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Grimma Zuschüsse für Dorffeste und Heimatvereine: Landkreis Leipzig verteilt 25 000 Euro
Region Grimma Zuschüsse für Dorffeste und Heimatvereine: Landkreis Leipzig verteilt 25 000 Euro
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16:43 11.05.2017
Ein so genanntes „Waterloo-Gebiss“ mit den Zähnen gefallener Soldaten aus der Zeit um 1880 ist im Dentalmuseum in Zschadraß ausgestellt. Die Einrichtung erhält einen Zuschuss aus dem Topf für Kulturförderung.
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Landkreis Leipzig

Zahlreiche Heimatinitiativen und Vereine kommen in den Genuss von Zuschüssen aus dem Kreisetat. 25 000 Euro stehen in diesem Jahr zur Verfügung, um Konzertreihen, heimatgeschichtliche Aktivitäten oder Dorfjubiläen zu unterstützen. Der Kreisausschuss für Soziale Infrastruktur hatte auf seiner Sitzung am Dienstag in Grimma die Aufgabe, über die Verteilung der Gelder zu entscheiden.

Erste Erkenntnis: Das Budget reicht nicht für alle. Insgesamt lagen Anträge über knapp 50 000 Euro vor. Um alle Wünsche zu erfüllen, hätte die Fördersumme doppelt so hoch sein müssen. „Wir haben uns dennoch bemüht, die Gelder mit Augenmaß zu verteilen“, erklärte Konstanze Kötz, Mitarbeiterin des Kultusamtes. Seit Jahren gelte zum Beispiel die Richtschnur, dass der maximale Zuschuss bei 1000 Euro liegt. „So können wir gewährleisten, dass möglichst viele Anträge Berücksichtigung finden“, so die Verantwortliche. Zu den Bedachten, bei denen die Obergrenze ausgeschöpft wird, gehören der Ringelnatz-Verein Wurzen für den diesjährigen Ringelnatzsommer, die Röthaer Stadtraben für ihr Theaterspektalel zum Kirchenschatz von Rötha; aber auch der Heimatverein des Bornaer Landes für Kosten der Heimatforschung oder der Geopark Porhyrland für das 19. Bergfilmfestival.

Mehrere hundert Euro erhalten unter anderem die Andreas Reimann Gesellschaft Borna für eine Lesung, der Freundeskreis Schloss Frohburg für Initiativen rund ums Gartenhaus oder die Standortinitiative Wurzen für eine Ausstellung zur Geschichte der Bahnverbindung Leipzig-Dresden. Gefördert werden auch zahlreiche Konzertreihen, so in der Bergkirche Beucha oder an der Renaissance-Orgel in Pomßen. Orts- und Vereinsjubiläen werden ebenso in Nemt (725-Jahr-Feier), Fuchshain (Festwoche zu 750 Jahren) oder im Kulturpark Deutzen (50 Jahre Volksplatz) unterstützt. Der Göttwitzer Dorfverein will Infotafeln aufstellen, die an die archäologischen Ausgrabungen in der Region erinnern und erhält dafür ebenfalls einen Obolus. Für den Kauf eines Holzbackofens kann der Heimatverein Seelingstädt auf einen Zuschuss rechnen, ebenso der Geschichts- und Altertumsverein Grimma für die schrittweise Restaurierung des Stolledenkmals.

„Im Vorfeld liefen zahlreiche Gespräche mit den Antragstellern“, erläuterte Kultusamtsleiter Holger Pethke auf eine Nachfrage von Kreisrätin Ute Knische (Unabhängige Wählervereinigung) hin. Konstanze Kötz betonte, dass man immer Rücksprache gehalten habe, ob sich das Projekt auch mit weniger Geld oder anderen Unterstützern realisieren lässt. Durch die Ablehnung stehe keines der Projekte auf der Kippe, versicherte sie. Von 37 Antragstellern gingen in diesem Jahr insgesamt sechs leer aus.

So muss sich der TC Blau Gelb Grimma für die Teilnahme am Summer Dance Festival in Berlin andere Financiers suchen. Auch der Jagdhaus-Verein Kössern erhält kein Geld, da er bereits über den Kulturraum gefördert wird. Für sein Angebot, Musikunterricht für Flüchtlinge anzubieten, sei die Kulturförderung zudem der falsche Topf, hieß es. Landrat Henry Graichen (CDU) regte hier ein Umlenken auf andere Förderprogramme an. Konstanze Kötz wiederum gab zu bedenken, dass die Musikschulen schon eine umfangreiche Finanzspritze aus dem Kreisetat erhalten und gleichfalls Musikunterricht für Flüchtlinge anbieten.

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Liste passierte den Ausschuss schließlich ohne Änderungen. Konstanze Kötz hofft dennoch, dass vielleicht ab 2019 mehr Gelder zur Verfügung stehen. Sie erinnerte daran, dass die 25 000 Euro in etwa der Summe entsprechen würden, die allein der ehemalige Muldentalkreis in den Vorjahren für Kultur ausgegeben habe. Nunmehr müsse die Summe reichen, im Hunderte von Vereinen im gesamten Landkreis zu bedenken. Mitunter komme es aber auch nicht auf die Höhe der Zuwendung an, weiß die Mitarbeitern aus Gesprächen mit den zumeist Ehrenamtlichen: „Die Vereine verstehen das auch als Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit.“

Von Simone Prenzel

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