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Grimma Wer soll das bezahlen? Im Landkreis fehlen hunderte Kita-Plätze
Region Grimma Wer soll das bezahlen? Im Landkreis fehlen hunderte Kita-Plätze
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14:28 19.05.2015
In den Kitas muss angebaut werden - es werden mehr Plätze gebraucht. Das neue Klettergerüst im Grimmaer "Zwergenland" ist dazu keine Alternative. Quelle: Thomas Kube

Allerdings steht noch nicht fest, wie viel Geld Sachsen dafür erübrigen will. Der Landtag befasst sich am Donnerstag mit dem Haushalt. Sich bekannt haben dagegen der Bund - er gibt 1,6 Millionen Euro, aber nur für Krippen - und der Landkreis selbst, der in diesem und im nächsten Jahr je 290 000 Euro zur Verfügung stellt. Geld, das angesichts des Investitionsbedarfs bei weitem nicht reichen wird. Zumal man damit rechnen müsse, dass der Freistaat weniger beisteuere als bisher, sagt Jugendamtsleiter Thomas Pfeifer: Die Enttäuschung bei den Kommunen und bei uns ist groß." Zumal ja nicht nur in den Neubau investiert werde müsse, sondern auch in den Erhalt der vorhandenen Kindereinrichtung. Angesichts dessen bleibe für die Kommunen, je nach Finanzkraft tiefer in das eigene Säckel zu greifen.

Für die gesamte Planung der Kinderbetreuung ist das Jugendamt des Landkreises zwar verantwortlich, doch geht das nur in enger Abstimmung mit allen Kommunen. Der Jugendhilfeausschuss befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung mit dem 200 Seiten umfassenden Dokument. "Wir müssen den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz umsetzen. Das ist Ziel dieser Planung, und das ist uns bisher gelungen", so Pfeifer.

Die Geburtenrate liege im Landkreis im Jahr bei 1900 bis 2000 Mädchen und Jungen relativ konstant: "In den einzelnen Kommunen aber sieht das mitunter ganz anders aus." Rein statistisch gebe es mit 102 Prozent ein paar Krippen- und Kindergartenplätze mehr als nötig, doch der globale Blick tauge nur bedingt. Denn es gebe zahlreiche Kommunen, wo unbedingt Plätze geschaffen werden müssten. Die Herausforderung bestehe darin, allen Eltern, die das wünschten, einen geeigneten Platz für ihren Sprössling anbieten zu können; andererseits dürfe man keine Überkapazitäten produzieren.

"Der Rechtsanspruch motiviert, die Eltern, ihre Kinder in einer Einrichtung betreuen zu lassen", sagt Ingrid Leutelt, die gemeinsam mit Annett Pöhnert für die Planung verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus gibt es Städte mit hohen Geburten- und Zuzugszahlen. Markkleeberg etwa sei hierfür ein markantes Beispiel, und dennoch müssten hier weitere 80 Plätze in der Krippe und 70 im Kindergarten entstehen. Groß sei der Druck auch in Borna, wo 80 Krippenplätze fehlten; doch für ein neues Gebäude sei inzwischen der Grundstein gelegt. Hohen Investitionsbedarf sieht die Planerin außerdem in Markranstädt (28 Krippenplätze, 54 Kindergartenplätze), Wurzen und Brandis (je 20 Krippenplätze), Pegau (16 Krippen-, 22 Kindergartenplätze). In kleinerem Maßstab müssten Rötha und Naunhof erweitern. Im vergangenen Jahr wurden neue Einrichtungen in Tautenhain Kühren, Großbothen und Niedergräfenhain eröffnet; Erweiterungen gab es unter anderem in Machern und Böhlen.

Zwei Schwerpunkte für die nächste Zeit setzten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses: Die Betreuung von Flüchtlingskindern in den Einrichtungen werde zunehmen; dem müsse man Rechnung tragen. Zum anderen gewinne der Inklusionsgedanke - den Erfordernissen aller Kinder gerecht zu werden, ohne spezielle Einrichtungen dafür zu schaffen - breiteren Raum.

Im Landkreis gibt es 205 Kindereinrichtungen. Mehr als die Hälfte befinden sich in der Trägerschaft von Vereinen und Wohlfahrtsorganisationen. Außerdem bieten Tagesmütter und -väter 190 Betreuungsplätze an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.04.2015
Ekkehard Schulreich

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