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Grimma Zugverbindungen nach Leipzig stehen auf der Kippe
Region Grimma Zugverbindungen nach Leipzig stehen auf der Kippe
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09:58 20.08.2010
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Landkreis Leipzig

7,5 Prozent weniger will das Land laut dem Entwurf des Doppelhaushaltes 2011/2012 zahlen. Für den ZVNL bedeutet das Mindereinnahmen in Höhe von 7,5 bis 8 Millionen Euro, wie auf der Verwaltungsratssitzung des Verbandes deutlich wurde. "Diese unerwarteten Kürzungen der Gelder werden wir nicht einfach so ausschwitzen können", sagte der ZVNL-Verbandsvorsitzende und Landrat Gerhard Gey (CDU).

Die Geschäftsführung des ZVNL arbeitet momentan Möglichkeiten aus, wie die Millionen Euro eingespart werden können. Generell ist es schwer, durch die Reduzierung des Taktes einzelner Zugverbindungen Ausgaben einzusparen. Denn zwar kann so der Zuschlag an die Zugunternehmen, die für jeden gefahrenen Kilometer einen Betrag erhalten, reduziert werden. Kosten für den Betrieb des Zuges oder die Bezahlung des Personals bestehen aber weiter.

Der ZVNL befürchtet, dass die Pläne des Freistaates spürbare Auswirkungen auf die Nutzer des Nahverkehrs haben werden. Ganze Zugstrecken sollen nach Geys Vorstellungen nicht eingestellt werden. Einsparungen und Taktreduzierungen auf einzelnen Strecken sind aber durchaus denkbar: "Auch hervorragend nachgefragte Verbindungen von Leipzig nach Dresden, Chemnitz, Halle, Delitzsch oder Borna stehen möglicherweise zur Disposition", so Gey. Linienerweiterungen wie die seit Jahren geforderte durchgängige Verbindung nach Erfurt oder eine bessere Anbindung von Grimma nach Fertigstellung des City-Tunnels könnten unter den neuen Bedingungen aber ganz sicher nicht eingerichtet werden.

Ein weiteres Problem ist zudem, dass der Zweckverband eigentlich sehr langfristig plant. Verträge mit Zug-Unternehmen werden für einen Zeitraum von zehn Jahren oder länger abgeschlossen, damit Planungssicherheit besteht. "Eigentlich hatte uns die Landesregierung - egal aus welchen Parteien sie sich zusammensetzte - stets zugesagt, dass wir diese Verträge erfüllen könnten", sagte ein Verbandsmitglied. Nun müssten die Verträge voraussichtlich neu verhandelt werden. Zwar enthalten sie Klauseln, die das erlauben. Die Frage ist nur, in welchem Umfang dieser Schritt nötig seien wird.

Deswegen prüft der ZVNL, inwiefern ein erheblicher Teil der Einsparungen in der eigenen Verwaltung vorgenommen werden kann. Kündigungen werden ausgeschlossen. Aber die Anzahl von Gutachten und Planungsaufträgen, die bisher von Kanzleien und Ingenieurbüros erstellt werden, könnte stark reduziert werden. Falls nicht auch innerhalb des Verbands gespart werde, seien die Kürzungen bei den Zugverbindungen der Bevölkerung nicht zu vermitteln, sagte ein Verbandsmitglied.

Kai Kollenberg

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