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Grimma Zum Schönbacher Straßenlauf werden am Sonntag über 700 Starter erwartet
Region Grimma Zum Schönbacher Straßenlauf werden am Sonntag über 700 Starter erwartet
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15:47 27.04.2017
Der Schönbacher Straßenlauf bietet Wettkämpfe für verschiedene Alterklassen an: Auch KInder sind am Start. Quelle: Foto: privat
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Colditz/Schönbach

Der Schönbacher Straßenlauf ist genauso einmalig wie sein Gründungsvater: Gottfried Quaas ermittelte einst die Streckenlänge, indem er den Reifen seines Fahrrads mit einem Kreidestrich präparierte, den Drahtesel kilometerlang neben sich her schob, jede einzelne Umdrehung zählte und fleißig multiplizierte. Anfangs träumte der inzwischen verstorbene, aber unvergessene Aktivist der ersten Stunde noch von einem reinen Radrennen. Tatsächlich gingen 1967 neben Läufern auch Rennfahrer an den Start. Doch es stellte sich heraus, dass die Straßen des preisgekrönt-schönen Dorfes zu eng für wetteifernde Radrenner sind – vor allem, wenn sich in den Kurven noch 500 Schaulustige drängen.

Zur 49. Auflage des kultigen Laufs erwarten die rührigen Organisatoren um Rennleiter André Kricke am Sonntag neben Landrat Henry Graichen einmal mehr über 700 Starter (Rekord 2015: 797). Wie immer gibt es 25 Einzelwettkämpfe über alle möglichen Distanzen und in den verschiedenen Altersklassen – von Krümellauf über Staffelrennen bis hin zu 16 Kilometern, von den Senioren über die Jugend bis zu den Vorschulkindern. Allein Lehrerin Jana Fischer von der Grimmaer Wilhelm-Ostwald-Grundschule meldete 50 „laufende Meter“. Der erste Startschuss fällt 8.35 Uhr, die letzte Siegerehrung ist für 12.30 Uhr angesetzt. Alle bekommen eine Teilnehmerurkunde, die jeweiligen drei Erstplatzierten zusätzlich Medaillen und Sachpreise, in der Staffel gibt es für die Siegermannschaft sogar einen Pokal.

Joachim Burchert moderiert das Rennen gewohnt sachkundig und fast so überschwänglich, als kippe er bei jedem Zieleinlauf aus seinem Fenster der „Sächsischen Krone“. Sebastian Kricke alias Maskottchen „Krümel“, ein Tausendfüßler, schwitzt mit den Kleinsten über 300 Meter um die Wette. SV Eintracht Sermuth, 50 Sponsoren, Stadtverwaltung Colditz, Kreissportbund und Landkreis Leipzig unterstützen den Lauf.

Adalbert Berger, Thomas Schreck, Jürgen Andrä, Ina Krebs, Katrin Juhrich und Britt Gappa koordinieren die logistische Meisterleistung. Gappa, mit 47 Jahren fast so alt wie das Rennen selbst, kann sich noch gut erinnern: „Als Halbwüchsige beorderte mich Gottfried Quaas an die Erika-Schreibmaschine in den LPG-Bauwagen – zum Urkundentippen. Seitdem bin ich im Org-Team.“

Zu DDR-Zeiten hieß der anlässlich des Republik-Geburtstages angesetzte sportliche Höhepunkt noch „Rudi-Arndt-Gedenklauf“, benannt nach dem gleichnamigen Widerstandskämpfer mit eigenem Gedenkstein nahe der Feuerwehr. Von 1990 bis 1992 hieß das Event Schönbacher Herbstlauf, seit 1993 firmiert es unter Schönbacher Straßenlauf. Namen, die mit dem Lauf verbunden sind: Christine Mehmel-Ziegner (erste Goldmedaillengewinnerin), Konrad Gey, Michael Krafczyk (Kampfrichter Waldlauf), Gunter Neustadt sowie die verstorbenen Josef Seifert und Hartmut Riegert. Eine lebende Legende: Gemeindeschwester Asla „Agnes“ Kunze, die in ihrem Trabi alle aufgelesen hatte, die unterwegs schlapp machten. Erste Hilfe leisten inzwischen Jacqueline Knispel und ihre Mannschaft.

Die vielen ehrenamtlichen Helfer wie etwa Dirk Neustadt gehören zum Schönbacher Straßenlauf wie das pumpende Herz zum Rennen. Auch diesmal werden es wieder 70 Freiwillige sein. Das Sportereignis am letzten Sonntag im April ist ein Selbstläufer. Inzwischen liegt sogar eine 20-minütige Filmdoku auf DVD vor, und im nächsten Jahr wird 50. Geburtstag gefeiert – mit hoffentlich 1000 Startern und kleiner Torte statt großer Worte.

Von Haig Latchinian

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