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Grimma Zufahrt im Bahrener Feldweg gekappt: Schwestern sorgen sich
Region Grimma Zufahrt im Bahrener Feldweg gekappt: Schwestern sorgen sich
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00:22 11.11.2017
Jutta Bittner blickt kritisch auf die Bauarbeiten im Feldweg. Quelle: Foto:
Grimma/Bahren

Jutta Bittner traute ihren Augen nicht, als ihr Wohnhaus in Bahren am Mittwoch nach dem Reformationstag plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten war. Ohne ein Wort der Ankündigung, erzählt sie, war der Bautrupp im Feldweg weitergezogen und hatte damit die Zufahrt zum Grundstück 2c, wo die 81-Jährige mit ihrer Schwester Inge (77) lebt, unpassierbar gemacht. Gerade mal eine halbe Stunde zuvor habe ein Bauarbeiter die Sperrung signalisiert, berichtet sie. Seit über einer Woche müssen die beiden Frauen nun schon mit dem Zustand leben. Doch es ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Ab Freitag soll der öffentlich gewidmeten Feldweg wieder befahrbar sein.

Bittners wohnen an einer Stelle, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. 1963 bauten ihre Eltern in der grünen Idylle das Haus, das von Wochenendgrundstücken umgeben ist. Seit aber die vom Feldweg abzweigende Zufahrt zum Wohnhaus nicht möglich ist, machen sich die zwei Frauen große Sorgen. Inge Bittner hatte vor vier Jahren eine schwere Herz-OP, ihre ältere Schwester wurde vor einem halben Jahr an der Hüfte operiert. Doch wie käme bei einem Ernstfall der Notarzt oder der Rettungsdienst zum Haus, fragen sich die Damen. „Und was ist, wenn es brennt“, so die 81-jährige gelernte Fotografin. Die Feuerwehr wäre wohl machtlos. Sowohl aus Richtung Sportplatz als auch von der Loreley her ist die Zufahrt zum Grundstück seit Tagen gekappt. Leitungsschacht und Baumaterial verhinderten das Durchkommen, so die Seniorin. „Selbst zu Fuß war es schwierig.“

Zudem mussten Jutta und Inge Bittner in aller Eile ihre Heizöllieferung stoppen, die sie wegen günstiger Preise geordert hatten. „Wer kommt dafür auf, wenn ich jetzt mehr zahlen muss“, ärgert sich die 81-Jährige. „Wir kriegen keine LVZ und Post, wir sind völlig abgeschnitten.“ Zum Glück war Inge Bittner Minuten vor der Sperrung der Straße mit ihrem Auto zum Sport und Einkaufen aufgebrochen. Als sie nichts ahnend zurück kam, gelangte sie zwar nicht mehr aufs Grundstück, doch so hatte das Schwesternpaar zumindest ein Fahrzeug verfügbar.

Die Straßenbau Kunze GmbH Grimma lässt im Feldweg eine Wasserleitung verlegen. Firmenchef Tobias Kunze wollte sich am Mittwoch gegenüber der LVZ nicht zur Baustelle und den abgeschnittenen Anwohnern äußern. Der Sprecher der Stadt Grimma, Sebastian Bachran, bestätigte, dass für den Feldweg 6 bis 10 auf Antrag der Baufirma eine verkehrsrechtliche Anordnung für die Zeit vom 24. Oktober bis 10. November ausgestellt wurde. So eine Anordnung sei mit Auflagen verbunden. Die Baufirma habe rechtzeitig die Anlieger und Entsorgungsträger zu informieren, für Rettungsdienst und Feuerwehr müsse ein mindestens drei Meter breiter Zuweg gegeben sein, erläutert Bachran. Den Ärger in Bahren kann er sich nicht erklären. „Wir haben gute Erfahrungen mit der Firma“, sie sei sehr zuverlässig.

Die Bittner-Schwestern haben für die Bauarbeiten auch vollstes Verständnis. „Es geht um die Art und Weise“, bekräftigt die 81-Jährige, „denn wir sind nicht informiert worden“. Rechtzeitig ein Aushang – auch zur Dauer – hätte den beiden Damen durchaus gereicht.

Von Frank Prenzel

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