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Grimma Zwischen den Fronten in Fuchshain
Region Grimma Zwischen den Fronten in Fuchshain
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13:58 19.05.2015
Auf grüner Wiese statt im Eigenheim: Axel Fischer (links) steht mit Gerd Schneider dort, wo er bauen wollte - die Aktenordner der beiden haben sich gefüllt. Quelle: Andreas Röse

Ortschaftsrat und Bauamt der Stadt gaben ihr Einverständnis. Doch dann schob das Bauordnungsamt des Landratsamtes einen Riegel vor mit der Begründung, es handle sich um ein Außengebiet. Nun wächst zwar seit Jahren Gras an der Stelle, wo Fischers Familie und seine Schwiegermutter wohnen wollten. Doch deswegen will der Fuchshainer Unternehmer noch lange kein Gras über die ganze Sache wachsen lassen.

Der Inhaber eines Transport- und Recyclingunternehmens hatte das Grundstück Alte Großpösnaer Straße 1 im Jahre 2009 vom Chef des benachbarten Betonwerks, Gerd Schneider, erworben. Bevor er den Vertrag unterschrieb, erkundigte er sich beim städtischen Bauamtsleiter Thomas Hertel, der ihm versicherte, dass es sich um ein Mischgebiet handle, in dem einer Wohnbebauung nichts entgegenstehe. Am 12. September 2011, Fischer war inzwischen Eigentümer, erteilte der Ortschaftsrat Fuchshain das Einvernehmen der Stadt für seine Bauvoranfrage. Dann kam die Ablehnung vom Bauordnungsamt.

In einem Schreiben vom 28. September 2011, das Fischer in seinem inzwischen dicken Aktenordner aufbewahrt, teilte ihm das Landratsamt mit, die "geplante Bebauung würde in den Auenbereich der Parthe eingreifen". Der Fluss liegt aber sechs Kilometer Luftlinie entfernt und viel tiefer. Selbst wohlwollende Naturschützer dürften Fuchshain nicht in seinen Auenbereich verorten.

Das wichtigere Argument der Kreisbehörde sei es gewesen, dass das Grundstück im Außenbereich liege und deshalb nicht bebaut werden dürfe. Das stößt bei Schneider auf Unverständnis. "Ich selbst wollte hier ursprünglich bauen und bekam 1998 eine Genehmigung vom damaligen Landratsamt Grimma. Seinerzeit zählte die Fläche zum Innengebiet", erklärt er. Bis 2008 habe dort sogar ein 120 Jahre altes Einfamilienhaus gestanden, das er extra im Zuge des Verkaufs an Fischer abreißen ließ.

Dann zeigt Schneider auf die Umgebung. Entlang einer Seite des Grundstücks verläuft eine Zufahrt zu einem Wohnhaus, hinter dem Weg liegt Privatland und das Betonwerk. An die anderen Seiten grenzen Wohnhäuser und Gärten, hinter denen wiederum zum Teil Wohnhäuser stehen. Vom Gefühl her alles andere als eine Bebauungsgrenze.

"Seit drei Jahren bitte ich um einen Vor-Ort-Termin. Doch niemand kommt, um sich die Lage anzuschauen", kritisiert Fischer. Auf Anfrage kontert das Bauordnungsamt, "dass die Einschätzung der Bebaubarkeit von Grundstücken im Rahmen einer Inaugenscheinnahme erfolgt." Offenbar gab es also eine Ortsbesichtigung, allerdings ohne den Eigentümer hinzuzuziehen.

Weiter teilte die Behörde mit: "Bei einer planungsrechtlichen Betrachtungsweise sind rein optische Eindrücke wenig hilfreich." So würden Wochenendgebäude und Gartenhäuser in der Regel keinen Bebauungszusammenhang darstellen. Kurzum: Im vorliegenden Fall handle es sich um ein Außengebiet.

Hertel steht indessen weiter an der Seite von Fischer. "Der Wille der Gemeinde ist es, dass die Fläche als Innenbereich angesehen wird", sagt der Naunhofer Bauamtsleiter gegenüber der LVZ. "Im Flächennutzungsplan ist sie als Mischgebiet ausgewiesen." Solche Worte scheinen dem Eigentümer allerdings nichts zu nützen. Er ging in Widerspruch zur Entscheidung des Bauordnungsamts - und scheiterte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.11.2014
Pfeifer, Frank

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