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Ärger über Neubaugebiet Am Hopfenberg spitzt sich zu

Streit mit Baufirma Ärger über Neubaugebiet Am Hopfenberg spitzt sich zu

Ärger mit der Müllabfuhr, den Pflegediensten und der Post: Im Neubaugebiet Am Hopfenberg in Großpösna geht es drunter und drüber, sind Anwohner kaum erreichbar. Gemeinde und Investor wollen nun handeln, wenn die Baufirma so weitermacht.

Baufortschritt „sehr bedenklich“: Rund ums Neubaugebiet Am Hopfenberg sind seit fünf Monaten die Wege aufgerissen, einige Anwohner nur schwer erreichbar.

Quelle: Kempner

Grosspösna. Ärger mit der Müllabfuhr, den Pflegediensten und der Post: Im Neubaugebiet Am Hopfenberg in Großpösna geht es drunter und drüber, sind Anwohner kaum noch erreichbar. Gemeinde und Investor wollen nun handeln, wenn die Baufirma so weitermacht.

Bis zum heutigen Donnerstagabend habe die Firma Zeit, die versprochene Zufahrt zu den Grundstücken wieder zu gewährleisten, erklärte am Mittwoch Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) nach dem Baugespräch am gleichen Tag. Sonst werde die Gemeinde per Ersatzvornahme die Zuwegung ermöglichen. An den Beratungen nimmt sie inzwischen mit Bauamtsleiter Detlef Richter persönlich teil – vollkommen unüblich bei einem normalen Bauvorhaben.

Aber „normal“ ist im Neubaugebiet Am Hopfenberg seit dem ersten Baggerbiss Anfang April nichts. Bei einer Anwohnerversammlung Montagabend beschrieben Betroffene ihren Ärger:

- Eine Anwohnerin berichtete von einem Unfall ihrer Tochter mit dem Rad. Grund: Vom Norden her sei die Baustelle im Grenzweg nicht richtig ausgeschildert, sei nicht erkennbar, dass der Weg nicht passierbar ist.

– Die Paketdienste fänden nicht zu den Häusern, beklagten mehrere Anlieger. Auch der Altenpflegedienst habe Probleme, zu den Leuten zu kommen.

– Die Mülltonnen würden, anders als von der Baufirma versprochen, nicht regelmäßig zur Leerung an die Straße vorgezogen.

– Die Beschilderung sei falsch, so dass sich eigentlich jeder Anlieger strafbar mache, wenn er zu seinem Grundstück fahre.

– Einer muss Heizöl für sein Haus bestellen. „Aber wann kommt denn mal wieder ein Lastwagen zu uns durch?“, fragte er.

– Andere beklagten den Schmutz und eine außerordentliche Abnutzung ihrer Privatfahrzeuge durch das Befahren der schlechten Wege. Gemeinderat Heinz Schreiber (FDP) regte an, der Investor könne den Autofahrern wenigstens eine regelmäßige Autowäsche spendieren.

In dem neuen Wohngebiet mitten im Ort sollen rund 80 Wohneinheiten entstehen. Der Investor hatte im Gemeinderat versprochen, bis Ende 2017 die Erschließung fertig zu haben. Nach fünf Monaten ist derweil nicht eine Straße fertig. „Sehr bedenklich“ sei der Baufortschritt, sagte Lantzsch.

Bauüberwacher Thilo Salomon erklärte den Anliegern, dass es von Beginn an Probleme gegeben habe mit der beauftragten Firma Umwelt 2000 aus Leipzig. Laut Bauvertrag hätte die Firma mit den Wegen beginnen müssen, stattdessen habe sie ein Regenrückhaltebecken gebaut. Umwelt 2000 gestalte die Abläufe ganz anders, als vereinbart. „Seit der dritten Bauberatung habe ich die Firma in Verzug gesetzt“, sagte Salomon. „Sie macht, was sie will.“

Harald Fiebig erklärte als Vertreter des Investors ebenfalls seinen Unmut. „Aber eine Firma rauszuschmeißen, ist nicht so einfach“, sagte er. Es gebe viele juristische Fragen - und man brauche auch jemanden, der weiterbaut. Derzeit seien jedoch die Bücher der Tiefbaufirmen voll.

Inzwischen hat auch die Feuerwehr avisiert, angesichts der schlimmen Bauwege Handlungsbedarf zu sehen. Eine generelle Erreichbarkeit sei zwar gewährleistet, so Richter, aber die versprochene Baustraße am Grenzweg müsse schnellstmöglich hergestellt werden. Sollte die Firma nicht handeln, könnte ab nächsten Montag eine von der Gemeinde beauftragte Firma den Weg befestigen. Der Investor werde die Kosten selbstverständlich übernehmen, unterstrich Fiebig den unbedingten Handlungswillen.

Die Firma Umwelt 2000 erwiderte in einer Stellungnahme, laut verkehrsrechtlicher Anordnung sei der Grenzweg voll gesperrt, eine Zuwegung „wird und wurde durch eine Baustraße sichergestellt“, so die Firma. Die Verschiebung der Bauabläufe sei „maßgeblich durch ungeklärte Grundstücksfragen und nicht geklärte Baulasten verursacht und demnach ausschließlich durch die Gemeinde/Planungsbüro zu vertreten“, heißt es.

Von Jörg ter Vehn

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