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Zeitreise auf der Wintermärchenbühne in Fremdiswalde

Laientheater Zeitreise auf der Wintermärchenbühne in Fremdiswalde

Ältere Fremdiswalder werden sich wie in einer Zeitmaschine gefühlt haben: Denn die örtliche Laienspielgruppe führte in dieser „Theatersaison“ ein vor genau 28 Jahren schon einmal präsentiertes Stück auf. Mit einigen Auffrischungen.

Junge Akteure auf der Bühne: Im aktuellen Stück der Laienspeilgruppe Fremdiswalde wirkten Schüler ab der ersten Klasse mit.

Quelle: Bert Endruszeit

Fremdiswalde. Ältere Fremdiswalder werden sich wie in einer Zeitmaschine gefühlt haben: Denn die örtliche Laienspielgruppe führte in dieser „Theatersaison“ ein vor genau 28 Jahren schon einmal präsentiertes Stück auf. „Vom Sternlein, das sich nicht putzen wollte“ begeisterte schon im Jahre 1988 das Dorf. Warum nicht darauf aufbauen, dachten sich die Laienspieler. Für Regisseurin Andrea Pfeifer wurde die Aufführung zu einer ganz besonderen Zeitreise. Denn damals stand sie als zehnjähriges Mädchen selbst als Sternlein auf der Bühne. Nun konnte sie der nächsten Generation zu ersten Theatererfahrungen verhelfen. „Wir haben das von unserer damaligen Lehrerin Frau Rudolf geschriebene Stück etwas aufgefrischt. Bei einer unserer Rentneraufführungen im Dezember zeigte sie sich von der Neuinszenierung sehr angetan.“

Die Fremdiswalder Theatertradition ist schon beachtlich alt. Schon vor 138 Jahren wurden Kulissen gezimmert und Texte eingeübt. Viele frühere Stücke leben in der Erinnerung älterer Fremdiswalder fort, darüber hinaus existieren noch etliche Texte im Original.

Lange Jahre kümmerte sich die örtliche Grundschule um die Fortführung der altehrwürdigen Tradition. Als die Bildungsstätte 2000 schließen musste, nahmen engagierte Einwohner die Sache selbst in die Hand. Seit zehn Jahren ist Andrea Pfeifer die treibende Kraft. „Es waren immer Märchen, und alle wurden hier im Gasthof aufgeführt“, weiß Pfeifer. Beim aktuellen Stück wirkten 24 Laienschauspieler vom Erstklässler bis zum 70-jährigen Rentner mit. Die Aufregung unter den Akteuren war bei allen Auftritten groß. „Und die hält von der ersten bis zur letzten Aufführung an“, weiß die Regisseurin. „Jedes Jahr kommen ein bis zwei neue Leute dazu. Schritt für Schritt können sie dann in die anspruchsvolleren Rollen hineinwachsen.“

Mittlerweile könne man auf einen großen Schatz an Texten zurückgreifen, das ein oder andere Stück verdanke man darüber hinaus Inge John. Fünf Aufführungen gebe es in jeder Saison, seit einigen Jahren findet die letzte Aufführung immer im Januar statt – dann ist die Hektik der Weihnachtszeit überstanden.

Immer pünktlich zum Beginn eines neuen Schuljahres beginnen die Proben. Diesmal wurden die Vorbereitungen ganz besonders knifflig. „Was ziehen eigentlich ein Stern, ein Mond oder eine Wolke an?“, so Pfeifer. Solche Kostüme hat niemand herumliegen. Doch Kathrin Schulze und Sophie Border hätten mit ihren Ideen eine Lösung parat gehabt. Tatkräftige Unterstützung habe es zudem auch von örtlichen Gewerbetreibenden gegeben. „Ob Material zum Kulissenbau oder die Ausgestaltung der After-Show-Party – wir können auf viele theaterbegeisterte Helfer setzen“, freute sie sich. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Für die kleinen Besucher gab es ein wundervolles Märchen, und für die etwas größeren Besucher so manchen eingestreuten Bezug auf den Ort – das machte das Stück zu einem Stück Heimatkultur im besten Sinne.

Von Bert Endruszeit

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