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Markkleeberg 70 Jahre Rohre aus Markkleeberg: Vom Ofenrohr bis zum Kunstwerk
Region Markkleeberg 70 Jahre Rohre aus Markkleeberg: Vom Ofenrohr bis zum Kunstwerk
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07:02 12.04.2018
Ines Rathmanns Großvater, Roland Holl, gründete vor 70 Jahren die Ofenbaufirma in Markkleeberg. Quelle: Foto: André Kempner
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Markkleeberg

Seit 70 Jahren wird an der Koburger Straße Metall verarbeitet. Roland Holl gründete dort im April 1948 eine Ofenbaufirma: Mit anfangs drei Mitarbeitern fertigte er etwa Aschekästen, Ofenbleche und -rohre. Das Unternehmen lief gut, bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigte Holl, der 1913 geboren worden war. 1972 verstaatlichte die DDR die Firma jedoch, sie gehörte bis zur Wende zur VEB Isolierungen Zwenkau. Weiterhin wurden auf dem Firmengrundstück aber Ofenteile gefertigt. Holl habe sehr unter dem Verlust seiner Firma gelitten, erinnert sich seine Enkelin Ines Rathmann, die das Unternehmen heute führt. 1984 starb ihr Großvater.

Holls Tochter reprivatisiert Ofenbaufirma nach der Wende

Nach der Wende reprivatisierte ihre Mutter und Holls Tochter Christiane Machleidt die Firma und führte sie unter altem Namen weiter. „Sie gründete sie sozusagen ein zweites mal“, erzählt Rathmann. Für Machleidt sei klar gewesen, dass sie diesen Weg geht. 1993 stieg dann ihre einzige Tochter Ines Rathmann, die als Bauingenieurin in einem Statistikbüro gearbeitet hatte, mit in den Betrieb ein. „Das war nicht immer einfach“, erinnert sich die 50-Jährige. Mittlerweile könne sie sich aber eine andere Tätigkeit gar nicht mehr vorstellen. Die Mitarbeiter akzeptierten sie als Chefin, immer wieder kauft Holl GmbH neue Maschinen. „Der Markt ändert sich ständig, wir müssen da mitgehen", ist Rathmanns Devise. So hat sich die Produktpalette des Unternehmens in den vergangenen 70 Jahren deutlich geändert. Etwa 40 Menschen – davon vier Auszubildende – fertigen inzwischen nicht nur Schornsteinrohre und Metallstücke für den Bau von Maschinen und Anlagen, sondern auch metallische Teile für die Medizin- und die Werbetechnik. Hin und wieder schneiden sie mit Laserschneidanlagen auch Stücke für Kunstwerke aus.

Holl GmbH ist dabei durch und durch ein Familienbetrieb: Rathmann zählt bei wichtigen Entscheidungen auf die Meinung ihrer 77-jährigen Mutter. Rathmanns Sohn studiert Maschinenbau, arbeitet immer wieder im Unternehmen mit und kann sich vorstellen, nach seinem Abschluss einzusteigen.

Von Theresa Held

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