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Grimma Zwei Verrückte denken nicht ans Aufhören
Region Grimma Zwei Verrückte denken nicht ans Aufhören
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05:00 23.09.2010
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. Und derartige Zeilen erhalten die beiden reichlich, veranstalten sie doch seit knapp 20 Jahren in der Ferienzeit ein Jugendcamp, das sich auch in diesem Jahr wieder bester Resonanz erfreute.

„In den fünf Ferienwochen sind gerade einmal zwei Plätze frei geblieben", freut sich Christiane Schmann (67). Was kein Wunder nimmt, wird doch den Ferienkindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren auf dem Hof im Norden des Nerchauer Ortsteiles all das geboten, was ein Kinderherz begehrt: Schlafen auf Stroh in umfunktionierten Kälber-Transportboxen, Ziegen füttern, Ponys streicheln, Kaninchen knuddeln und Ställe säubern. „Uns begegnen viele intakte, aber auch nicht minder viele kaputte Kinderwelten", weiß der 71-jährige Peter Köditz zu berichten, der von all seinen Bewohnern auf Zeit liebevoll „Ziegen-Peter" genannt wird. „Und es kommt nicht selten vor, dass uns die Kinder ihr Herz ausschütten."

Dabei ist das Geheimnis, warum der Ziegenhof bei Kindern so beliebt ist, kein wirkliches. „Wir schaffen es mit minimalstem Aufwand, Kinder glücklich zu machen, denen der Kontakt mit den Tieren unheimlich gut tut", so Christiane Schumann, die gesteht, ihrerseits von ihren Gästen glücklich gemacht zu werden. „Wir erleben extrem bewegende Momente am laufenden Band und können unsere Freude manchmal gar nicht in Worte fassen. Und wenn nach den Ferien wieder Ruhe einzieht, dann fehlt uns ganz schnell etwas", so Schumann. An die Frau würden Eltern nicht selten die Frage herantragen, wie es ihr und ihrem Lebenspartner gelungen sei, innerhalb kürzester Zeit eine derartige Veränderung ihres Kindes zu bewirken.Diesen zwischenmenschlichen Glücksmomenten stünden andererseits Rahmenbedingungen des Wirtschaftens gegenüber, die nicht einfacher geworden seien. Denn zum einen habe die Wirtschaftskrise deutliche Spuren beim Kaufverhalten der Kundschaft hinterlassen, zum anderen erschwerten gestrichene Fördermittel wie die für den „Wandertag in der Landwirtschaft" sowie zum Teil erhebliche Kostensteigerungen das Wirtschaften. „Für die Fleischbeschau eines Zickleins verlangt das Landratsamt mittlerweile neun Euro. Wenn ich die Kosten für die Milch zur Aufzucht und die für den Fleischer addiere, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass ich das Fleisch im Prinzip auch an die Hunde verfüttern könnte", so Peter Köditz.

Ans Aufgeben gleichwohl verschwenden die beiden Ziegenhofbetreiber keinen Gedanken. „Wir sind zwei Verrückte", konstatiert Christiane Schumann. Und Peter Köditz ergänzt, dass sie Urlaub nicht bräuchten, hätten sie doch „Licht, Luft und Natur im Überfluss". Und jede Menge Fans. So viele, dass Christiane Schumann bei dem Gedanken, dass der Ziegenhof im kommenden Jahr 20 Jahre alt wird, ein wenig mulmig wird. „Wir haben keine große Party geplant, weil wir befürchten, überrannt zu werden."

Redakteur Muldentalzeitung

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