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Grimma Wirtschaft lahmt in Belgershain
Region Grimma Wirtschaft lahmt in Belgershain
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14:39 05.07.2017
Genau rechnen muss Belgershain. Die Gewerbesteuern sprudeln nicht, deshalb konzentriert sich die Gemeinde auf wesentliche Investitionen. Quelle: dpa
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Belgershain

Während rundherum die Wirtschaft floriert, will die Konjunktur in Belgershain einfach nicht in die Gänge kommen. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) erkennt das an den mäßigen Gewerbesteuereinnahmen der Kommune. Sie machten es ihm und der Kämmerei schwer, dieses Jahr wieder einen runden Haushalt hinzubekommen, ohne ans Eingemachte zu gehen.

Vor Hagenow liegt der Haushaltsplan für dieses Jahr, den der Gemeinderat soeben zügig durchgewunken hat. „Wir gehen von reichlich 400 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen aus. Das ist rund die Hälfte von dem, was wir vor sechs, sieben Jahren erhielten“, erklärt er. „Ich hatte mehr erhofft, denn von ganz Deutschland hört man, dass die Wirtschaft brummt.“

Warum Belgershain eine Ausnahme macht, vermag er nicht zu sagen. Die Sätze für Gewerbe- wie auch Grundsteuer will er trotzdem in diesem Jahr noch stabil halten. Durchblicken lässt er aber: „Wir haben schon lange nicht mehr an der Schraube gedreht. Über kurz oder lang werden wir nicht darum herumkommen.“ Zurzeit liegen die Sätze nach seinen Worten im Landesdurchschnitt.

Gestiegen sind bereits zum 1. Januar die Elternbeiträge für Kindereinrichtungen, wie es der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen hatte. Im nächsten Jahr wird es noch einmal eine Anhebung geben. „Das sind Größenordnungen, die helfen, aber unseren Haushalt nicht retten“, sagt Hagenow, der froh ist, nur rund 350 000 Euro aus den Rücklagen entnehmen zu müssen.

Mit diesen Eigenmitteln sollen die Investitionen abgesichert werden, allerdings lassen sich nur die nötigsten umsetzen. Nicht alle Einsatzkräfte der Threnaer Feuerwehr finden beim Ausrücken Platz im Löschfahrzeug. Deshalb soll dieses Jahr für 55 000 Euro ein zweites Auto angeschafft werden – die Hälfte des Geldes werden als Fördermittel erwartet. „Die Kameraden holen gerade Angebote ein“, sagt der Bürgermeister. „Auf dem Gelände am Gerätehaus ist die Garage für den Mannschaftswagen bereits gebaut.“

Die Umgestaltung des Belgershainer Pfarrteichs zum regelgerechten Löschwasserreservoir ist abgeschlossen. Mit 202 415 Euro wurde das Vorhaben im Haushalt verankert.

Enger wird’s im Gemeindeetat nächstes Jahr. Dann will Belgershain mit dem Bau der neuen Turnhalle beginnen, die 2019 fertiggestellt werden soll. Nach jüngsten Schätzungen belaufen sich die Ausgaben auf 2,5 Millionen Euro. Zwar stehen Fördermittel in Aussicht, dennoch wird die Kommune um eine erhebliche Kreditaufnahme nicht herumkommen – derzeit ist von 1,2 Millionen Euro die Rede. Das heißt, künftig müssen zusätzlich Zinsen und Tilgung erwirtschaftet werden.

Dazu kommt noch die gesetzliche Pflicht, ab kommendem Jahr die Abschreibungen zu erwirtschaften. „Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll“, sagt Hagenow, der vorrechnet: „Die Erträge in unserem Haushalt liegen bei 3,8 Millionen Euro, die Ausgaben bei knapp 4,2 Millionen. Davon gehen alleine eine Million für Kindertagesstätten und Hort weg. Die Kreisumlage für unser kleines Dorf beträgt 800 000 Euro, die Verwaltungsumlage an Naunhof rund 300 000 Euro. Dann wären da noch Löhne, Instandhaltungen, Grünflächenpflege und und und. Das Geld ist schnell weg.“

Von Frank Pfeifer

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