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Grimma Woche des interkulturellen Austauschs in Bad Lausick
Region Grimma Woche des interkulturellen Austauschs in Bad Lausick
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12:51 24.09.2018
„Como Vento“ trommelte zur Eröffnung der Interkulturellen Wochen des Landkreises auf der Alten Rollschuhbahn. Quelle: Kinder- und Jugendring
Bad Lausick

Trotz Dauerregens fanden am Sonntagnachmittag 250 Besucher den Weg auf die Alte Rollschuhbahn in Bad Lausick. Auf dem Areal, das der Kinder- und Jugendring zu einem Begegnungs- und Freizeitort ausbaut, wurden die Interkulturellen Wochen im Landkreis Leipzig eröffnet. Unter den Gästen waren die 2. Beigeordnete des Landkreises Ines Lüpfert, der stellvertretende Bürgermeister von Stadt Bad Lausick Manfred Hönig und Sebastian Krumbiegel, Frontsänger der „Prinzen“, der als Schirmherr fungiert.

Krumbiegel rät zum Perspektiv-Wechsel

„Das Thema Flucht und Vertreibung gibt es, so lange es die Menschheit gibt. Wir hier in Europa stehen auf der Sonnenseite. Wir kennen Krieg und Hunger nur aus den Geschichtsbüchern oder eben von Fernsehbildern von der anderen Seite der Welt“, sagte Krumbiegel. Ein Perspektiv-Wechsel sei da heilsam: Was wäre, wenn ich all den Wahnsinn erlebt hätte, wenn ich hätte mit ansehen müssen, wie mein Zuhause im Bombenhagel zerstört wird, meine Familie vor die Hunde geht und ich es gerade so geschafft hätte, auf einem dieser Flüchtlingsboote nach Europa zu kommen.

Neben Krumbiegel trat beim Fest Mustafa Bahaduri auf. Der Afghane begann im Alter von acht Jahren zu rappen. Seine Musik half ihm auf seiner Flucht durch den Iran, die Türkei, Griechenland und Deutschland. Mit Songs wie ‚Enough War‘ positioniert er sich gegen Krieg, Vertreibung und Rassismus. Zu erleben war außerdem eine Bad Lausicker Schülerband, die Coversongs auf die Bühne brachte. Für die größte Stimmung jedoch sorgten gleich zu Beginn die Samba-Trommler von „Como Vento“ aus Altenburg. „Como Vento“, zu dem 50 Kindern und Jugendlichen gehören, ist ein soziales und integratives Projekt der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Mehrere Vereine machen Angebote

Mitmach- Angebote für die ganze Familie, wie ein Workshop in Artistik und Clownerie, die Rad-Werkstatt sowie Henna-Malen mit der Initiative für ein Weltoffenes Geithain rundeten den Nachmittag ab. Verköstigt wurden die Gäste mit pakistanischen Reibeplätzchen Pakora, syrischer Reispfanne, an einer interkulturellen Cocktail-Bar von Bon Courage aus Borna, einem Kuchenbasar sowie mit Waffeln und sächsischer Kartoffelsuppe der Kulturwerkstatt Geithain.

„Die Welt ist bunt und jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig, und das sollten wir als Bereicherung unseres Lebens betrachten. Es wäre doch langweilig, wenn wir alle gleich wären. Lasst uns neugierig bleiben, aufeinander zugehen und voneinander lernen“, meinte Krumbiegel. „Keiner hat gesagt, dass das reibungslos passiert, aber wenn jeder von uns ein bisschen mitmacht, dann kann es uns gelingen, cool und respektvoll zusammen zu leben.“

Von lvz

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