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1400 Fußballfelder neuer Wald

1400 Fußballfelder neuer Wald

Großpösna. Rund 1400 Fußballfelder neuer Wald in Sachsen, weit mehr als vier Millionen neue Bäume und die Bindung von 8000 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr: Die Bilanz der Stiftung „Wald für Sachsen“, die seit 15 Jahren besteht, ist beeindruckend.

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Für eine grüne Zukunft: Waldkönigin Sandy I., Eberhard Lippmann, Frank Kupfer, Reinhold Genzi, Gabriela Lantzsch und Hubert Braun (von links) pflanzen im Rahmen der Festveranstaltung den Baum des Jahres - eine Elsbeere.

Quelle: André Kempner

Seit ihren Anfängen im Jahr 1996 hat die Stiftung im Freistaat eine Fläche von mehr als 820 Hektar aufgeforstet. Gestern feierte sie im Oberholz und war sichtlich stolz auf das Erreichte.

Frank Kupfer (CDU), sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, lobte die Stiftung als „sächsische Erfolgsgeschichte“. Sie würde seit nunmehr 15 Jahren einen „bemerkenswerten Beitrag zum Klimaschutz“ leisten. Da Sachsen leider waldarm sei, gibt es die Vorgabe, den Anteil des Waldes an der Gesamtfläche des Bundeslandes von heute 28,4 auf 30 Prozent zu erhöhen. „Um das Ziel bald zu erreichen, hat uns die Stiftung in den vergangenen Jahren sehr unterstützt“, betonte er. Und selbstverständlich sei das ganz und gar nicht, denn die Aufforstung sei mit einem immensen Aufwand verbunden. Pro Hektar Fläche müssten rund 5000 Bäume gepflanzt werden, die wiederum auch einer guten Pflege bedürfen.

Gerade einmal mit drei Festangestellten, dafür aber mit unzähligen Ehrenamtlichen hat die Stiftung die beachtlichen Ergebnisse erreicht. Und dafür, dass es auch in den kommenden Jahren so weiter geht, will Kupfer sorgen. „Wir werden die Stiftung weiter unterstützen“, machte er deutlich.

In dieser Form ist die Stiftung deutschlandweit einzigartig. „Wir sind gemeinnützig, privatrechtlich und förderfähig“, erklärte Kuratoriumsvorsitzender Eberhard Lippmann. Gemeinsam mit Partnern wie Kommunen, Agrarunternehmen, Verbänden und Privatleuten konnte die Stiftung 123 Projekte auf die Beine stellen, um Wälder aufzuforsten. Auch in Großpösna und Markranstädt war sie bisher tätig. So entstanden in Störmthal, Dreiskau-Muckern und Großlehna neue Waldflächen. 1997 hatte „Wald für Sachsen“ vom Freistaat die ehemaligen Truppenübungsplätze Königsbrück und Zeithain gekauft. Damals erhielt die Stiftung vom Finanzministerium 25 Millionen D-Mark, um Kampfmittel zu bergen und zu entsorgen. Insgesamt mussten fast 270 000 Granaten, Bomben, Minen und Raketengeschosse beseitigt werden. 2007 wurden die Geschicke der Naturschutzgebiete „Königsbrücker Heide“ und „Gohrischheide Zeithain“ dann in die Hände des Nationalparkamtes Sächsische Schweiz gelegt. Heute gehören der Stiftung 102 Hektar Wald in Rötha und 108 Hektar in Peres.

Dass die Stiftung so erfolgreich agieren kann, ist dem Umstand geschuldet, dass sie gut „drängeln kann“, wie Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin der Gemeinde Großpösna, bei der Feier sagte. „Aber wir nehmen ihre Vorschläge auch gerne an.“ Würde jede Gemeinde in Sachsen so viel Wald aufforsten, wie Großpösna mit dem Oberholz und den Wäldern rund um den Störmthaler See schon habe, „wären die 30 Prozent landesweit schon längst erreicht“. Allerdings habe der Landkreis in gewisser Weise auch Glück, denn mit dem früheren Tagebau stünden auch ausreichend Flächen dafür zur Verfügung.

Doch die Konkurrenz um die verschiedenen Nutzungsarten der Flächen sei groß, erklärten sowohl Kupfer als auch Lippmann. Zum einen gebe es die Landwirtschaft, die Areale braucht, zum anderen benötigen aber auch Kommunen für ihre Einrichtungen Platz. Lantzsch forderte daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Landratsamt, Sachsenforst, Bauernverbänden und der Stiftung.

Lippmann gab gestern noch einen Ausblick auf die kommenden Jahre. Die Existenz der Stiftung sei gesichert und die „Bildung von weiterem Waldeigentum“ unumgänglich.

Julia Tonne

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