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Markkleeberg 126 Stufen vom Tertiär bis heute
Region Markkleeberg 126 Stufen vom Tertiär bis heute
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15:11 19.05.2015
Schritt für Schritt auf Zeitreise: Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (Vierter von links), Großpösnas Bauamtsleiter Detlef Richter (Zweiter von links), Mitglieder des Vereins für Erdgeschichte im Südraum und weitere Gäste schauen sich den Schichtenstapel an der Auenhainer Treppe an. Quelle: André Kempner

Die Auenhainer Treppe ist mit ihren 126 Stufen zwischen dem Seepark und dem Kanupark für viele Spaziergänger eine schweißtreibende Herausforderung. Nun erfahren sie, was sie eigentlich bewältigen - erdgeschichtlich betrachtet fast 28 Millionen Jahre. Sieben, neben der Treppe angelegte Betonstufen machen den mit der Sanierung des Tagebaus Espenhain überdeckten geologischen Aufschluss - die sogenannte Wachauer Folge - plastisch sichtbar. Laut Gerda Standke vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, die neben Professor Arnold Müller von der Universität Leipzig als wissenschaftlicher Berater fungierte, markieren sie die sieben kartierten Erdschichten in diesem Böschungsabschnitt - von den tertiären Meeressanden bis zur 150 000 Jahre alten eiszeitlichen Saale-Grundmoräne und machen das Erklimmen des Auenhainer Plateaus zur "Zeitreise in die Geschichte des Neuseenlandes".

Der Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) lobte die "auf ästhetische Weise landschaftsprägende Gestaltung", die mit ihrer bildhaften Darstellung an authentischen Orten selbst Laien für erdgeschichtliche Prozesse begeistern könne. "Der Geopfad ist eine inhaltliche Klammer für die Bergbaufolgelandschaft, die es so nur am Markkleeberger und Störmthaler See gibt", sagte Schütze.

Am Störmthaler See sind die erdgeschichtlichen Prozesse an einigen Böschungsabschnitten noch heute naturgetreu zu sehen. Besonders auffällig ob ihrer Größe sind der Bändertonaufschluss unterhalb des alten Störmthaler Aussichtspunktes und der Aufschluss der maritimen Formsande im Bereich des Gösel-Canyons. Um beide Standorte für Seegäste auch künftig erlebbar zu machen, wurden am Bändertonaufschluss und auf der Grunaer Halbinsel mit Blick zum Canyon Stelen mit geologischen (Schau-)Fenstern aufgestellt. Vorab hatten Fachleute die überregional bedeutenden Aufschlüsse noch einmal angeschnitten und Lackprofile abgenommen. In einem aufwendigen Verfahren konnten so die unterschiedlichen Farben und Körnungen der Erdschichten konserviert werden. Die Stelen wurden wie schon die 16 jeweils 3,30 Meter großen des ersten Geopfad-Abschnittes von der Leipziger Firma gidesign gestaltet.

Die drei neuen Landmarken kosten in Summe 82 000 Euro, finanziert mit Mitteln aus dem Förderprogramm der Integrierten ländlichen Entwicklung (Ile). Bauherren waren die Gemeinden Markkleeberg und Großpösna, die wie Schütze betonte, "vollkommen unkompliziert zusammengearbeitet haben".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.11.2013
Ulrike Witt

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