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Grimma Zirkusfamilie will in Nerchau überwintern: Behörden in Grimma schreiten ein
Region Grimma Zirkusfamilie will in Nerchau überwintern: Behörden in Grimma schreiten ein
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17:42 01.11.2016
Die Tiere sind in engen Stallungen untergebracht. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma/ Nerchau.

Seit vergangenen Sonnabend ist der Zirkus Bügler in Nerchau und hat seine Wagenburg, bestehend aus reichlich einem Dutzend Fahrzeugen, am und vor dem Gelände der ehemaligen BHG nahe dem Muldentalbahnradweg aufgebaut. Pikant an diesem Gastspiel ist die Tatsache, dass die Stadt Grimma nach eigenem Bekunden davon nicht wusste. Zumal der Familienzirkus Flächen nutzt, die zum städtischen Grund gehören. Weshalb Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) sofort vor Ort war und um Verlassen der städtischen Flächen gebeten hat. „Dafür habe ich das Ultimatum Dienstag 12 Uhr gestellt. Dem ist der Zirkus nicht nachgekommen, im Gegenteil, es sind noch mehr Fahrzeuge und Zirkuswagen geworden“, bestätigte der Rathauschef am Dienstag bei einem erneuten Vororttermin.

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In Nerchau bei Grimma ist ein Kleinzirkus von der Polizei kontrolliert worden. Die Zirkusfamilie hatte sich unerlaubt auf einem städtischen Grundstück zum Überwintern nieder gelassen.

Allerdings erschien er dieses Mal mit Vertretern des Ordnungsamtes und der Polizei, um seine Auflagen erfüllen, sprich den städtischen Grund räumen zu lassen. Die Rechtslage lässt aber ein sofortiges Eingreifen nicht zu und macht die Stadt zunächst handlungsunfähig. „Wir müssen für die Räumung bei Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken, aber das dauert“, sagte Berger und schob eine klare Ansage hinterher. „Es besteht die Gefahr, dass der Zirkus hier überwintern will. Aber wir sind der Meinung, dass dafür dieser Platz völlig ungeeignet ist, die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Müll, Wasser, Abwasser und Energie sowie die Tierhaltung, denn die Tiere sind in einem Zelt untergebracht, brauchen aber ihren Auslauf. Was wir hier vorfinden, ist menschen- und tierunwürdig und kann aus unserer Sicht nicht akzeptiert werden“, sagte Berger.

Seine Einschätzung wird vom augenscheinlichen Zustand der Wagenburg beeinflusst. In der Tat handelt es sich um eher teils schrottreife Gefährte. Einige Fahrzeuge haben keine Nummernschilder beziehungsweise Nummernschilder ohne Prüfplaketten. Viele der Fahrzeuge sind durch Beulen und Dellen deformiert und einige sind nicht verkehrstüchtig. Auf dem inzwischen in Besitz genommenen Areal lassen es die Zirkusleute ebenfalls an Ordnung und Sauberkeit fehlen. Das wiederum haben sie von einem Mann gepachtet, der auf dem angrenzenden Grundstück Hängebauchschweine hält.

„Wir können ja nicht wissen, dass ein Teil der Fläche, die wir von dem Mann gepachtet haben, Gelände der Stadt ist. Ja, wir wollen hier unsere Winterpause machen und bis Ende April bleiben. Und dafür haben wir einen Pachtvertrag“, bestätigte Esther Krämer vom Zirkus. „Wir sind ein reiner Wanderzirkus und haben keine Heimat. Insgesamt sind wir vier Familien mit etwa 20 Personen, darunter auch Kinder und Jugendliche“, ließ die Zirkusfrau weiterhin wissen.

Auf Nachfrage informierte Brigitte Laux vom Landratsamt, dass der Amtstierarzt bereist am Wochenende keine Einwände am Zustand der Tiere hatte, die Haltung aber im Auge behält.

Von Frank Schmidt

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