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500 Ideen zur Entwicklung der Rathausstraße

500 Ideen zur Entwicklung der Rathausstraße

Ein halbes Jahr wurden bei Workshops und Spaziergängen Ideen für Markkleebergs neue Stadtmitte gesammelt. Jetzt präsentierten Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) und Michael Rudolph vom Planungsbüro Station C 23 im gut besuchten Großen Lindensaal erstmals öffentlich die Empfehlungen.

Markkleeberg. Vorige Woche hatte schon der Stadtrat übers neue Zentrum diskutiert. Wie berichtet, soll das Gremium im April die Aufgabenstellung für den von Mai/Juni bis Oktober geplanten städtebaulichen Wettbewerb verabschieden.

"Noch steht nichts fest. Das sind alles Anregungen, die aus über 500 Ideen herausgefiltert wurden. Das letzte Wort hat der Stadtrat", betonte der Rathauschef, noch bevor Rudolph die Vorschläge für die Rathausstraße zwischen Ring und Rathausplatz anhand von vier Schwerpunkten detailliert vorstellte. Und so könnte die neue Mitte aussehen:

Rathausgalerie: Die künftig verkehrsberuhigte Rathausstraße soll in diesem Bereich, dann ohne Straßenbahnlinie 9 (die LVZ berichtete) und Bushaltestelle, aufgeweitet und der gegenüberliegende freie Platz bebaut werden. Mit der Stadtbibliothek, die aktuell in der Oberschule ihr schon wieder zu kleines Domizil hat, könnte ein sogenannter Frequenzbringer einziehen, der dort mehr Platz für Veranstaltungen hätte. Zudem sollen Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen angesiedelt werden. Parkraum könnte eine Tiefgarage mit 120 Plätzen schaffen

Bahnhofsumfeld: Denkbar ist eine Lückenbebauung an der Friedrich-Ebert-Straße. Gegenüber soll der Eingangsbereich zur Schwimmhalle mit dem alten Bahnhofsgebäude repräsentativ gestaltet, die Fahrradstellplätze optimiert und Stellplätze für Taxis und Carsharing am ÖPNV-Knoten geschaffen werden. Dieser wird aufgewertet: Wie OBM Schütze verkündete, will die Deutsche Bahn die bisherige Waldbahn-Haltestelle Mitte hierher verlegen, was selbst im Umleitungsfall kurze Wege für Pendler bedeute. Mehr Parkplätze könne es mangels Fläche nicht geben, dafür mehr Grün. Aufgewertet werden soll auch der triste Zugang zur S-Bahn.

Bahnhof bis Hauptstraße: Die Baulücke zwischen Bahndamm und Eckhaus Südstraße soll geschlossen werden, darin im Erdgeschoss ein Parkhaus für Räder entstehen, obendrüber Arztpraxen und Dienstleister einziehen. Bleiben soll mangels Alternativen die Ampelkreuzung Hauptstraße, die künftig vom Bus in beiden Richtungen passiert wird. Ansonsten heißt die Devise in dem dicht bebauten und sanierten Gebiet zwischen Südplatz und Rathaus mehr Aufenthaltsqualität: barrierefreie Wege und Zugänge, kleinteiliges Grün kombiniert mit Kunst im Straßenraum wie Wasserspielen, verschiedene kleinere Spielmöglichkeiten, hochwertige Gastronomie und Freisitze.

Rathausplatz: Das Areal wird Veranstaltungsort unter anderem für den Wochenmarkt. Dahinter, wo heute die alte Turnhalle steht, soll ein Parkhaus mit 200 bis 300 Stellplätzen gebaut werden. Laut Fachleuten neben der Tiefgarage an der Rathausgalerie mangels freier Flächen die einzige Möglichkeit, weitere Parkplätze im Zentrum anzulegen.

Vorschläge, die vom Publikum im Grunde begrüßt, in Details aber hinterfragt wurden. "Wie stellen Sie sich die verkehrsberuhigte Zone konkret vor? Laut StVO bedeutet das Vorrang für Radfahrer und Fußgänger. Autos müssten Schritt fahren. Das halte ich für unrealistisch", meinte Manfred Liebau. Anwohner Andreas Windhövel freute sich, dass der Bus nicht mehr an der Südstraße abbiegen soll, weil dies für ihn aktuell eine erhebliche Lärmbelastung mit sich bringe. Susan Main gab zu bedenken, dass die Ansiedlung von Geschäften gegenüber der Rathausgalerie für die ohnehin ums Überleben kämpfenden Einzelhändler der unteren Rathausstraße weiteren Kaufkraftabzug bringe. "Außerdem frage ich mich, ob ein erneuter Umzug der Stadtbibliothek sinnvoll ist. Das ist ja jedes Mal mit Kosten verbunden." Sie liebäugele dort noch immer mit einem Park. Was Oberbürgermeister Schütze ablehnte: "Das ist unser Filetstück im Stadtzentrum. Das sollten wir nutzbringender einsetzen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.03.2015
Ulrike Witt

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