Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Zschadraßer Feuerwehr wird 120
Region Grimma Zschadraßer Feuerwehr wird 120
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 02.06.2016
In ihrem Gerätehaus bereitete die Wehr das Fest vor. Auch diese TS-8-Motorspritze will sie zur Technikschau präsentieren, hier umringt von Andreas Böhme, Thomas Fischer und Gilbert Werner (von links). Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Colditz/Zschadrass

Wenn die Zschadraßer Feuerwehr ab Freitag ihren 120. Geburtstag feiert, dann blickt sie auch auf ihre bewegte Geschichte zurück. Eine Fotoausstellung zeigt Momentaufnahmen großer Einsätze. Einmal in jüngster Zeit gerieten die freiwilligen Helfer sogar selbst in lebensbedrohliche Gefahr.

Ein gestiegenes Schutzbedürfnis war der Grund für die Gründung der Truppe. Nachdem 1894 Zschadraß zur selbstständigen Heil- und Pflegeanstalt ausgebaut war, regte Wirtschaftsverwaltungsvorstand Gottlieb Steinert die Einrichtung einer freiwilligen Wehr an. Mit 31 Mann ging sie am 16. Mai 1996 an den Start, allein bis 1921 löschte sie 45 Brände.

Nach dem Zweiten Weltkrieg leistete sie viele freiwillige Aufbaustunden. Brandschutzkontrollen wurden zur ständigen Aufgabe, Hauptproblem waren unsichere Schornsteine und Elektroanlagen. Die gute Besetzung mit 27 Kameraden im Jahr 1957 ließ sich ab den 1960er-Jahren nicht mehr halten, häufig wechselten die Wehrleiter. Mehrfach mussten die Blauröcke nicht zu Bränden und auch zu Hochwassereinsätzen ausrücken.

Noch gut in Erinnerung ist den heutigen Floriansjüngern der 13. August 2002, als sie nach Erlln kamen, wo die Freiberger Mulde zum reißenden Strom geworden war. Sie gaben in letzter Minute ein SOS ab, bevor sie das Wasser eingeschlossen hätte, und flohen mit ihrem Auto in den Wald Richtung Maaschwitz. Dort saßen sie fest, weil der Muldedamm gebrochen war. „Niemand wusste, ob wir es schaffen herauszukommen“, blickt Wehrleiter Jens Böhme (36) zurück. Erst am nächsten Morgen war der Weg frei, nach Hause zu fahren.

2005 baute sich die Wehr mit Hilfe der Heilstätten einen Kuhstall zum Gerätehaus aus, die sogenannte Alte Meierei. Die zweite Jahrhundertflut kam nach nur zwölf Jahren, wieder waren die Zschadraßer vor Ort.

Im Schnitt kommen sie auf 14 bis 28 Einsätze pro Jahr. „Häufig sind Sturmschäden zu beseitigen. Und die Brandmeldeanlagen der Kliniken lösen oft aus, ohne dass es brennt“, sagt Böhme, Chef der 22 Mann starken Truppe – außerdem gibt es eine Ehrenabteilung mit fünf Mitgliedern. Sein Hauptwunsch ist es, mehr Nachwuchs zu gewinnen, denn der Altersdurchschnitt geht in Richtung 60.

Vier Jugendliche aus dem Ort gehören momentan den entsprechenden Abteilungen in Hausdorf und Schönbach an. Mit 16 Jahren können sie dann den aktiven Dienst in Zschadraß antreten, was bei zwei von ihnen voraussichtlich demnächst der Fall sein wird. „Wir brauchen mehr junge Leute, wenn wir die Truppe erhalten wollen“, meint Jens Böhme.

Festprogramm am und im Gerätehaus:

Freitag: ab 19 Uhr, Festsitzung für geladene Gäste; Sonnabend: ab 14 Uhr Bühnenprogramm der Kindertagesstätte Villa Sonnenstrahl, Hüpfburg, Seifenblasenartist, Flohmarkt, ab 15 Uhr Schauvorführungen der Feuerwehr, Technikschau und Auftritt der Schalmeienkapelle Grimma, ab 16 Uhr Seifenkistenrennen, ab 20 Uhr Disco mit Tanz

Von Frank Pfeifer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mehr Gestein als bisher genehmigt möchte die Schotter- und Splittwerk Altenhain GmbH (Susa) am Klengelsberg abbauen. Während die Stadtverwaltung und der Ortschaftsrat Seelingstädt darin kein Problem sehen, überwiegt direkt am Steinbruch die Skepsis. Der Stadtrat gab nun seine Zustimmung – unter Auflagen.

17.04.2018

Das Evangelische Schulzentrum Muldental im Grimmaer Ortsteil Großbardau darf auf ein Preisgeld von 100.000 Euro hoffen. Seine Grundschule gehört zu den 17 nominierten Schulen für den Deutschen Schulpreis 2016, der am 8. Juni verliehen wird.

02.06.2016
Borna Arbeitslosenquote erstmals unter sechs Prozent - Wurzen und Geithain hängen die Republik auf dem Arbeitsmarkt ab

Zum ersten Mal in der Geschichte der Agentur für Arbeit Oschatz ist die Arbeitslosenquote in zwei der neun Geschäftsstellenbereiche unter die Marke des Bundesdurchschnittes bei der Arbeitslosigkeit gesunken. Geithain profitiert von einer ausgezeichneten Verkehrsinfrastruktur und Wurzen punktet durch eine gute Vernetzung von Wirtschaft, Verwaltung und Schule.

02.06.2016
Anzeige