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Grimma Wenig Interesse an später Betreuung: Kitas im Landkreis Leipzig halten sich zurück
Region Grimma Wenig Interesse an später Betreuung: Kitas im Landkreis Leipzig halten sich zurück
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17:47 04.10.2016
Unbeschwerter Alltag für den Nachwuchs in der Kindereinrichtung. Der Bund macht jetzt den Weg für für längere Betreuung. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Trotz finanzieller Förderung bleiben Kindereinrichtungen im Landkreis Leipzig weitgehend bei ihren traditionellen Öffnungszeiten. Nachdem der Bund mit dem Förderprogramm Kita plus Anfang dieses Jahres die Weichen für eine längere Betreuung in Kindertagesstätten und in der Tagespflege stellte, ist die Bornaer Einrichtung Neues Leben in die Offensive gegangen. Andere Kommunen verzichten darauf, die Einrichtungen länger zu öffnen. Wie Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) erklärte, wird in Borsdorf der Bedarf an später Kinderbetreuung nicht gesehen. „Wir haben uns nicht um entsprechende Fördermittel bemüht. Es kommt äußerst selten vor, dass Eltern nach einer Ausweitung der Öffnungszeiten fragen“, sagte Martin.

Das ist in der Flächenkommune Grimma offensichtlich anders. „Der Bedarf an verlängerten Öffnungszeiten wurde im Zuge des Bundesprogramms Kita-Plus abgefragt“, sagte Sebastian Bachran, Sprecher der Stadtverwaltung. Eltern, die auf verlängerte Öffnungszeiten bis in den Abend zurückgreifen müssten, würden ihren Nachwuchs in der Schwerpunkt-Kindertagesstätte „Zwergenland“ – eine Einrichtung mit Angeboten für Sprachen und Integration in Grimma-West – bis 20 Uhr in guter Obhut wissen. Durchschnittlich öffnen die kommunalen Kindertagesstätten laut Bachran elf Stunden. Je nach Bedarf können in einzelnen Einrichtung auch verlängerte Öffnungszeiten angeboten werden.

Aber die Stadt sei bereits seit vielen Jahren laut Bachran bemüht, das Angebot in den Kindereinrichtungen attraktiv zu halten und würde dabei auf europäische und Bundesfördermittel zurückgreifen. Über das Programm „Offensive frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ werde die Einrichtung in Grimma-West schon länger gefördert. Zusätzliche Fachkräfte mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung verstärkten das Betreuer-Team. Am Programm „Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“ beteiligen sich die Kindertagesstätten „Zwergenland“ in Mutzschen und „Kleine Strolche“ in Dürrweitzschen. Aus dem Bundesprogramm „Kinder lösen Konflikte selbst“ erhalten unter anderem die Einrichtungen „Krümelburg“ Haubitz, die Kindertagesstätte „Gans schön fit“ in Nerchau, der Hort „Pfiffikus“ am Platz der Einheit und die Einrichtung Sprungbrett am Steingarten eine Förderung. „In Grimma erhalten alle Eltern, die es wünschen, einen Platz für den Nachwuchs in einer Kindertagesstätte“, so Bachran. Allerdings sei es nicht immer möglich, dass die Kind in der favorisierte Einrichtung betreut werden könnten.

Die Stadt Borna befindet sich derzeit als einzige Kommune im Landkreis Leipzig auf der Standortkarte des Bundes für Kita plus. Mit ihrer Kindertagesstätte Neues Leben steht die Kommune in den Startlöchern für ein verlängertes Betreuungsangebot. Sollte es den Bedarf geben, könnte die Einrichtung in der Haulwitzer Straße an Werktagen bis 20 Uhr und sonnabends bis 16 Uhr öffnen. Der Fördermittelantrag beim Bundesprogramm Kita plus sei bereits bestätigt, sagt Stadtsprecher Hans-Robert Scheibe. Jetzt müsse ermittelt werden, ob das Angebot auf Nachfrage stoße. Eltern, die den Bedarf sehen, sollten sich daher an ihre Kita-Leiterin wenden oder an den städtischen Fachdienst für Kindereinrichtungen. Unabhängig vom Kita plus bieten die drei Kindertagesstätten und zwei Horte in städtischer Trägerschaft schon jetzt Betreuungszeiten bis 17 Uhr an. Bei Nachweis des tatsächlichen Bedarfs können Kinder sogar bis 19 Uhr in den Einrichtungen bleiben.

Wie das Landratsamt in Borna bestätigte, organisieren die Kommunen das über Kita plus geförderte Angebot selbstständig. „In die fachlichen und wirtschaftlichen Überlegungen ist das Jugendamt momentan noch nicht einbezogen“, sagte Behördensprecherin Brigitte Laux. Sollte sich der Bedarf für dieses Angebot beispielsweise in Borna bestätigen, dann werde das Jugendamt diesen Prozess selbstverständlich unterstützen.

Von Birgit Schöppenthau

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