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Grimma Nach Brand in Wohnhaus bei Colditz: Toter gefunden
Region Grimma Nach Brand in Wohnhaus bei Colditz: Toter gefunden
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16:53 27.11.2018
In der Nacht zum Dienstag ist in dem kleinen Dorf Erlln bei Colditz ein Wohnhaus bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Quelle: Frank Schmidt
Colditz

In der Nacht zum Dienstag ist im kleinen Dorf Erlln nahe Sermuth bei Colditz ein Wohnhaus fast bist auf die Grundmauern niedergebrannt. Gegen 22.30 Uhr sind etwa 50 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Colditz, Hausdorf und Zschadraß sowie aus Schönbach und Tanndorf an die Schläuche gerufen worden.

In Erlln bei Colditz hat in der Nacht zu Dienstag ein Wohnhaus gebrannt. Das Gebäude wurde bis komplett zerstört.

Unterstützung mit einer Drehleiter kam aus Bad Lausick. Bei ihrem Eintreffen brannte das Haus in voller Ausdehnung. Das Feuer breitete sich zunächst im Dachgeschoss aus und erfasste schnell die erste Etage des Wohnhauses. Das Erdgeschoss wurde durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen, so dass das gesamte Wohnhaus unbewohnbar wurde, bestätigte Birgit Höhn von der Polizeidirektion Leipzig am Dienstagmorgen auf LVZ-Nachfrage.

Nach ersten Angaben der Einsatzkräfte ist der Brand mit hoher Wahrscheinlichkeit im ersten Obergeschoss ausgebrochen. Zur Ursache des Feuers gab es noch keine Angaben.

Ein Mensch stirbt in den Flammen

Bis dahin war auch noch völlig unklar, was mit dem Eigentümer des Hauses passiert sein könnte. Der alleinstehende 69-Jährige galt laut Höhn zunächst als vermisst. Er habe sich nach ersten Erkenntnissen vor Ausbruch des Brandes im Haus aufgehalten. Nachbarn wollten gesehen haben, wie er ins Gebäude gegangen sei. Deshalb wurde eine erste Suchaktion im Erdgeschoss gestartet, musste aber wegen zu großer Gefahren für die Einsatzkräfte erfolglos abgebrochen werden.

Gegen zehn Uhr am Dienstagmorgen entdeckten die Einsatzkräfte den Leichnam eines Menschen. Laut Polizei handelt es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um den Bewohner des Hauses. Der Tote wurde in die Rechtsmedizin nach Leipzig gebracht und dort untersucht. Die Obduktion soll die Identität und die Todesursache klären.

Der Eigentümer des Hauses hatte zuvor bei einer Nachbarin einen Brief hinterlassen. Dessen Inhalt lässt, so die Polizei, auf eine Selbstmordabsicht schließen.

Außerdem, so die unmittelbaren Nachbarn weiter, habe man vor Brandausbruch ein „komisches Geräusch“ wahrgenommen, das mit einer Verpuffung vergleichbar gewesen sei. Ob daraus eine Brandursache abgeleitet werden könnte, ermitteln nun Experten der Polizei.

Binnen kurzer Zeit wurde die Löschwasserzufuhr aufgebaut. Dafür sind mehrere Druckpumpen am Muldeufer unmittelbar hinter dem brennenden Haus in Stellung gebracht worden, um damit den Fluss anzuzapfen. Damit war gesichert, dass der Löschangriff rasch und gleichzeitig von allen Seiten geführt werden konnte.

Funkenflug bedrohte Nachbarhäuser in Erlln

Da das betroffene Haus genügend Abstand zu anderen Wohnhäusern hatte, bestand keine Gefahr, dass Flammen direkt auf diese übergreifen konnten. Dennoch wurden mehrere Gebäude vom Funkenflug bedroht, der mit teils böigen Winden aus östlicher Richtung bis in die Ortsmitte gedrückt wurde.

Konnte die Feuerwehr hier erfolgreich dagegenhalten, war nicht zu verhindern, dass auch starker Rauch und Qualm in die gleiche Richtung zogen und die Luft für nahezu alle Dorfbewohner dicke werden ließ. Erschwert wurden die Löscharbeiten außerdem von der ohnehin schmalen Dorfstraße namens Wiesengrund.

Colditzer Bürgermeister ebenfalls vor Ort

Das betroffene Haus steht am Ende der immer enger werdenden Sackgasse, die in einen Radweg in Richtung Tanndorf übergeht. Das machte es zunächst unmöglich, die Drehleiter in Stellung zu bringen. Erst nach gut 90 Minuten war dies gelungen. Zwar konnte bis zu diesem Zeitpunkt den hoch auflodernden Flammen der Garaus gemacht werden, aber die noch lange andauernde Restablöschung bekam aus luftiger Höhe wirksame Unterstützung.

Unter den Einsatzkräften war auch der Colditzer Bürgermeister Robert Zillmann (parteilos). Er bestätigte am Mittwochmorgen gegenüber der LVZ, dass seine Kameraden die ganze Nacht hindurch am Unglücksort waren und erst gegen 5.30 Uhr abrücken konnten, während ein kleiner Trupp zwecks Brandwache auch tagsüber vor Ort bleibt.

Die Feuerwehr Colditz musste am Dienstagnachmittag nochmals ausrücken, um wieder aufflammende Glutnester in dem Haus zu löschen.

Betroffene, die unter einer akuten Krise leiden und Suizidgedanken haben, können Hilfe beim Leipziger Krisentelefon unter (0341) 99 99 00 00 erhalten. Am Wochenende und an Feiertagen stehen Ansprechpartner 24 Stunden bereit, unter der Woche abends und nachts zwischen 19 und 7 Uhr. Außerhalb dieser Sprechzeiten steht auch die bundesweite Telefonseelsorge bereit unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Beide Rufnummern sind gebührenfrei.

Von Frank Schmidt

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