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Alltägliche Gewalt macht Rettern schwer zu schaffen

Feuerwehrgewerkschaft Alltägliche Gewalt macht Rettern schwer zu schaffen

Gewalt gegen Rettungskräfte macht den Rettern schwer zu schaffen. Bei einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) sprach Ministerin Petra Köpping am Montag in Markkleeberg auch über Integration und Arbeitszeiten.

Gewalt gegen Einsatzkräfte gehört zum Alltag, macht den Rettern immer häufiger schwer zu schaffen.

Quelle: Dirk Knofe

Markkleeberg. Vertreter der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) haben sich am Montag in Markkleeberg mit Ministerin Petra Köpping und der in der SPD-Landtagsfraktion für Feuerwehrfragen zuständigen Sabine Friedel getroffen.

Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg-West ging es um Integration, Gewalt gegen Rettungskräfte sowie Arbeitszeiten und Bezahlung in Berufsfeuerwehren.

„Als Landrätin haben Sie gute Arbeit für die Feuerwehr geleistet“, wurde Köpping von DFeuG-Landesgruppenchef Uwe Knoll begrüßt. Die Integrationsministerin wollte als erstes wissen, ob Flüchtlinge unter den ehrenamtlichen Markkleeberger Kameraden sind.

„Wir hatten keine Erstaufnahmeeinrichtung. Die Frage hat sich hier nie gestellt“, meinte Knoll. Von seiner Arbeit in der Berufsfeuerwehr Leipzig wisse er aber, dass Flüchtlinge ein anderes Verständnis von Feuerwehr haben. „Wenn wir mit Blaulicht anrücken, ist das für die Menschen gleichbedeutend mit Staatsmacht, Polizei und Militär. So kennen sie das aus ihren Heimatländern und gehen auf Distanz“, berichtete er. Barrieren abbauen sei am leichtesten über die Kinder möglich, waren sich Uwe Knoll, Thomas Schuppe, ebenfalls Berufsfeuerwehr Leipzig, und sein Chemnitzer Kollege Patrick Jung einig.

Betroffen zeigte sich Köpping von der alltäglichen Gewalt gegen Rettungskräfte, egal ob Feuerwehr oder Notfallsanitäter. „Seit drei, vier Jahren hat die Aggression deutlich zugenommen. Die Hemmschwelle sinkt immer mehr. Und die Gewalt kommt von allen Seiten: rechts, links, soziale Randgruppen, gut situierte Bürger – das ist egal und erschüttert uns“, betonte Schuppe.

Immer öfter könnten Retter nur unter Polizeischutz arbeiten. Sie würden verbal attackiert, bespuckt und körperlich angegriffen, von Gaffern mit Handy behindert. „Auf diese Eskalation wurden wir nie vorbereitet“, so Knoll. Schuppe forderte Unterstützung aus der Politik: „Die Realität sieht leider so aus, dass wir nach Einsätzen bei Demos sofort vom Linken-Ordnungsbürgermeister kritisiert und Medienschelte ausgesetzt werden.“ Der Rat der SPD-Damen: Prävention mit Deeskalationskursen und bessere Kommunikation. „Die Menschen erkennen Autoritäten nicht mehr an. Heute muss man miteinander reden, alles erklären“, so Friedel.

Sorgen bereitet der DFeuG auch die Auslegung der Gesetze durch die Kommunen, insbesondere die Arbeitszeitverordnung sei zu schwammig formuliert. Knoll erinnerte an die hauseigene Eskalation 2014/15, als die Leipziger Berufsfeuerwehr sich gegen die 60-Stunden-Woche ohne Geldausgleich auflehnte. Die Situation sei nur vermeintlich vor Gericht geklärt worden, unter der Oberfläche brodele es noch immer, erzählte Schuppe.

24-Stunden-Dienste schlauchten die sächsischen Kameraden, die oft genug im Löschfahrzeug und danach noch im Rettungswagen sitzen. Bei kürzeren Diensten reichten aber weder das Personal noch die kommunalen Haushalte. „Wir sind nur noch ein Kostenfaktor, dabei geht es um Leben“, kritisierte Schuppe.

„Wir möchten Ihnen gern helfen, aber dafür müssen Sie Ihre Hausaufgaben machen: Legen Sie ein Konzept mit inhaltlichen und finanziellen Lösungsmöglichkeiten vor“, forderte Köpping. Zudem empfahl sie den Kameraden, das Gespräch mit dem Innenministerium, dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag und in Leipzig speziell mit Oberbürgermeister Burkhard Jung zu suchen. „Ich war auch mal Bürgermeisterin und weiß, wie wichtig der enge Draht zur Feuerwehr ist“, so Köpping.

Von Ulrike Witt

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