Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Vom Langlauf in der Schule bis zum Biathlon-Talentstützpunkt

50 Jahre Skisport in Zwenkau Vom Langlauf in der Schule bis zum Biathlon-Talentstützpunkt

Dass Zwenkau seit 50 Jahren eine Hochburg des Wintersports, seit drei Jahren sogar Biathlon-Talentstützpunkt des sächsischen Skiverbandes ist, dürfte manchen überraschen. Dabei sitzt mit Bürgermeister Holger Schulz ein Mann im Rathaus, der von sich selbst sagt, er sei mit Skiern geboren.

Dirk Martins mit den jungen Biathleten Jodie, Michelle, Vianne, Hermine, Fabio und Timo (von links) beim Schießtraining im Eichholz-Stadion.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Dass Zwenkau seit 50 Jahren eine Hochburg des Wintersports, seit drei Jahren sogar Biathlon-Talentstützpunkt des sächsischen Skiverbandes ist, dürfte manchen überraschen. Dabei sitzt mit Bürgermeister Holger Schulz ein Mann im Rathaus, der von sich selbst sagt, er sei mit Skiern geboren.

Kein Wunder, Vater Harry Schulz begründete die Leidenschaft zum Langlauf. Mitte der Fünfziger brachte er die nach Zwenkau. Bei Chemie Böhlen hatte er Patrouillenlauf, eine Frühform des Biathlon, betrieben. „Auf der Suche nach einer neuen sportlichen Heimat fand er in Rudi Kröber einen Partner. Und ein Sportlehrer, der für eine Sportart brennt, ist Gold wert“, sagt Holger Schulz. Die Männer gründeten die Schulsportgemeinschaft 2. Talentierter Nachwuchs wurde im Unterricht, beim Training und in den Skilagern in Altenberg gesichtet.

1965 wurden die Langläufer in die BSG Chemie Zwenkau aufgenommen. „Für uns Kinder eine herrliche Zeit: Der Zusammenhalt war riesig und die Trainingslager immer ein Erlebnis“, erinnert sich Gunter Züfle. Auch Holger Schulz schwärmt. Beide kennen viele Geschichten: vom Brötchen holen auf Skiern, vom ungeliebten Bussard- und dem für Wettkämpfe aufgesparten West-Wachs und vom abendlichen Schneetreten und der warmen Dusche danach zur Abhärtung. 70 Mitglieder hatte die Sektion und war trotz starker Flachlandkonkurrenz aus Böhlen, Liebertwolkwitz und Eilenburg erfolgreich. Holger Schulz wurde mehrfacher Kreis- und Bezirksmeister, Gabriele Kupferthaler schaffte es sogar zum Vorentscheid für Olympia.

Nach der Wende wurde es stiller. „Viele mussten sich beruflich neu orientieren“, erklärt Holger Schulz. Dafür machte eine neue Gruppe von sich reden – die Skihasen. Entstanden aus Langläufern, die im Sommer die Bretter mit dem Volleyball tauschten. Gerade als die Wintersportler, nun in der SG Blau-Weiß, wieder Fahrt aufnehmen wollten, verstarb 1994 Harry Schulz. Kurzerhand übernahm der damals 30-jährige Sohn, kurbelte Training und Wettkampfbetrieb wieder an. „Bei uns ging es nicht um Leistungssport, sondern um Fitness und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die Kinder“, betont er.

Seither hat sich vieles geändert: Holger Schulz sitzt im Rathau, Dirk Martins ist jetzt Abteilungsleiter Ski. Der 46-Jährige ist Sportlehrer am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg und hat mit Uwe Findeisen Biathlon in Zwenkau etabliert. „Ein Studienfreund von mir, der Biathlontrainer beim PSV Schwarzenberg im Erzgebirge ist, hatte uns 2009 zum Sommerlager nach Geyer eingeladen“, erzählt Martins vom Neustart. Die Zwenkauer leckten Blut und schnell stellten sich Erfolge ein. Sohn Lukas Martins lernt am Sportgymnasium in Oberwiesenthal, Hermine Kirmse, Tochter von Trainer Thomas Kirmse, holte erst vergangenes Wochenende einen 1. und 3. Platz in der AK 10 bei den Landesjugendspielen in Altenberg.

Trainiert wird drei Mal pro Woche, nicht mehr wie einst auf alten Kokosmatten sondern auf Kunstrasen oder mit Roll-Ski, gern am Zwenkauer oder Markkleeberger See. Sollte doch mal Schnee liegen, spurt Lothar Rabisch die Loipe für die 28 Aktiven, darunter sieben Kinder, im Eichholz-Stadion. Dort gibt es auch einen Schießstand. Sammelten die Kinder früher mit Schrott Geld fürs Winterlager, geht heute ohne Sponsoren nichts mehr. „Biathlon ist nicht billig“, sagt Dirk Martins. Ein Luftgewehr koste 2000 Euro, fünf hat die Abteilung inzwischen. Hinzu komme Kleidung, Schuhe und Ski – rund 1000 Euro pro Biathlet. Als Talentstützpunkt arbeiten die Zwenkauer mit dem SC DHfK und Lok Eilenburg zusammen und natürlich mit dem Sportgymnasium Oberwiesenthal. Geblieben sind die Trainingslager im Erzgebirge. Da ist auch Holger Schulz gern dabei, zuletzt ging es im Advent nach Johanngeorgenstadt.

Von Ulrike Witt

Zwenkau Eichholz-Stadion 51.2166912 12.3305257
Zwenkau Eichholz-Stadion
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markkleeberg

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Sehen Sie hier einen Rückblick auf das LVZ Sommerkino im Scheibenholz vom 14. Juli - 3. August 2016. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Auf dem Lutherweg

    Spannende Entdeckungsreise mit Martin Luther: Die LVZ pilgert zum Jubiläumsjahr der Reformation 2017 auf dem Lutherweg. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

26.05.2017 - 19:40 Uhr

Klinger-Elf hat auch im vorletzten Heimspiel drei Punkte im Blick - Gelingt der 100. Saisontreffer?

mehr