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Grimma Zauberlehrling ruft einen Geist nach Altenhain
Region Grimma Zauberlehrling ruft einen Geist nach Altenhain
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14:04 19.05.2015
Soll auf rechtssichere Beine gestellt werden: Das Gebäude der Orthopädieschuhtechnik Sedlaczek in Altenhain. Quelle: Andreas Röse

In den Hauptrollen: ein unbekannter Zauberlehrling, ein Geist namens Bauordnungsamt und als Meister, der alles geraderückt, die Stadt.

Marika Haupt, Leiterin des kommunalen Bauamts, erklärte am Montagabend nach der Stadtratssitzung: "Jemand hat bei uns eine Anzeige gestellt, dass ein Anlieger der Wiesenstraße große Seecontainer bei sich aufgestellt hat." So brachte der Zauberlehrling, wer immer es war, den Fluss in Gang. "Das Bauordnungsamt des Landkreises schaute sich in der Wiesenstraße um, und dabei sind der Behörde gleich einige andere Probleme mit aufgefallen", so Haupt. "Die Betroffenen haben sich nun an uns gewendet, ob wir ihnen helfen können."

Mit einem der Fälle, den das Bauordnungsamt angemahnt hatte, musste sich der Stadtrat nun befassen. Es ging um die Orthopädieschuhtechnik Sedlaczek, die dort ihr Gewerbe betreibt. Seit 1929 gibt es sie an der Wiesenstraße, 1947/'48 wurde ein Laden angebaut. "Und alles mit Genehmigung", versichert Sven Sedlaczek. Doch darf das Gewerbe in dem Gebiet mit seinen vielen Wohnhäusern betrieben werden? Und darf die Familie nach hinten raus Pferde halten? Der herbeigerufene Geist, das Bauordnungsamt, hatte seine Bedenken.

"Wir wollen den Bereich der Schuhmacherei überplanen und zum Mischgebiet machen", nannte Haupt die Lösung. Damit ließe sich der Betriebsstandort sichern. Auch für das Areal, auf dem Sven Sedlaczek Pferde hält, hatte sie einen Ausweg parat. "Dieses Gebiet befindet sich jetzt im Außenbereich und darf deshalb nur von der Landwirtschaft in Anspruch genommen werden. Deshalb wollen wir es zu einem Dorfgebiet umwidmen." Die Bauamtsleiterin betonte, dass es Sedlaczek nur um eine Hobbytierhaltung gehe. "Wir wollen sie in der Planung begrenzen, auf beispielsweise fünf Pferde und vielleicht noch ein paar Hühner." Eine Wertminderung für die Wohngebäude der Umgebung ergebe sich dadurch nicht.

Der Stadtrat befürwortete das Vorgehen einstimmig - bei einer Enthaltung. Der Fall ist damit allerdings noch nicht erledigt. Die Stadt will jetzt zunächst erreichen, dass das Bauordnungsamt das Anhörungsverfahren gegen Sedlaczek aussetzt. Zum anderen wird ein Bebauungsplan erstellt, um den bestehenden Verhältnissen eine Rechtsgrundlage zu geben. "Wir hoffen, dass damit alles wasserdicht gemacht wird und der Landkreis zustimmt", so Sedlaczek.

Dann wäre zumindest eines der Probleme gelöst. Die anderen, zum Beispiel das mit den Containern, sollen auch angepackt werden. Und solange beschäftigt der Geist des Bauordnungsamtes die Wiesenstraße noch eine Weile weiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2014
Pfeifer, Frank

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