Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Zahl der Straftaten in Naunhof steigt leicht an
Region Grimma Zahl der Straftaten in Naunhof steigt leicht an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 05.01.2017
Schnell über die Autobahn zur Stelle. Die Polizei nahm 2015 insgesamt 450 Straftaten in Naunhof auf. Quelle: dpa
Naunhof

Marginal nahm die Kriminalität 2015 in Naunhof gegenüber dem Vorjahr zu. Im Vergleich zu den anderen Kommunen im Bereich des Polizeireviers Grimma sticht die Stadt aber nicht negativ hervor. Die Installation eines fest besetzten Postens bleibt deshalb wohl vorerst ein frommer Wunsch.

Der Grimmaer Revierleiter Falk Donner kennt die genauen Daten für 2015. Demnach kletterte die Zahl der Straftaten, die in Naunhof mit seinen Ortsteilen angezeigt wurden, gegenüber 2014 um acht auf 450. Für eine Bewertung zieht der Polizeirat die sogenannte Häufigkeitszahl heran – eine hypothetische Menge, bei der die Zahl der Fälle auf angenommene 100 000 Einwohner hochgerechnet wird. In Naunhof mit seinen 8528 Einwohnern betrug diese Häufigkeitszahl 5277. „Das war ein mittlerer Wert in unserem Revierbereich“, bilanziert Donner. Kriminalitätsschwerpunkt blieb Grimma (Häufigkeitszahl 8124), gefolgt von Wurzen (7216). Bad Lausick schob sich auf den dritten Platz vor, den vorher Naunhofs Nachbarstadt Brandis innehatte, die nunmehr die Häufigkeitszahl 6031 aufwies. Im gesamten Landkreis Leipzig betrug die Häufigkeitszahl 6151 Fälle je 100 000 Einwohner.

Folgende wesentliche Arten von Straftaten erfasste die Polizei in Naunhof: 178 Diebstähle (2014: 185), 66 Körperverletzungen und andere Rohheitsdelikte (71), 63 Betrügereien (52), 38 Sachbeschädigungen (44) und 26 Rauschgiftdelikte (20). Gerade im letzten Bereich gibt es laut Donner aber eine hohe Dunkelziffer. „Während die Bürger in der Regel zu uns kommen, wenn bei ihnen eingebrochen wurde und sie dadurch einen Schaden erlitten, zeigt sich niemand selbst an, der im Garten Marihuana anbaut“, erläutert der Revierchef. Weil nur zufällig Drogendelikte aufgedeckt werden, sei sicher, dass sie viel häufiger vorkommen. Die Polizei geht sogar davon aus, dass der Trend nach oben zeigt. „Damit können und dürfen wir uns nicht zufrieden geben“, erklärt Falk Donner.

Die Zahlen insgesamt kommentiert die Stadtratsabgeordnete Gabriele Wegel (CDU) als „nicht zufriedenstellend“. Sie fordert: „Die Aufklärungsrate sollte verbessert werden durch eine Aufstockung der Polizei, die auch mal durch die Straßen fährt und nach dem Rechten sieht.“ Wichtig sei, dass Naunhof wieder einen Polizeiposten erhält, wie es ihn früher gab.

Große Hoffnungen kann da Falk Donner aber nicht wecken. „Mir ist nicht bekannt, dass das Thema Polizeiposten noch einmal angefasst wird“, erklärt er. Im Gegenzug sollen nach seiner Kenntnis aber auch keine Polizeistandorte, wie jener in Naunhof, mehr abgebaut werden. Die Bürgerpolizisten Michael Klaus und Kathleen Heller, die dort ihren Dienst versehen und dabei auch Parthenstein und Belgershain betreuen, würden eine sehr gute Arbeit leisten. Sie seien Ansprechpartner für die Einwohner, Verwaltungen und Unternehmen, würden so manche Probleme schnell und unbürokratisch lösen. „Dieses System hat sich seit 2013 bewährt“, konstatiert Donner.

Eine Personalaufstockung der Polizei für Naunhof sei eher nicht zu erwarten. Die Ausbildung neuer Beamter würde drei bis vier Jahre dauern. „So lange müssen wir noch auf sie warten“, meint Donner. Dass sein Revier dann viel Nachwuchs abkriegt, hält er eher für unwahrscheinlich. Er glaubt, die neuen Kollegen werden eher in Großstädten eingesetzt, wo die Kriminalitätsrate bedeutend höher als in Naunhof und Umgebung liegt.

Von Frank Pfeifer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Mulde ist ein touristischer Schatz, der noch vielfach im Verborgenen funkelt. Außerhalb touristischer Zentren ist der Fluss als Erlebnisraum kaum wahrnehmbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die von den drei Landkreisen Leipzig, Nord- und Mittelsachsen in Auftrag gegeben wurde.

06.01.2017

Interview zum Jahresanfang: Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger sagt, dass der tiefere Griff in die Taschen der Bürger durch die politischen Vorgaben unumgänglich war. Als ein wesentliches Ziel 2017 nennt er das Vorziehen des Hochwasserschutzes. Im Frühjahr sollen die letzten zwei großen Lücken in der Anlage provisorisch geschlossen werden.

05.01.2017

Die neue Doppelspitze der Obstland Dürrweitzschen AG wird am Donnerstag vorgestellt. Einer der beiden Vorstände soll Jan Kalbitz, der Sohn des jetzigen Vorstandes Gerd Kalbitz, werden. Der zweite Vorstand ist bisher nicht bekannt.

05.01.2017