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Grimma Wenn Brauchtumsfeuer zur Müllverbrennung werden – Trebsener reduzieren Tradition
Region Grimma Wenn Brauchtumsfeuer zur Müllverbrennung werden – Trebsener reduzieren Tradition
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00:21 08.02.2018
Brauchtumsfeuer oder Müllverbrennung: Weil deutlich erkennbar auch Müll und Baustoffe in Flammen aufgehen, gibt es eine heiße Debatte um die Feuer. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen

So manch einer in und um Trebsen hat zum Jahresbeginn das Neujahrsfeuer vermisst, welches in vergangenen Jahren einer guten Tradition folgend auf der Betonplatte in der Wurzener Straße abgebrannt worden ist. Veranstalter war bisher immer der Feuerwehr-Förderverein, der damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat. Zum einen wurde im neuen Jahr in geselliger Runde ein erstes Stelldichein der Einwohner zelebriert, zum anderen akquirierte der Förderverein damit finanzielle Einnahmen für sich, um die Arbeit der Floriansjünger zu unterstützen. Aber: „Wir mussten feststellen, dass diese Form der Lagerfeuer immer mehr zur Müllverbrennung geworden ist, mit allen negativen Folgen für Mensch und Umwelt“, macht Romy Sperling im städtischen Hauptamt keinen Hehl aus ihrem Ärger. „Grundsätzlich sind wir für Brauchtumsfeuer, wie sie mit der Baumverbrennung oder auch mit dem Osterfeuer veranstaltet werden und haben das auch nicht unterbunden. Vielmehr hat der Feuerwehrverein selbst die Verantwortung dazu abgelehnt, weil eben nicht nur Weihnachtsbäume zur Verbrennung abgelagert werden, sondern die Leute so unvernünftig sind und inzwischen alles Mögliche angeschleppt haben. Und das ist für den Veranstalter mit Ärger verbunden, der dafür haftet“, weitet Sperling den Blick für den rechtlichen Aspekt. Es müssten also Leute zur Verantwortung gezogen werden, die eigentlich etwas Gutes für die Gesellschaft auf die Beine stellen würden. „Und das Problem haben wir auch in Neichen, wo sogar Bauschutt abgelagert wurde“, fügt die Hauptamtsleiterin an und gibt zu bedenken, „dass die Kameraden letztendlich auch für die ordnungsgemäße Entsorgung der Überbleibsel verantwortlich sind. Das kann man von den Leuten im Ehrenamt nun wirklich nicht verlangen.“

Mitnichten möchte Sperling nur die einheimische Bevölkerung an den Pranger stellen. „Die Feuerstellen in Trebsen und Neichen liegen beziehungsweise lagen an öffentlichen Straßen, da hat sich bestimmt auch so manch Ortsfremder eingeladen gefühlt, bei Nacht und Nebel sein Zeug zu entsorgen. Das sind also nicht nur Trebsener, davon gehe ich mal aus.“ Während in den Ortsteilen Seelingstädt und Altenhain dieses Problem nicht besteht. „Da ist die Disziplin der Leute eine andere und dort hat es Neujahrsfeuer gegeben, ohne dass es eine Müllverbrennung war“, stellt Sperling erfreut fest. Allerdings müssen Freunde und Anhänger des Feuerwehr-Fördervereins zukünftig nicht auf das gesellige Beisammensein an Neujahr oder Ostern verzichten. „Die Kameraden haben ihr Lagerfeuer in einer Feuerschale hinter dem Gerätehaus abgebrannt und ebenfalls in geselliger Runde Glühwein und Bratwurst angeboten“, sagt Sperling und ließ durchblicken, dass darin für den Feuerwehr-Förderverein die Zukunft der Brauchtumsfeuer in Trebsen liegen wird.

Von Frank Schmidt

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