Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Grimmaer Ruderverein für Integrationspreis nominiert
Region Grimma Grimmaer Ruderverein für Integrationspreis nominiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:17 25.10.2018
Junge Flüchtlinge rudern auf der Mulde in Grimma. Quelle: Detlef Rohde
Grimma

Die Nachricht kam für den Vorsitzenden des Grimmaer Rudervereins Hubertus von Below dann doch überraschend. Anfang der Woche erhielt er eine Mail aus Dresden, in der er darum gebeten wurde, Informationen und Fotomaterial für die Sächsische Landesregierung zur Verfügung zu stellen, der Verein sei für den Integrationspreis 2018 nominiert. „Ich war schon überrascht, dass man in Dresden unsere Bemühungen wahrnimmt, die wir zur Integration von minderjährigen Zuwanderern seit Ende 2015 unternommen haben,“ sagt Hubertus von Below.

Erstkontakt über das Bildungs- und Sozialwerk Muldental

Der Ruderverein Grimma ist für den Integrationspreis nominiert. Quelle: Detlef Rohde

Die ersten Kontakte gab es mit Jugendlichen aus der Unterkunft für unbegleitete Minderjährige (UmA) beim Bildungs- und Sozialwerk Muldental in Tanndorf. „Damals knüpfte unser 2. Vorsitzender Sepp Hoffmann die ersten Kontakte und lud die Jugendlichen in unseren Verein ein. Wolfgang Höhne, ein pensionierter Lehrer, gab damals mit Spiel und Sport Deutschunterricht. Dazu fuhr er einmal die Woche aus der Nähe von Mutzschen nach Tanndorf. Samstags holten wir mit unserem Bus die Interessenten ab, da sie noch keine Fahrkarten für Bus und Bahn hatten, um sich frei bewegen zu können,“ erinnert sich Hubertus von Below.

Junger Iraner beginnt Ausbildung als Tischler

In einem Fall sei es sogar gelungen, Kourosh, einem jungen Iraner, einen Ausbildungsplatz als Tischler bei der Firma PAX in Bad Lausick zu vermitteln – der junge Mann gehe 2019 in sein zweites Ausbildungsjahr.

Sport ist geeignete Form für Integration

Hubertus von Below wirkt kämpferisch, wenn er an die bürokratischen Hürden denkt und daran, welche Kämpfe er und andere Vereinsmitglieder in der ersten Zeit ausgestanden haben. „Die Integrationsarbeit, die derzeit läuft, ist in keinster Weise ausreichend. Integration funktioniert nicht mit ein wenig Schule und ein- bis zweimal Sport die Woche. Der Sport ist eine gute Alternative zu den staatlichen Angeboten, aber es muss mehr geschehen, dass die Menschen, die hier her kommen, auch lernen anzukommen.“ Dann lächelt der Vereinsvorsitzende und fügt hinzu, dass alleine die Nominierung für den Integrationspreis für jedes Mitglied im Verein ein großes Dankeschön für alle bisherigen und kommenden Bemühungen um die Integration zugewanderter Menschen sei.

Von Detlef Rohde

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum Tag der Justiz gab es im Amtsgericht Grimma einen ungewöhnlichen öffentlichen Prozess zu bestaunen: Neuntklässler des Gymnasiums St. Augustin überraschten mit einer fiktiven Verhandlung. In deren Verlauf wurde ein Schläger zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

25.10.2018

Markus Bergforth, Vorsitzender der Landkreis-SPD, hat sich hinter Petra Köpping gestellt. Ihre zahlreichen Projekte würde die Ministerin durch eine ebenso gute Öffentlichkeitsarbeit begleiten, zeigte sich der Brandiser über die Nominierung Köppings für den Negativpreis „Schleudersachse 2018“ irritiert. Der Bund der Steuerzahler Sachsen prangert damit Verschwendung an.

25.10.2018

Teile einer Windkraftanlage des Windparks bei Bockelwitz drohten auf die Autobahn zu stürzen. Deshalb war die A 14 zwischen Leisnig und Döbeln in beide Richtungen voll gesperrt. Das Dörfchen Nicollschwitz stand kurz vor der Evakuierung.

25.10.2018