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Wie groß ist Trebsens Plegeheimbedarf? Streit um Neubau flammt wieder auf

Wie groß ist Trebsens Plegeheimbedarf? Streit um Neubau flammt wieder auf

Gescheitert ist Manfred Müller von der Bürgerinitiative für eine sichere Zukunft in dieser Woche im Stadtrat mit seinem Versuch, den Bau des Seniorenpflegeheims Trebsen kurz vor Ultimo zu verhindern.

Er hatte das gesamte Gremium gegen sich, das eine weitere und damit vielleicht die letzte bürokratische Hürde zur Umsetzung des Vorhabens nahm.

Müller, der zugleich Leiter des Altenpflegeheims im Ortsteil Seelingstädt ist, sieht seine Einrichtung und damit 40 Arbeitsplätze in Gefahr. "Sachsen sagt, dass rund drei Prozent der über 65-jährigen Menschen pflegebedürftig werden. In Trebsen haben wir 1000 Leute, die älter als 65 sind. Also müssen wir von 30 Pflegebedürftigen ausgehen", rechnete er vor. Da der Trend dahin gehe, die Betroffenen länger zu Hause zu behalten, könne der Bedarf an Heimplätzen sogar noch weiter sinken.

In Seelingstädt, so Müller, stünden 35 Plätze zur Verfügung. "Dieses Heim reicht also für Trebsen und seine Ortsteile aus", sagte er. "Wir dürfen nicht, nur weil wir in der Stadt ein Wunschprojekt haben wollen, ein anderes Heim plattmachen, das mit Fördermitteln von Bund und Land bezahlt worden ist."

Gegen eine solche Grundsatzdiskussion nach langer Zeit der Ruhe sprach sich Bürgermeister Stefan Müller (CDU) aus. Der Stadtrat habe sich bereits für den Neubau entschieden. Jetzt gehe es nur noch darum, die Planung an einige Forderungen übergeordneter Behörden anzupassen. Bauamtsleiterin Marika Haupt bezeichnete diese amtlichen Hinweise als nicht mehr wirklich relevant.

Genau das bezweifelte Manfred Müller. Er verwies auf die Stellungnahme des Regionalen Planungsverbandes Leipzig-Westsachsen, der geäußert hatte, dass Trebsen keine Zahlen für den Bedarf eines neuen Pflegeheims vorgelegt habe. "Genau solche Zahlen hat unsere Bürgerinitiative schon vor einem Jahr von der Stadtverwaltung gefordert, und sie liegen uns bis heute nicht vor", kritisierte er.

Das wollte Marika Haupt nicht so stehen lassen. "Die Zahlen sind zwischenzeitlich allen Abgeordneten zugegangen. Sie müssen sie in ihren Unterlagen haben", entgegnete sie. "Sie besagen, dass, selbst wenn wir das neue Heim bauen, in Trebsen immer noch ein Defizit an Plätzen besteht." Im Übrigen erkläre der Planungsverband in seiner Stellungnahme gleichzeitig, er habe keine Bedenken mehr gegen den Neubau. Auch mit anderen Behörden sei das Vorhaben abgestimmt.

So gab der Stadtrat - bei einer Gegenstimme - grünes Licht für die jetzige Satzung zum Bau des Heims zwischen Seilergasse und Friedhof. "Der Plan muss nun im Amtsblatt veröffentlicht und im Landratsamt zur Genehmigung eingereicht werden", schilderte Marika Haupt. Das ehrgeizige Ziel, schon in dieser Woche mit dem Bau zu beginnen, lässt sich also nicht halten.

"Wir hoffen aber, den ersten Spatenstich noch in diesem Jahr setzen zu können", so Jana Berentzik, Verwaltungsleiterin Sachsen des gemeinnützigen Vereins Internationales Bildungs- und Sozialwerk und künftige Heimleiterin, im Nachgang gegenüber der LVZ. "Am Donnerstag haben wir ein Gespräch mit dem Landratsamt, in dem Details geklärt werden sollen." Berentzik sieht den Bedarf an einem neuen Heim gegeben. "Wir haben so viele Anmeldungen, dass wir schon eine Etage belegen könnten." In dem Haus sollen auf drei Stockwerken 68 Plätze entstehen. ©Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.09.2015

Frank Pfeifer

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