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Zoff im Tierheim: "Ich hatte den Kopf in der Hand"

Zoff im Tierheim: "Ich hatte den Kopf in der Hand"

Jetzt steht Aussage gegen Aussage. Während die derzeitige Leitung des Wurzener Tierheims den von Tierfreunden vermissten Ziegenbock in Wolfshain wissen will (die LVZ berichtete), schwört der Wurzener Bernd Buschmann, den Kopf des toten Ziegenbocks in der Hand gehabt zu haben.

Ziegenbock gesucht: Tot oder lebendig. Ein Schützling des Tierheims soll geschlachtet worden sein.

Quelle: LVZ Archiv

Wurzen. Im Tierheim habe ihm ein Mitarbeiter denselben gezeigt... „Es war dieser Bock. Den kenne ich genau. Immerhin habe ich auch eine ganz Zeit im Tierheim gearbeitet“, erklärt Bernd Buschmann. Zudem sei er bereit, weitere Zeugen zu bringen. Alle wollen wissen, dass der abgetrennte Kopf des Ziegenbocks eine Zeit lang im Tierheim aufbewahrt worden sei. „Mir wurde erzählt, dass sich den jemand ausstopfen und als Trophäe an die Wand hängen wollte. Da war noch alles dran. Fell, Augen und Hörner. An denen war das Tier zweifelsfrei zu erkennen“, unterstreicht der Wurzener seine Aussage. Buschmann bestätigt, dass der Ziegenbock keiner von der sanften Sorte war. Das Tier habe nicht nur die Ziegen gestresst, sondern auch Menschen, die sich ihm näherten, gern auf die Hörner genommen. Insofern wäre die Entscheidung, ihn aus dem Gehege zu entfernen, keine falsche gewesen. Er selbst habe noch geholfen, den Bock auf einen Transporter zu verladen. „Ich gehörte zu denen, die an ihn ran konnten“, erklärt Buschmann seinen Einsatz und ergänzt: „Dabei war von Wolfshain keine Rede. Uns wurde klipp und klar gesagt, dass er zur Schlachtung geht.“ Ungefähr zwei Wochen später habe er den Schädel von einem Mitarbeiter des Tierheims gezeigt bekommen. Außerdem habe ihm ein Fleischer bestätigt, dass ein im Tierheim gefundener Knochen von einer Ziege, allerdings einer weiblichen stamme.Nun werde es ganz verrückt, reagiert Domenica Dzywulski auf die Details in den Vorwürfen. „Der Bock ist in Wolfshain“, unterstreicht sie als Vorstandsmitglied die Aussage der Tierheimchefin. Zu Knochen, die in Hundezwingern gefunden worden sein sollen, sagt sie: „Von uns bekommen die Hunde keine Knochen. Doch es gibt immer wieder Leute, die welche mitbringen. Vielleicht stammt das Fundstück von so einer Aktion.“ Dzywulski stellt die Glaubwürdigkeit von Buschmann in Frage. „Herr Buschmann beschwört ganz gern etwas“, sagt Domenica Dzywulski. Zudem habe er Hausverbot im Tierheim.„Das mit dem Hausverbot stimmt. Begründet wurde es damit, dass ich im Vorfeld der angekündigten Neuwahlen des Vereins eine Mitgliederliste verlangte. Und als ich dann zur Zeitung ging, wurde mein Hausverbot damit erklärt“, spricht der Wurzener über Ursachen. Dennoch sei er Vereinsmitglied und lasse sich das Interesse an den Tieren nicht nehmen. Deshalb habe er jetzt versucht, mit der Wolfshainerin, die den Bock im Eigentum haben soll, zu sprechen. „Sie wollte zu dem Ganzen nichts mehr sagen“, erzählt Buschmann. Auch gegenüber der LVZ war Ulrike Büttner – sie hatte zu Wochenbeginn auf Nachfrage bestätigt, den Ziegenbock zu betreuen – zu keiner weiteren Aussage bereit. „Ich will mit dem Theater dort nichts mehr zu tun haben“, zieht sie einen Schlussstrich.Als Theater oder Hauen und Stechen zweier Fronten bezeichnet auch Frank Vogel, Amtstierarzt des Landkreises, was sich an Geschichten derzeit um das Wurzener Tierheim rankt. Vogel bestätigt, dass anklagende Briefe im Veterinäramt eingegangen seien. Die Behörde habe reagiert und sich in dieser Woche im Tierheim umgeschaut. „Hinsichtlich des Umgangs mit den Tieren ist den Mitarbeitern kein Vorwurf zu machen. Das bestätigte auch der betreuende Tierarzt, der viermal in der Woche im Tierheim ist“, sagt der Kreis-Veterinär. Er und seine Mitarbeiterin hätten nicht nur nach den formalen Dingen geschaut, sondern mit der Tierheimleitung auch über die aktuelle Situation gesprochen. „Wir mahnten eindringlich, die vereinsinternen Querelen zu beenden. Der Verein muss klären, ob die Kündigung der bisherigen Tierheimleiterin begründet war. Seither gibt es ja dieses Hauen und Stechen zweier Fronten. Doch darunter leidet der Tierschutzgedanke“, sagt Frank Vogel.

Conny Hanspach

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