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Markkleeberg Abrafaxe sind in Auenhain auf der Spur eines Schatzes
Region Markkleeberg Abrafaxe sind in Auenhain auf der Spur eines Schatzes
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11:52 08.03.2018
Im neuesten Kult-Comic Mosaik reisen die Abrafaxe durch das Auenhain des 15. Jahrhunderts. Eine Greisin weiht sie in das Geheimnis um einen Schatz der Likedeeler ein. Quelle: Foto: André Kempner
Markkleeberg

Für Abrax, Brabax und Califax beginnt ein neues Abenteuer – ausgerechnet in Auenhain bei Markkleeberg. Die kultigen Abrafaxe finden sich plötzlich im 15. Jahrhundert in einem dichten Nebel kurz vor Leipzig wieder.

In der Hanse-Zeit bekommen sie, weit weg von der Ostsee, Hinweise auf einen verschollenen Schatz der Likedeeler. Das waren Seeräuber während der Hanse-Zeit. Nachdem die Abrafaxe einem Mütterchen aus dem Nebel in ihre Hütte in Auenhain geholfen haben, gibt die Greisin den aufgeweckten Jungen ihr Wissen um eben die Truhe voller Gold weiter. Typisch für die Region: Brabax kocht auf Anweisung der Greisin Bärlauch in die Rübensuppe, mit der sie sich stärken.

Auenhain war im 15. Jahrhundert ein wüster Ort

Doch auch andere Nachfahren vierer Likedeeler wissen um den Schatz und wollen ihn finden. Die Wege von Mönchen und eines erfolgreichen hanseatischen Händlers aus Lübeck treffen sich in Auenhain, ein wüster, verlassener Ort, in dem nur noch das alte Mütterchen wohnt. Mit Stolz weist die Greisin den Händler Simon Wigge zurecht, als dieser herablassend über das Dorf spricht: „Dieses namenlose Nest heißt Auenhain“, sagt die Nachfahrin des Likedeeler bestimmt.

In der Tat war Auenhain im 15. Jahrhundert verlassen, das deckt sich auch mit der Geschichte des Ortes bei Markkleeberg: „1474 ist dokumentiert, dass der Ort durch die Hussitenkriege wüst war“, weiß Andreas Höhn, Kulturhistoriker aus Markkleeberg. Auenhain wurde 1335 gegründet, im 15. Jahrhundert verwüstet und während der Reformationszeit gehörte es als Vorwerk zum Rittergut Markkleeberg, heute Markkleeberg-Ost. „In einem Vorwerk lebte eine Familie und bewirtschaftete das Land ringsum“, erklärt Höhn. So mussten Geräte und Ernte nicht immer den weiten Weg zurück zum Rittergut transportiert werden.

Der Bezug zu den Likedeelern sei aber eine „reine Erfindung“, sagt Höhn. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Seefahrer tatsächlich bis nach Leipzig gekommen seien oder gar einen Schatz versteckt hätten. Ob tatsächlich eine Nachfahrin der Seeräuber in Auenhain lebte, sei nicht belegt.

Früherer Auenhainer Bürgermeister Claus Mann freut sich über Mosaik-Comic

Die Freude darüber, dass Auenhain so prominent in der Kult-Comicserie aufgegriffen wurde, trübt das aber nicht. „Der Comic ist eine tolle Sache“, findet Claus Mann, früherer Bürgermeister von Auenhain und Wachau. Die Historie der Region bliebe durch die Geschichte erhalten und bekäme durch die Abrafaxe ein neues Gesicht. Seit 1976 erscheint monatlich ein neues Mosaik-Heft, nach Angaben des Verlags lesen es etwa 300 000 Menschen.

Bis klar ist, wo das Piratengold der Likedeeler tatsächlich vergraben ist, müssen sie sich allerdings noch gedulden. Die Abrafaxe müssen noch einige Abenteuer bestehen. Am 28. März erscheint der Mosaik-Fortsetzungs-Comic.

Von Theresa Held

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