeriefachmarkt von 700. Beide Gebäude ragen sieben Meter in die Höhe und stehen auf dem Gelände des abgerissenen Jahnstadions. Das Borsdorfer Büro ist im Auftrag von Klaus Landau aus Kleinmachnow tätig, der als Großinvestor auftritt und für den Bau mit dem regionalen Partner Sven Röh zusammen arbeitet.

Von Frank Prenzel

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