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Grimma Wo die Söhne der Großen Bärin tanzen - Indianerfest Powwow mit Gojko Mitic
Region Grimma Wo die Söhne der Großen Bärin tanzen - Indianerfest Powwow mit Gojko Mitic
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08:17 23.05.2010
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Zu den Powwow Ehrengästen gehörte Rudolf Welskopf, der Sohn von Liselotte Welskopf-Henrich (LVZ berichtete). Sie war eine erfolgreiche indianistische Buchautorin, deren Bände als Drehbuchvorlagen für die Defa-Indianerfilme dienten – „Die Söhne der großen Bärin" etwa. Hauptdarsteller Gojko Mitic gehörte ebenso zu den Gästen und war zweifellos ein Besuchermagnet. Der Serbe führte sogar den von Oliver Diecke und Alexander De getrommelten „Grand Entry" an – mit indianischen Tanzschritten, die sich Mitic hinter den Tipikulissen aber noch einmal von Jörg Diecke zeigen ließ. „Mache es einfach so wie ich – prima, das sieht professionell aus." Doch trotz aller Perfektion möchte sich Mitic seiner selbst treu bleiben. „Ich will nicht nur als der DDR-Chefindianer gesehen werden. Ich habe als Schauspieler diese Rolle versucht authentisch zu spielen. Aber ich bin auch gerne hier, weil für mich persönlich viel mehr daraus geworden als nur diese Filmrollen", sagte Gojko Mitic.

Berlin. Er gilt als der Pierre Brice des Ostens. Gojko Mitic, bekannt aus Filmen wie „Chingachgook, die große Schlange“ und „Die Söhne der großen Bärin“. Seine Fans reden von ihm auch heute meist nur mit dem Vornamen. Vielen ist er von frühester Kindheit ein treuer Begleiter. Am 13. Juni feiert Gojko Mitic seinen 70. Geburtstag.

Nicht nur für ihn. Als 11-Jähriger habe Jörg Diecke den ersten Mitic-Film gesehen. „Danach wollte ich ein Indianer sein. Dieser Gedanke hat mich bis zum heutigen Tag nicht losgelassen." Damals sei der Grundstock für das Powwow heute in Grimma gesetzt worden. Der Besuch von Gojko Mitic sei für den Verein Freunde der Crow-Agency so etwas wie ein Ritterschlag. Und da tauchten auch Maria Scholz als Powwow-Princess Grimma und Annett Schmiedel als Miss Powwow Grimma auf. Obgleich es so schien, als rückten beide durch Mitics Besuch etwas ins Hintertreffen. Doch ohne ihre Präsenz in der Kleidung der Crow-Indianer mit ihrem Ursprung in Montana, und ohne ihr fundiertes Wissen um die Indianistik wäre das Powwow in dieser Form nicht möglich. „Wir haben uns belesen und alles selbst angeeignet. Außerdem haben wir Kontakt zu Crow-Indianern", gab Annett Schmiedel, die sich ebenfalls von Kindheit an mit der Indianistik beschäftigt, ihre Wissensquellen preis.

„Ich will gar nicht glauben, was ich hier sehe", staunte Hans-Jürgen Peters, der aus Leipzig kam. „Auch ich gehörte einst zu den Jungen, die so sein wollten wie Gojko Mitic – tapfer, stark und heldenhaft. Dass er aber mit seinen Filmrollen schon zu DDR-Zeiten einen so enormen Einfluss auf die Indianistik hatte und sogar die heutige Jugend dafür begeistern kann, nötigt mir großen Respekt ab." David Radon war einer der Knirpse, der sich als Besucher mit fremden Federn schmückten. „Zwar ist es nur sein Faschingskostüm", sagte seine Mutti Renate, „aber heute ist er mal ein echter Indianer."

Frank Schmidt

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