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Grimma Zahl der Straftaten in Trebsen steigt leicht an
Region Grimma Zahl der Straftaten in Trebsen steigt leicht an
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16:20 16.09.2016
Achtung Blaulicht! Nach Trebsen rückte die Polizei im vergangenen Jahr 159 Mal wegen Straftaten aus. Quelle: dpa
Trebsen

„Man kann davon ausgehen, dass die Welt hier noch normal ist.“ Mit diesen Worten kommentierte Polizeirat Falk Donner, der das Grimmaer Revier leitet, die Kriminalitätslage in Trebsen, als er sie dieser Tage den Stadträten erläuterte. Die Zahl der Straftaten liegt nach seinen Worten unter der des Landkreisdurchschnitts, auch wenn sie leicht zugenommen hat.

Donner sprach über die Daten des Vorjahres, die jetzt ausgewertet sind. Demzufolge wurden in der 3895 Einwohner zählenden Stadt 159 Anzeigen aufgenommen, drei mehr als 2014. Um Vergleiche ziehen zu können, wendet die Polizei die sogenannte Häufigkeitszahl an. Ein fiktiver Wert, mit dem die Zahl der Straftaten hochgerechnet wird auf 100 000 Einwohner. In Trebsen wären es dann 4083 Fälle gewesen, während im gesamten Landkreis die Häufigkeitszahl 6151 betrug, also enorm höher war.

Gegenüber 2014 gab es im vergangenen Jahr in Trebsen ein deutliches Plus an Betrugsfällen, die Zahl stieg von neun auf 17. In diese Rubrik fallen auch unbezahlte oder falsche Rechnungen im Internethandel. Diebstähle registrierte die Polizei vier weniger, und zwar 84. Einen Rückgang gab es ebenfalls bei Sachbeschädigungen (elf, minus zwei) und Drogendelikten (drei, minus zwei). Mit 17 Fällen konstant blieb die Zahl der Straftaten, in denen es um Gewalt gegen andere Menschen ging.

Die Aufklärungsrate in seinem Revierbereich bezeichnete Donner als beachtlich. Sie betrug 62,6 Prozent und war damit gegenüber 2014 nochmals um 1,6 Prozentpunkte angestiegen. Ein entgegengesetzter Trend zeichnete sich im kompletten Landkreis ab, wo die Rate von 52,7 auf 51,3 Prozent sank.

Eine gute Arbeit leistet laut Donner die Bürgerpolizistin Tatjana Schöbel. „Sie ist eine Frau, die sich kümmert“, sagte er. „Wir haben in Trebsen zwar keinen Standort, aber das ist nicht das Problem, denn man kann mit ihr jederzeit einen Termin ausmachen.“

Stadtrat Dieter Grobe (SPD) äußerte die Vermutung, dass die registrierten Diebstähle und Betrugsfälle nicht unbedingt von Trebsenern verübt wurden. „Das sind doch sicherlich Kolonnen, die hier einfallen“, mutmaßte er. Doch diesen Freibrief konnte Donner der Bevölkerung nicht ausstellen. „Es gibt sicher auch überregionale Täter, die von der Autobahn kommen“, erklärte er. „Aber genauso gibt es welche, die in der Region ansässig sind. Wir haben es mit beidem zu tun.“

Unzufrieden mit der Justiz zeigte sich Peter Emmrich (Linke), der über einen Fall von Kupferdiebstahl berichtete. „Ich fand heraus, wer die Diebe waren und war dann bei Gericht geladen. Aber die Angeklagte erschien nicht. Man sagte, sie würde zwangszugeführt. Doch seitdem habe ich nichts mehr vom Gericht gehört. Das ist jetzt zwei Jahre her“, sagte er. „Da muss man sich nicht wundern, wenn immer wieder etwas passiert.“

Eine Kritik, für die Falk Donner der falsche Ansprechpartner war. „Das liegt nicht in meinem Verantwortungsbereich“, erklärte er. Bei allen Bemühungen könne hinsichtlich der Zahl der Straftaten aber nie eine Null erreicht werden. „Es wird immer Kriminalität stattfinden“, hielt der Polizeirat fest.

Von Frank Pfeifer

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