Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Abschied von Markkleeberger Alt-OBM Bernd Klose: „Wir vermissen ihn“
Region Markkleeberg Abschied von Markkleeberger Alt-OBM Bernd Klose: „Wir vermissen ihn“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:25 08.04.2016
Blumenmeer: Die Grabstätte von Bernd Klose auf dem evangelischen Friedhof in der Rathausstraße.   Quelle: Foto: Armin Kühne
Anzeige
Markkleeberg

 Mehr als 400 Menschen haben dem Markkleeberger Alt-Oberbürgermeister Dr. Bernd Klose am Mittwochvormittag bei einem Trauergottesdienst in der Martin-Luther-Kirche die letzte Ehre erwiesen. Unter den Gästen waren Bundestags- und Landtagsmitglieder, Minister, Landräte, Amtskollegen, Stadträte, Vertreter von Parteien, Vereinen und Verbänden, Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, Wegbegleiter und Freunde. Vor dem Altar stand der Sarg, daneben ein Blumenmeer und ein Schwarz-Weiß-Bild, das den Verstorbenen zufrieden lächelnd an seinem geliebten Markkleeberger See zeigt.

Alt-Oberbürgermeister Bernd Klose hatte sich um die Entwicklung der Stadt Markkleeberg und des Leipziger Neuseenlandes verdient gemacht. Ein Rückblick auf sein Leben und seine Verdienste.

„Sein für alle so plötzlicher Tod erfüllt uns mit Schmerz und Trauer. Wir vermissen ihn. Es ist, als ob im Zentrum unserer Stadt ein starker großer Baum gefällt wurde. Es wäre ihm zu wünschen gewesen, dass er nach einem arbeitsreichen Leben noch die Kür genießen kann“, erklärte Pfarrer Arndt Haubold. Er hatte Bernd Klose bis zu dessen Tod am 30. März seelsorgerisch begleitet. Viele Details des Gottesdienstes habe der Verstorbene, der seit längerem schwer krank war, selbst festgelegt, sagte Haubold der Trauergemeinde. So hatte sich der Bach-Liebhaber Klose Präludium und Fuge in h-Moll gewünscht.

19 Jahre Rathaus-Chef in Markkleeberg

„Bernd Klose gehörte erst seiner Familie, dann der Öffentlichkeit. Die Familie war in seinem Leben immer ein starkes Gerüst“, wandte sich Haubold an Ehefrau Gundel Klose, die drei Söhne, Schwiegertöchter und Enkel, die in den ersten beiden Reihen saßen. Er erzählte aus Kloses Kindheit und Jugend mit Bruder Heinz, dem Kolonialwarengeschäft der Eltern und Großeltern, dem fleißigen Hildebrand-Schüler und Chemiestudenten, dem liebevollen Familienvater und nicht zuletzt von den weltanschaulichen Kämpfen des Christen in der DDR.

„Er gab sich jeder Arbeit in seinem Leben hin, ob nach dem Studium in Berlin beim Aufbau eines technischen Labors und an der Akademie der Wissenschaften oder nach der politischen Wende als Bürger- und Oberbürgermeister unserer Stadt“, sagte Haubold. Klose, seit Januar 1990 Mitglied der im Osten damals neu gegründeten SPD – sei ob seiner Geradlinigkeit und Verlässlichkeit über Parteigrenzen hinweg geachtet gewesen.

Die 19 Jahre an der Spitze des Markkleeberger Rathauses bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen 2013 seien mit die bedeutendsten in der Geschichte der Stadt. „Mit Leidenschaft, Visionen und gegen so manche Widerstände hat er die Entwicklung unserer Stadt und des Leipziger Neuseenlandes vorangetrieben. Seine Stimme wurde über die Stadt hinaus im Kreis und in der Region gehört. Wir danken ihm für seine Weitsicht, seine Gestaltungskraft, seine Liebe“, sagte Haubold.

Beisetzung auf evangelischen Friedhof

Zu Bernd Klose zu gehen, sei nie ein Gang zu einem ungeliebten Fürsten gewesen. „Wir waren von Anfang an Partner. Einen kumpelhaften Umgang hatten wir nie. Das war nicht sein Ding“, beschrieb Haubold den Verstorbenen, so wie ihn viele der Trauergäste kannten. Klose sei oft in die Martin-Luther-Kirche gekommen, wo er getauft, konfirmiert und getraut wurde. „Er war aufmerksamer Predigtzuhörer und Konzertbesucher und immer ein guter Gesprächspartner“, erinnerte der Pfarrer. Und er sei bescheiden gewesen, nie auf Wohlstand aus.

Sein Leiden habe Bernd Klose bis zuletzt ohne Verzagtheit mit Tapferkeit getragen. Auf einem Zettel habe er noch die Bibel-Worte „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ hinterlassen. „Gott hat ihm, was er nicht an Länge, so doch an Fülle gewährt“, meinte Haubold.

Im Anschluss an den öffentlichen Trauergottesdienst, bei dem auf Wunsch der Familie nicht fotografiert werden durfte, fand auf dem evangelischen Friedhof in der Rathausstraße im engsten Kreis die Beisetzung statt.

Von Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

150 Pferdestärken stark, luftgefederter Sitz, Breitreifen, Euro-6-Abgasreinigung, zuschaltbarer Allradantrieb und wenn’s mal etwas eng wird auf der Straße ein vorgebauter Schneepflug: Über einen neuen „Dienstwagen“ darf sich André Koßack vom Bauhof Großpösna freuen.

06.04.2016

Die Weiße Elster soll zwischen Pegau und Leipzig für Paddler attraktiver werden. Was dafür konkret notwendig ist, soll dieses Jahr vom Planungsbüro Station C 23 untersucht werden.

06.04.2016

Am Zwenkauer See beginnt die zweite Saison. Hafenmeister Fernando Borja hat gut zu tun und schwärmt: „Der See ist ein Traumrevier: Vor den Toren Leipzigs bietet es mit 970 Hektar viel Platz und guten Wind.“

05.04.2016
Anzeige