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Grimma Wurzener Berufsschüler empfangen Azubis aus Litauen und Norwegen
Region Grimma Wurzener Berufsschüler empfangen Azubis aus Litauen und Norwegen
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00:19 30.10.2017
Zum historischen Teil des Projektes gehörte der Besuch der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig. Quelle: Foto:
Wurzen

Für sieben Tagen waren Schüler des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Wurzen kürzlich Gastgeber von Azubis zweier Berufsschulen aus Litauen und Norwegen. Das Treffen fand im Rahmen des Begegnungsprojektes Auschwitz statt und beschäftigt sich mit der Zwangsarbeit im Agrarbereich während des Nationalsozialismus’ sowie mit der Integration junger Menschen von heute, die entweder einen Migrationshintergrund haben oder Flüchtlinge sind. Zur Projektgruppe zählen zehn Azubis aus jedem Land. Sie alle erlernen gerade „grüne“ Berufe, wie Land- und Tierwirt, Gärtner, Fachkraft im Agrarservice und Florist.

Zunächst begann der Aufenthalt in der Muldestadt mit Übungen, sich auf Englisch zu unterhalten. Immerhin möchten die Teilnehmer im Zuge des Programms den sogenannten Youth-Pass erhalten, der für sie die Chancen verbessert, sich in einem anderen europäischen Land bewerben zu können.

Natürlich stellten die Wurzener den Gästen ihre Bildungsstätte und das duale System der beruflichen Ausbildung vor, sprachen mit Karin Hebold, Bildungsberaterin für den Bereich Gartenbau im Landkreis Leipzig, und besuchten die Außenstelle des Bundessortenamtes in Wurzen. Für den historischen Teil des Projektes reisten sie nach Leipzig zur Gedenkstätte für Zwangsarbeit in der Permoserstraße. Hier informierte sie Anja Kruse über Zwangsarbeit am einstigen Standort der Hugo und Alfred Schneider AG (HASAG), dem ehemals größten Rüstungsbetrieb Sachsens. „Sehr nah ging uns ein Treffen mit jungen Migranten, Flüchtlingen und Asylbewerbern, da wir uns nicht vorstellen konnten, wie hart es für sie war, ihre Heimatländer zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen“, berichtet Wiebke Frömmel im Namen ihrer Mitstreiter. Aber auch der Freizeitspaß kam während des Aufenthalts nicht zu kurz – Volleyball spielen, ein Ausflug mit dem Drachenboot, Erkundungstouren in Wurzen und Leipzig. Unter anderem zum Völkerschlachtdenkmal.

Auch wenn zur Abschiedsfeier die ersten Projektfotos des Wurzener Treffens in der Runde kreisten, planten alle miteinander schon einmal für die Zukunft – nämlich den Besuch in Joniškis, einer Stadt im Norden Litauens. In der Verwaltungsgemeinde wollen sich die Berufsschüler dann mit dem Holocaust in Litauen auseinandersetzen. In Joniškis gibt es einige Zeugnisse jüdischen Lebens: zwei Synagogen, ein Friedhof und die jüdische Siedlung Zagare. Bei der letzen Zusammenkunft in Norwegen steht schließlich der Raub „deutscher“ Kinder für das Dritte Reich und die Diskriminierung ihrer Mütter im Mittelpunkt.

Das Schülerbegegnungsprojekt Auschwitz des BSZ Wurzen wird durch das Erasmus-Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Union (EU) gefördert. Junge Menschen sollen Kompetenzen für ihre persönliche und berufliche Entwicklung erlangen und dadurch Lust bekommen, die Zukunft der EU mit zu gestalten.

Von lvz

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