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ADFC fordert zügigen Ausbau des Radwegenetzes in Markkleeberg

ADFC fordert zügigen Ausbau des Radwegenetzes in Markkleeberg

Das alljährlich im Sommer wiederkehrende Parkchaos an den Seen nimmt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zum Anlass und fordert von Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) den zügigen Ausbau des Radwegenetzes in Markkleeberg.

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Ausbaufähig: die Fahrradabstellanlage am Markkleeberger Bahnhof.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. "Durch seine exponierte Lage ist Markkleeberg als Ausflugsziel vor allem für die Leipziger prädestiniert. Leider nutzen zu viele Gäste das Auto", sagt ADFC-Vertreter Andreas Boos, selbst Markkleeberger. Jedes Jahr gebe es deshalb den vorhersehbaren Aufschrei der Anwohner. "Anwohnerparkzonen und verstärkter Politesseneinsatz seitens der Stadt lösen das Problem nicht", meint er. Die Frage sei vielmehr, ob schon alle Potenziale, die das Fahrrad bietet, ausgeschöpft werden. Seine Antwort lautet ganz klar Nein.

"Ein wichtiger Baustein für die Verlagerung vom Auto zum Rad ist die konsequente Förderung des Radverkehrs im Verbund mit dem öffentlichen Personennahverkehr", sagt Boos. Seit Jahren setze sich der ADFC für einen Hauptradweg von Leipzig über den Wolfswinkel zum Cospudener See ein - bislang vergeblich. Zudem müsse innerörtlich zwischen Cospudener und Markkleeberger See ein Netz von Fahrradstraßen angelegt werden. Dafür böten sich drei Strecken an: durch Markkleeberg über Lauersche Straße, Rathausstraße, Festanger, Mönchereistraße, An der Stadtmühle, Franz-Etzold-Straße, Auenhainer Straße bis zur Wildwasserkehre; vom Zöbigker Hafen über die Zöbigkerstraße zur Alten Ziegelei nach Großstädteln; sowie nach Fertigstellung der Brücke über die B 2 in Gaschwitz über Neue Harth und Cröbernsche Straße. "Damit könnte Markkleeberg-West und -Ost auch für Radfahrer zusammenwachsen", sagt Boos.

Unverzichtbar für einen funktionierenden Radverbund seien die S-Bahnhaltepunkte im Stadtgebiet. "Das neue mitteldeutsche S-Bahnnetz wird ein gutes halbes Jahr nach Inbetriebnahme immer mehr angenommen, akzeptable Abstelllösungen für Fahrräder an den neu gestalteten Haltepunkten Markkleeberg-Nord, Bahnhof und Großstädteln gibt es aber noch immer nicht", kritisiert der ADFC-Vertreter. Dabei habe es schon vor acht Jahren Gespräche mit dem Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig gegeben.

Insbesondere der Verkehrsknotenpunkt am Bahnhof müsse, auch mit Blick auf das geplante Sportbad, durch eine moderne Fahrradstation aufgewertet werden. Dazu gehörten die geordnete und sichere Aufbewahrung von Fahrrädern, Fahrradverkauf und -verleih, Reparaturmöglichkeiten sowie touristische Informationen und Bahntickets. "Die Fahrradstation könnte das Mobilitätszentrum in Markkleeberg werden", sagt Boos. Zudem schlägt er einen autofreien Sonntag vor, an dem etliche Straßen in der Großen Kreisstadt für den motorisierten Verkehr komplett gesperrt werden.

Rathauschef Schütze verweist derweil erneut auf die für 2015 vorgesehene Erarbeitung einer Verkehrskonzeption für das gesamte Stadtgebiet. Eine zeitnahe Lösung sei nicht machbar, da erst die Rahmenbedingungen definiert werden müssten und dies sei erst nach Vorliegen der aktuell laufenden Studie des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, der von der Stadt Leipzig in Auftrag gegebenen Verkehrskonzeption für den Cospudener See und dem im September startenden Ideenwettbewerb für das Markkleeberger Stadtzentrum vom Ring bis zum Rathausplatz möglich.

"Selbstverständlich werden aber die Fahrradabstellplätze am Bahnhof noch ergänzt. Der bisherige Ausbauzustand ist lediglich das Ergebnis des ersten Bauabschnittes", betont Schütze. An den S-Bahnhaltepunkten Markkleeberg-Nord und Großstädteln sei die Situation schwieriger, da dort keine kommunalen Grundstücke zur Verfügung stünden. "Dennoch suchen wir auch hier nach Lösungen. Wir sind fortlaufend mit dem Zweckverband im Gespräch", so Schütze. Eingebunden werde auch die bereits vor Jahren gegründete AG Fahrradverkehr, die von Stadträten verschiedener Fraktionen Unterstützung erfahre.

Boos dauert das alles zu lang: "Der Umstieg vom Auto aufs Rad ist ein Prozess, der jetzt beginnen sollte."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2014
Ulrike Witt

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