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Markkleeberg Alles Käse: Lehmann erweitert Produktion
Region Markkleeberg Alles Käse: Lehmann erweitert Produktion
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14:53 19.05.2015

Seit Mai steht die neue Halle, in der Lehmanns Produktions-GmbH Käse-Salate und Aufschnitt-Platten mit einem Umsatzvolumen von jährlich rund fünf Millionen Euro fertigen wird.

"In den vergangenen Jahren haben wir die Produktion stetig ausgebaut. Zuletzt war es sehr beengt. Außerdem fehlten uns Lagerflächen", erklärt Geschäftsführer Erik Lehmann. Vater Bernd hat mit Lehmanns Handels-GmbH 1992 Am Wachauer Wäldchen angefangen. "Seit 2003 produzieren wir auch in Wachau", erzählt der Sohn. Mit Schwester Beate, die in der Breitenfelder Straße 39 in Leipzig die Sauermilchkäse-Produktion und das Käse-Haus leitet, vertritt der 46-Jährige die junge Generation des über 100 Jahre alten Familienunternehmens Lehmann.

40 Mitarbeiter sind am Standort Wachau in beiden GmbHs tätig. Zusammen erwirtschaften sie einen Umsatz von rund zehn Millionen Euro. "Wir sind zufrieden, freuen uns über das Wachstum, weil es ein gesundes ist", sagt Lehmann. Zwei Millionen Euro hat er in das neue Gebäude investiert. Das Gelände gehörte früher der Landwirtschafts-AG Wachau-Störmthal. Seit 2005 hat Lehmann die 6000 Quadratmeter Stück für Stück gekauft, das letzte 2012 für den Neubau, in dem unten die klimatisierte Produktion und das Trockenlager, oben Büro- und Sozialräume untergebracht sind.

Dass er mit seinen Ausbauplänen einen Stein ins Rollen brachte, ahnte er nicht. "Im Grunde hat die ganze Sache schon 1991 angefangen. Mein Vater stellte damals einen Antrag auf Ausbau der alten LPG-Hallen", erinnert sich Lehmann. Was weder er noch sein Vater wussten - die 1995 schließlich erteilte Genehmigung war bis 2000 befristet.

"Der Kreis wollte, dass sich Markkleeberg entscheidet, was aus den landwirtschaftlichen Flächen wird. Einen Bebauungsplan gab es ja nicht", berichtet Lehmann. Als er im Mai 2012 seinen Antrag für den Neubau einreichte, fiel im Landratsamt auf, dass die Stadt noch immer nicht aktiv geworden war. Aber auch, dass der Kreis 2005 selbst einem kleineren, "illegalen" Lehmann-Anbau zugestimmt hatte. "Die haben allesamt geschlafen - in Borna und Markkleeberg", meint Lehmann kopfschüttelnd.

Im Mai 2013 fasste der Stadtrat endlich den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan, die Basis, damit der Kreis Ja zur neuen Halle sagte. Dass sich die Stadt für ihr schnelles Handeln rühmte, ärgert Lehmann. "Das Problem hätte längst angefasst werden müssen. Im Flächennutzungsplan war das Gelände seit Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen."

Von Wachau aus beliefert Käse-Lehmann alle Handelsketten, die in Ostdeutschland aktiv sind, allen voran Nachbar Globus und den Konsum Leipzig. Dass die Firma Anfang der Neunziger nur dank des Großhandels überleben konnte und selbst die Produktion des "Blauen" eingestellt werden musste, ist nur noch eine Randnotiz in der Firmengeschichte. Heute werden in Wachau neben der Herstellung regionaler Spezialitäten auch spanische und österreichische Käse für einen großen Importeur umgeschlagen. Außerdem übernimmt Käse-Lehmann den Vertrieb für kleine sächsische Hofkäsereien. "Wir haben zum Glück unsere Nische gefunden", so Lehmann strahlend.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2014
Ulrike Witt

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