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Grimma Zirkus Bügler will nicht weichen – Pachtvertrag für Winterquartier in Nerchau
Region Grimma Zirkus Bügler will nicht weichen – Pachtvertrag für Winterquartier in Nerchau
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17:22 03.11.2016
Sieht nicht aus wie Abrücken: Stattdessen stellen die Zirkusleute Bauzäune zum eigenen Schutz auf. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

Am Status quo für den in Nerchau gestrandete Zirkus Bürgler hat sich nichts geändert. Wie berichtet ist die Wagenburg am vergangenen Wochenende an der ehemaligen BHG angekommen, um dort zu überwintern. Dabei nutzen sie nach Angaben der Stadt Grimma städtischen Grund und Boden, was ihnen untersagt wurde. Trotz Ultimatum machen die Zirkusleute keine Anzeichen, die Flächen zu räumen. Weshalb jetzt erneut die Polizei anrückte, um die genaue Identität der etwa 20 Zirkusleute festzustellen. Das sei nun Grundlage dafür, so Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos), juristisch gegen die „illegale Belagerung“ vorgehen zu können. Grund: „Die vom Zirkus gemachten Zusagen, die städtischen Flächen zu verlassen, wurden nicht eingehalten“, wetterte Berger.

Zur ganzen Wahrheit gehört, „dass die Zirkusleute von einem benachbarten Grundstückseigner nicht nur zum Überwintern eingeladen wurden, sondern aktive logistische Unterstützung bekommen“, konstatierte Berger. Nur ein Beleg dafür sei ein Pachtvertrag, den die Zirkusleute nach eigenem Bekunden mit dem Mann abgeschlossen haben. „Aber offensichtlich unter Einbeziehung der städtischen Flächen“, mutmaßte Berger und machte nun erneut deutlich, diesen Zustand nicht zu dulden. „Ich denke, dass das, was dort abgeht, weder für die Zirkusleute noch für die Tiere akzeptabel ist und sowieso nicht für das Umfeld der Nerchauer Einwohner“, rechtfertigte Berger seine harte Haltung. An die Adresse des erwähnten Grundstücksnachbarn stellte Berger fest, „dass er auf seinem Grundstück genug zu tun hat, um für Ordnung zu sorgen. Solange er seine eigenen Probleme nicht lösen kann, sollte er sich nicht noch andere aufladen“, ging Berger auch mit ihm als vermeintlichen Verpächter hart ins Gericht. Abschließend stellt Berger klar, gerne helfen zu wollen, wenn Menschen in Not sind. „Aber was wir hier erleben, ist selbst geschaffenes Elend. Da hat unser Vorgehen mit Hartherzigkeit nichts gemein“, betonte Berger.

Die Tierhaltung des Zirkus ist inzwischen vom Veterinäramt des Landkreises inspiziert worden. Fazit: „Die Tiere sind in einem guten Zustand und Futter ist vorhanden. Wenn die Auflagen zum Auslauf der Tiere erfüllt werden, gibt es aus unserer Sicht keinen akuten Handlungsbedarf, obgleich die Situation sehr kompliziert ist“, bestätigte Amtsleiterin Asja Möller.

Von Frank Schmidt

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