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Ab Herbst sind Ideen fürs Stadtzentrum gefragt

Ab Herbst sind Ideen fürs Stadtzentrum gefragt

Im Frühjahr 2015 soll der Stadtrat die Aufgabenstellung für den städtebaulich-landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb fürs Markkleeberger Zentrum verabschieden und damit den Startschuss für den Wettbewerb geben.

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Die Rathausstraße zwischen Bahnhof und Rathaus - von einer attraktiven Einkaufsmeile noch weit entfernt.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Den Weg dahin stellte Michael Rudolph vom Leipziger Planungsbüro "Rudolph Langner - Station C 23" in der Ratssitzung vor. Und der ist sportlich.

"Wir planen ein breit angelegtes Verfahren mit Bürgerbeteiligung. Dabei geht es um Ideen, nicht um konkrete Nutzungen", erklärte Rudolph. Am Anfang stünde im August die Bestandsaufnahme, bei der unter anderem die Wünsche der Bürger in puncto ÖPNV-Nutzung und Einkaufsgewohnheiten gehört würden, aber auch die längerfristigen Pläne der Bahn und der LVB, im Mittelpunkt dabei die Frage nach der Zukunft der Straßenbahnlinie 9.

Im September ist laut Rudolph eine erste Bürgerversammlung vorgesehen, im September ein Spaziergang durchs künftige Zentrum zwischen Ring und Rathausplatz, im Oktober Workshops für Anlieger und Fachleute sowie Bahn und LVB, im November für Politik und Verwaltung. Im Januar werde es eine weitere "große Bürgerversammlung" mit allen Beteiligten geben, im März sollen die Ausschüsse, im April dann der Stadtrat die Auslobung absegnen.

"Nach dem verbindlichen Stadtratsbeschluss startet sofort das Wettbewerbsverfahren. Das Ergebnis wird nicht erneut vom Stadtrat beschlossen. Deshalb muss die Auslobung die Zustimmung aller Beteiligten - Bürger, Stadträte, Eigentümer, Anlieger, potenzielle Investoren, Bahn, LVB und weitere Träger öffentlicher Belange - finden", erläuterte Rudolph. Zu klären seien auch Details, wie die Anzahl der Teilnehmer, deren Qualifikation, ob Büros gesetzt werden, die Frage Losverfahren oder offener Wettbewerb, die Zusammensetzung des Preisgerichts, die Höhe der Preisgelder und vieles mehr.

"Das ist ein ehrgeiziger Plan. In Abhängigkeit vom Diskussionsverlauf kann die Vorbereitung durchaus drei bis vier Monate länger dauern", dämpfte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) den Optimismus des Planers. Ihm sei es wichtig, dass die Bürger auf verschiedene Art beteiligt werden, dass potenzielle Investoren die Möglichkeit haben, sich zu äußern und die ganze Rathausstraße einbezogen wird. "Wir werden uns kein Zeitkorsett anlegen, das einzige was wegen der Fördermittel zeitlich bis 2016 gebunden ist, ist die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes", so Schütze.

"Wir brauchen konkrete Nutzungsideen und wir sind überzeugt, dass es ohne private Investoren nicht gelingen wird, das Gebiet zu entwickeln", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Oliver Fritzsche, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass er einen Investorenwettbewerb favorisiert hätte. Er forderte vor allem klare Aussagen zur Linie 9. "Ansonsten ist das ein guter Ansatz."

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Dieter Bormann, meinte: "Wir begrüßen den Wettbewerb, es gibt an vielen Ecken Probleme in der Rathausstraße. Wir würden aber gern die Vorgaben wissen." Die gebe es nicht, so Rudolph. "Die Gemengelage im öffentlichen Raum ist schwierig. Da ist die ungeklärte Situation der Straßenbahn, gibt es eine halbe Fußgängerzone und baulich-strukturelle Probleme wie ungenutzte private Grundstücke."

Rolf Müller, Vorsitzender der SPD-Fraktion, mahnte: "Wenn wir das ordentlich machen wollen, werden wir den Zeitplan bei den vielen Beteiligten nicht schaffen." Robby Stamm von der CDU pflichtete ihm bei. "Zuerst muss die Gretchenfrage gelöst werden, was mit der Straßenbahn wird. Spaziergänge und so was halte ich für Zeitverschwendung, besonders so lange die Rahmenbedingungen nicht geklärt sind." SPD-Mann Nikolaus Legutke erinnerte daran, dass schon in den Neunzigerjahren über die Entwicklung des Stadtzentrums umfänglich diskutiert wurde. "Wir müssen nicht wieder beim Urschleim beginnen", sagte er und forderte: "Die neuen Stadträte sollten zeitnah über den bisherigen Stand informiert werden."

Grünen-Chef Joachim Schruth regte schließlich an, Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, sich übers Internet an den Wettbewerbsvorbereitungen zu beteiligen. "Nur so kann es gelingen, dass wir auch junge Leute gewinnen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2014
Ulrike Witt

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