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60 Jahre "Haba-Zirkus" in Zwenkau

60 Jahre "Haba-Zirkus" in Zwenkau

Hand aufs Herz: Sachsen ist nicht gerade eine Karnevalshochburg. Dennoch gibt es unzählige Faschings- und Karnevalsvereine. Einer der ältesten ist mit seinen 60 Jahren der Carneval-Club Zwenkau (CCZ).

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Die Gardetänzerinnen sind alljährlich fester Bestandteil des Programms, auch wenn es diesmal in der Germania-Klause eng zugeht.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Das haben die Narren um Präsident Matthias Kirmse seit Freitagabend nun auch schriftlich. Bernd Degen vom Verband sächsischer Carnevalsvereine überreichte die Urkunde zum Auftakt der tollen Tage in der Germania-Klause.

"Nach 60 Jahren schließt sich der Kreis auf wundersame Weise. Wir sind wieder bei den Handballern angekommen, die den CCZ einst begründet haben", erklärte Kirmse dem Publikum. Auch wenn es seit Ende des 19. Jahrhunderts Maskenbälle und Faschingsveranstaltungen verschiedener Turn- und Bewegungsvereine gab, begann die CCZ-Geschichte am 20. Februar 1954 im alten Ratskeller.

"Mit Zirkus Haba um die Welt" lautete das Motto der ersten Handballer-Sause. "1956 schlossen sich die Kegler an, drei Jahre später die Turner", erzählte Kirmse. Gefeiert wurde viele Jahre im Ratskeller, auch mal im "Adler" und in der "Rollmopsdiele". Ende der Achtziger zogen die Karnevalisten ins Kulturhaus Werben um, nach der Wende in die Mehrzweckhalle der Mittelschule, später in die Stadthalle und schließlich ins geliebte "Waldesgrün".

"Es ist schade, dass wir, nachdem Wirt Kay Valtin das Schützenhaus übernommen hat, keine richtige Bleibe mehr haben", so Kirmse. Die Germania-Klause, nach Wirtin Gabi Hänsch auch Gabis Wohnstube genannt, sei einfach zu eng, insbesondere für die drei Tanzgarden - die Trümpfe des CCZ, wie Elferratsmitglied Gerald Thurm betonte. "Wir haben aber keine Alternative", bedauerte Kirmse. Zumal das Stammpublikum, "eingefleischte Zwenkauer ab 35 Jahre aufwärts", gewisse Ansprüche an Programm und gastronomische Versorgung stelle. Um die fehlenden Plätze auszugleichen, gibt es in dieser Saison statt zwei eben drei Veranstaltungen. "Und alle sind ausverkauft", freute sich Kirmse.

Vorbei sind die Zeiten als der CCZ in den Neunzigern um den Fortbestand kämpfen musste, weil wichtige Protagonisten der Stadt den Rücken kehrten und das Publikum Neues entdecken wollte. Indes, sorgenfrei sind die 50 CCZler auch heute nicht. "Das Alter drückt", so Kirmse schmunzelnd und spielte damit auf den hohen Altersdurchschnitt des Elferrates an. "Mit 60 bin ich der Jüngste", gestand er. Nachwuchs sei daher willkommen. Besondere Anforderungen müssten die Kandidaten in puncto Größe und Schönheit nicht mitbringen, dafür ausgeprägten Sinn für Humor und Teamgeist.

Am Donnerstag, auf den Tag 60 Jahre nach dem ersten Haba-Fasching, will der CCZ seinen runden Geburtstag feiern. "Intern", wie Kirmse betonte. Mit Hans-Georg Einicke wird einer der Begründer, inzwischen fast 90 Jahre alt, dabei sein. Freitagabend wollen die Karnevalisten dann noch einmal öffentlich in der Germania-Klause zur Hochform auflaufen. Die Gardemädchen werden wie immer ihre Beine schwingen, Irmchen, Lisbeth und Hannelore alias die "Drei alten Damen" über Zwenkau und den Rest der Welt sinnieren, Hartmut Wolf als Stadtpatron Laurentius mit Putzfrau Suntina Rabich diskutieren, das Haba-Männerballett die Herzen der stolzesten Frauen brechen und die "Trotzköppe" mit ihren Liedern selbst ausgemachte Faschingsmuffel zum Schunkeln animieren.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.02.2014

Ulrike Witt

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