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Grimma Wollmäuse haben viel Spaß im Mehrgenerationenhaus in Grimma
Region Grimma Wollmäuse haben viel Spaß im Mehrgenerationenhaus in Grimma
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15:02 28.12.2016
Spaß und Geselligkeit ist angesagt: Einmal wöchentlich treffen sich die Wollmäuse im Mehrgenerationenhaus am Nicolaiplatz in Grimma. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma

Seit mittlerweile 180 Jahren ist die Stiftung St. Georgenhospital ununterbrochen der Stadt Grimma angegliedert. Sie ist eine der ältesten Stiftungen in Sachsen, die von Markgraf Heinrich gegründete wurde. Dank dieser Stiftung treffen sich die Wollmäuse in Grimmas im Mehrgenerationenhaus. Die Jüngste ist 13 und die Älteste 88 Jahre. Seit 2008, der Eröffnung der gemeinnützigen Einrichtung kommen 15 Grimmaerinnen einmal wöchentlich zum Nicolaiplatz, um ihrem Hobby, dem Stricken zu frönen. Sie haben sich mittlerweile unter dem Namen Wollmäuse einen Namen gemacht.

Denn sie stricken nicht nur für sich, sondern für die Aktionen „Kinder helfen Kindern“ und „Weihnachten im Schuhkarton“. In diesem Jahr kamen fast 300 Schals, Mützen und Handschuhe zusammen, die vielen Kindern Freude bereiten. Die Jüngste, Selina Richter (13), hat über ihre Mutter Steffi Richter (36) Spaß am Stricken gefunden. Für Steffi Richter ist es eine entspannte Tätigkeit, und sie kommt gern in den Bürgertreff am Nicolaiplatz, um mit anderen Frauen ins Gespräch zu kommen. Lilly Kaubitzsch (72) gehört schon mit Helga Schenk (77) zum Inventar der Wollmäuse. „Unsere Familien wollten kein Wollzeug mehr, und so kamen wir auf die Idee, für andere zu stricken“, sagt Lilly Kaubitzsch. Mittlerweile sei Selbstgestricktes wieder angesagt, doch Beide wollen in ihrem sozialen Engagement nicht nachlassen. Die Älteste Eva Krusch (88) stieß zu der Truppe, da sie viel Wolle zu Hause hatte und erfuhr, dass es die Wollmäuse gibt. „Jetzt fühle ich mich in der Gemeinschaft wohl und möchte sie nicht mehr missen“, sagt sie.

Dass die Wollmäuse ein Dach über den Kopf haben, dafür sorgte erst der Landschaftspflegeverband Muldental und seit 2012 die Stiftung St. Georgenhospital als Träger des Mehrgenerationenhauses. „Die Stiftung besteht seit 1836 ununterbrochen bei der Stadt Grimma“, sagt Angelika Sallat, Koordinatorin der sozialen Projekte der Stiftung.

Zur Stiftung gehören außerdem die Kleiderkammer und das Projekt Mehrgenerationswohnen mit Betreuungsangeboten im PH 9. „Das Vermögen der Stiftung besteht im wesentlichen aus Grundbesitz“, sagt Angelika Sallat. Gleichzeitig warb sie um Spenden, da das Stiftungsvermögen bei weitem nicht mehr allein ausreicht, um alle sozialen Projekte der Stiftung ohne Sponsoren oder Förderung durchführen zu können.

Für Angelika Sallat ist das PH 9 etwas ganz Besonderes. „Wenn man so will, wird hier eine Art moderne Nachbarschaftshilfe geleistet, Sozialhelferinnen übernehmen alltägliche Unterstützung, die früher Kinder, Verwandte oder Nachbarn leisten konnten“, schwärmt sie. Sie helfen bei Bedarf den Bewohnern, sich anzukleiden, sich zu waschen, das Essen zu bereiten, Besorgungen zu erledigen und Behördengänge zu absolvieren. Sie helfen auch bei leichten Erkrankungen und organisieren Arztbesuche. Die Koodinatorin freut sich immer wieder, wenn Bürger ihre Hilfe anbieten, damit die sozialen Projekte weiter laufen können. So wurde erst jüngst eine Kaffeerunde am Sonntag im PH 9 vorgeschlagen. „Es ist grausam, wenn man allein ist und denkt, lass das Wochenende vorbei sein“, meint die Initiatorin dieser Aktion, die im neuen Jahr anlaufen soll . Deshalb sei es auch wichtig, dass immer für eine Mischung aus Alt und Jung gesorgt wird, damit man sich gegenseitig unterstützen kann. Das gilt für das Mehrgenerationswohnhaus genauso wie für die vielen Begegnungen im Mehrgenerationenhaus „Alte Feuerwehr“ am Nicolaiplatz.

Von Cornelia Braun

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